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In dieser Rubrik finden Sie sämtliche bisher im VentureCapital Magazin erschienene Dachfonds-Portraits.
Dachfonds-Portrait Artikelübersicht   
RWB II (Ausgabe 10/2002) - Flexible Konstruktion

Die RenditeWertBeteiligungen AG (RWB) legt einen neuen Fonds auf. Das heißt: eigentlich gleich zwei Fonds mit unterschiedlicher Rechtsform und Konstruktion. Augenscheinlich ist es dem RWB-Team gelungen, ein von der Norm abweichendes Konzept mit systematischen Vorteilen gegenüber der üblichen „Dachfonds-KG“ zu entwickeln.

Rechtsform nach Anlegerpräferenz
Deutsche Private Equity-Fonds sind meistens als vermögensverwaltende KG ausgestaltet, was ihre Bewegungsfreiheit jedoch einschränkt. Beteiligungen an US-Fonds bergen ein hohes Risiko der Gewerblichkeit, sofern die US-Fondsgesellschaft keinen deutschen Parallelfonds führt – was nur die megagroßen Fonds tun. Viele aussichtsreiche Zielfonds bleiben somit einer KG verschlossen. Um trotzdem flexibel genug in ihrer Anlagepolitik zu sein, läßt RWB ihre vermögensverwaltende KG (= Fonds A) eine einzige Beteiligung an einer gewerblich tätigen GmbH halten. Wer anfangs steuerlich wirksame Verlustzuweisungen aus gewerblicher Tätigkeit verkraften möchte, beteiligt sich als atypisch stiller Gesellschafter (= Fonds B) an derselben GmbH. Ratensparer können bei Version B mit kleinen Beträgen ihr Private Equity-Depot aufbauen.

Flexibles Cash-Management
Die GmbH verfügt über jährliche Kapitalzuflüsse aus der KG und monatliche von den ansparenden, stillen Gesellschaftern. Da die Gesellschaft Rückflüsse aus Zielfonds wiederanlegen und in begrenztem Umfang Bankkredit in Anspruch nehmen kann, erzielt sie eine höhere Anlagequote als eine Dachfonds-KG, was tendenziell die Rendite verbessert. Ferner kann sie Beteiligungen an beliebigen ausländischen Zielfonds eingehen – ohne Zwischengesellschaft. Die strukturierte Auswahl voraussichtlicher „TOP-Quartile-Fonds“ (= aus dem besten Viertel ihrer Klasse) erfolgt durch eigenes Research und durch CAPVENT Partners, Zürich. Neben der Aufteilung nach Investmentphasen und -regionen werden die Zielfonds zur Risikominderung nach zwei weiteren Kriterien ausgesucht: a) Verteilung auf Zielfonds aus drei Auflagejahren. b) vier bis sechs verschiedene Zielfonds pro Auflagejahr.

Renditevorteil gegen Konkurrenz?
Am Ende der geplanten Laufzeit verkauft die KG ihren GmbH-Anteil en bloc an die „Mutter“ RWB und realisiert dabei den inneren Wert auf einen Schlag. Statt jährlicher Auskehrungen erhalten Anleger bei RWB erst ganz am Ende einen dicken Scheck. Die laufenden Kosten sind mit 1,75 % p.a. moderat, die Performance-Fee mit lediglich 7 % rekordverdächtig niedrig. Die zu Beginn verrechneten Einmalkosten belasten den Rendite-Koeffizienten, dafür winken systematische Chancen auf eine bessere Rendite und nebenbei eine gewohnte Zahlungsreihe: zu Beginn eine Einzahlung – am Schluß eine Auszahlung.

Fazit:
Eine ausgeklügelte gesellschaftsrechtliche Konstruktion alleine macht kein attraktives Produkt aus. Im Portfolio des Vorgängerfonds ist vielversprechende „Prominenz“ versammelt, bei der man gerne dabeisein mag. Beides zusammen macht die beiden RWB-Fondsvarianten zu beachtenswerten Anlagemedien.

Volker Deibert

KG: 2. RWB Private Capital GmbH & Co. Beteiligungs KG,

still: 2. RWB Private Capital PLUSsystem GmbH

Zielvolumen

KG: 50 Mio. Euro; still: 150 Mio. Euro

Minimum/ Stückelung

KG: 2.000 Euro/100 Euro still: 1.000 Euro oder 50 Euro monatl.

Zeichnungsschluß

KG: 31.08.2005; still: 30.06.2005

Investitionsjahr (Vintage)

2002 bis 2004

Rendite-Quotient*

KG: 77,4 %; still (Einmalzahlung): 72,6 %

Investment-Thema

TOP-Quartile-PE-Fonds; 30 % VC, 70 % BO (davon: 20 % Mezzanine)

Anzahl Portfoliogesellschaften

15 Fonds x ca. 15 indirekte Beteiligungen = ca. 225 Einzelbeteiligungen

Initiator

RWB AG, Oberhaching: http://www.rwb-ag.de


*) Die Kennzahl „Rendite-Quotient“ gibt denjenigen Anteil der Bruttogewinne des Dachfonds an, der nach Abzug von Agio, Verwaltungsvergütung, Gewinnbeteiligung und sonstigen Verwaltungskosten beim Anleger verbleibt. Hierzu werden die Emittentenangaben herangezogen, ein planmäßiges Fondsvolumen und ein typischer Verlauf unterstellt und die internen Zinsfüße des Netto- und des Brutto-Zahlungsstroms ins Verhältnis gesetzt. Ziel ist die Messung des zusätzlichen Aufwands, der durch den Dachfonds gegenüber einem Direktinvestment in Zielfonds entsteht.

 

 

 

 


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