Verkleidung unfreiwillig gelüftet
Anno 1999 kreierte die Schweizer Partners Group ein Private
Equity-Produkt, das institutionellen Anlegern, speziell Versicherungen, eine Brücke
zur Anlageklasse Private Equity bauen sollte. Die 0 %-Wandelanleihe der
Princess Private Equity Holding vereinte eine Reihe von Eigenschaften, die das
Herz jedes Asset Managers erwärmen: Sie unterfällt als Anleihe der
Portfolio-Abteilung „Rentenwerte“. Die Rückzahlung des Nennwertes ist durch
eine Garantie der SwissRe unterlegt, womit die Princess-Wandelanleihe das
Standard & Poor’s-Rating „AA“ der Versicherung erbt. Damit sei, so die
Partners Group, die zum 31.12.2010 fällige Anleihe deckungsstock- und
spezialfondsfähig. Dank der börslichen Handelbarkeit läßt sich die
Wandelanleihe kurzfristig wieder liquidieren, wenn auch in Abhängigkeit von der
Marktlage.
Opfer eines Mißbrauchs?
Die deutsche Versicherungsaufsicht sieht dies jedoch anders und verbannte
das Produkt bei mindestens zwei Versicherern aus dem Deckungsstock, wie ein
Insider der Private Equity-Industrie berichtet. Auch die Spezialfondsfähigkeit
sei keineswegs unstrittig. Die Aufsicht lasse, so der Beobachter, nicht jede
schön gestaltete Verpackung ohne Rücksicht auf deren Inhalt durchgehen: Die
Fassade der Wandelanleihe genüge nicht,um aus einem Private Equity-Investment,
für das bei Versicherern höhere Anforderungen an die Überwachung und
Kapitalunterlegung gestellt werden, plötzlich ein vermeintlich harmloses
Rentenpapier zu machen. Böse Zungen sehen in der Princess-Wandelanleihe gar
eine Art „gestaltungsmißbräuchlichen Umgehungstatbestand“ aus den Tiefen der
Trickkiste pfiffiger und marketinggetriebener Produktdesigner.
Korpulent, aber wohlproportioniert
Das mit dem Vehikel aufgenommene Kapital von immerhin 700 Mio. US-$ wurde
unter der Ägide der Partners Group sowie Hamilton Lane und Invesco als Berater
in ein wahrhaftig breitdiversifiziertes Portfolio investiert: Nicht weniger als
102 Zielfonds und einige Direktbeteiligungen weist die mittlerweile voll
investierte Holding per Ende März 2005 aus. Insgesamt 430 Mio. US-$ habe
Princess bisher an Rückflüssen erhalten, wovon 70 % aus dem Buy-out-Bereich
stammten. Der Wert des vorhandenen Portfolios wird mit 587,5 Mio. US-$
beziffert, die ausstehenden Commitments mit 214,0 Mio. US-$ und die liquiden
Mittel mit 26,7 Mio. US-$. Kredite würden nicht in Anspruch genommen.
„Prinzessin“ kostet Unterhalt
Nach Stilen differenziert, entfallen 52% des Vermögens auf Buy-outs, 33%
auf Venture Capital und 15% auf Special Situations. Der Schwerpunkt der
Auflegungsjahre der Zielfonds liegt, unter anderem dank der Übernahme dreier
Zweitmarktportfolien, in den Jahren 1998 bis 2000. Rund 55% der Investitionen entfallen
auf die USA und 39% auf Europa, der Rest vor allem auf Israel, Asien und
Südamerika. Neben der Versicherungsprämie für die Kapitalgarantie von 1,5% p.a.
des Nettovermögens schlägt auch die Verwaltung mit 1,5% p.a. von der Summe
abgegebener Commitments zu Buche. Ausweislich des Jahresberichts für 2004
fielen Gesamtkosten von 3,51% des Nettovermögens an. Zum 30.04.2005 betrug der
innere Wert des Portfolios 87,62%, der Börsenkurs lediglich rund 79,0%.
Fazit:
Selbst wenn sämtliche Private Equity-Investitionen wertlos würden und
folglich die Garantie der SwissRe zum Tragen käme, trägt die
Princess-Wandelanleihe für einen heutigen Käufer eine Rendite von 4,27 % p.a. –
nicht schlecht für 5,5 Jahre Restlaufzeit auf US-$-Basis und ein „AA“-Rating.
Während wohl nicht jeder Erstzeichner glücklich mit dem Wertverlauf seines
Investments ist, stellt die mit den Jahren gereifte „Prinzessin“ heute einen
interessanten Secondary dar – zwar nicht zweifelsfrei deckungsstockfähig, aber
immerhin mit Sicherheitsnetz und Aufwärtspotential.
Volker Deibert
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Princess Private Equity Holding 0
%-Wandelanleihe
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Volumen Nennwert
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700,0 Mio. US-$
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Minimum/Stückelung
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1.000
US-$/1.000 US-$
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Handelsplatz,
WKN
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Börsen Luxemburg und Frankfurt, WKN 313 965
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Laufzeit bis
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31.12.2010, wandelbar ab 2007
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Rendite-Quotient*
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84,29 % (incl. Versicherungsprämie)
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Investment-Thema
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international breit diversifiziertes Private
Equity-Portfolio mit Direktbeteiligungen
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Anzahl Zielfonds
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102 Zielfonds
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Initiator
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Partners Group AG, Zug (Schweiz), www.partnersgroup.ch
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*) Die Kennzahl „Rendite-Quotient“ gibt denjenigen Anteil
der Bruttogewinne des Dachfonds an, der nach Abzug von Agio, Verwaltungsvergütung,
Gewinnbeteiligung und sonstigen Verwaltungskosten beim Anleger verbleibt (vor
Steuern). Hierzu werden die Emittentenangaben herangezogen, ein planmäßiges
Fondsvolumen und ein typischer Verlauf unterstellt und die internen Zinsfüße des
Netto- und des Brutto-Zahlungsstroms ins Verhältnis gesetzt. Ziel ist die
Messung, in welchem Umfang der Anleger am Bruttoergebnis des Fonds teilnimmt.