„Gewerbliche Prägung“ von Anfang an
Wem die am Markt erhältlichen Produkte zu Buyout-lastig sind
und die weltweit verstreuten Zielfonds zu fern liegen, der findet im
Erstprodukt des Hamburger Initiators Contrium Capital einen Dachfonds, der
seine Aufmerksamkeit verdient. Der gewerblich geprägte „Contrium 1 Private
Equity Fonds“ investiert sein Kapital von planmäßig 10 Mio. Euro zu gleichen
Teilen in vier bereits feststehende Venture Capital-Zielfonds, deren Verwalter
allesamt in Deutschland sitzen:
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Neuhaus III (Zeichnungsbetrag eine Mio. Euro, aufstockbar
auf bis zu 3 Mio. Euro); Mitinvestoren sind u. a. der Europäische
Investitionsfonds (EIF) und die KfW Bankengruppe.
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SHS III (Zeichnungsbetrag 0,5 Mio. Euro, aufstockbar auf bis
zu 3 Mio. Euro); ebenfalls gemeinsam mit EIF und KfW Bankengruppe.
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Triangle IV (Zeichnungsbetrag 2,5 Mio. Euro, reduzierbar auf
bis zu eine Mio. Euro).
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An Equinet Venture Partners IV sollen, sobald der Fonds
aufgelegt ist, 2,5 Mio. Euro gezeichnet werden. Zu den Investoren von Equinet
zählen neben der Investitions und Strukturbank Rheinland-Pfalz u. a. die
Landesbank Rheinland-Pfalz, die Debeka und die Provinzial Versicherung.
Attraktive Kostenstruktur
Die anfänglichen Weichkosten belaufen sich auf 6%, das Agio
auf 5%. Die Gewinnbeteiligung für den Verwalter in Höhe von 10% wird auf den
gesamten Gewinn des Dachfonds fällig, nachdem Kapital, Agio und 8%
Vorzugsverzinsung an die Anleger zurückgeführt worden sind. Mit jährlichen Fixkosten
von 0,95% für den Verwalter, die ab dem vierten Laufzeitjahr um 10% gegenüber
dem Vorjahreswert absinken, und 0,3% für den Treuhänder weist das Produkt eine
vergleichsweise attraktive Kostenstruktur auf. Von der Mindestzeichnung in Höhe
von 25.000 Euro werden 40% plus Agio nach Beitritt und je 30% frühestens Mitte
2008 und 2009 zur Zahlung fällig. Durch die Verwendung erster Rückflüsse soll
eine Investitionsquote von 100% des gezeichneten Betrages sichergestellt
werden. Zum 17. Oktober 2007 fand ein erster Zeichnungsschluss bei 3 Mio. Euro
statt.
Fazit:
Als angenehme Besonderheit sind die Contrium-Manager selbst
mit 5% an ihrem neuen Dachfonds beteiligt. Mit dem Verzicht auf die
vermögensverwaltende Struktur erspart sich der Dachfonds in Zukunft möglicherweise
steuerlich induzierte Nacharbeiten. Das Bestreben, prominente Co-Investoren wie
KfW-Gruppe oder EIF in den Zielfonds zu haben, garantiert noch keinen Erfolg,
belegt jedoch die Qualität des Portfolios: Die ausgewählten Zielfondsmanager
gehören zu den wenigen etablierten deutschen Wagniskapitalgebern. Anleger
müssen sich jedoch des Klumpenrisikos durch die – vom Initiator bewusst
vorgenommene – Fokussierung auf die Region Deutschland und das
Finanzierungssegment Venture Capital bewusst sein.
Volker Deibert
redaktion(at)vc-magazin.de
Contrium 1 Private
Equity Fonds GmbH & Co. KG
Zielvolumen: 10
Mio. Euro
Minimum: 25.000
Euro
Laufzeit: bis
31.12.2016 + 3 x 1 Jahr
Zeichnungsschluss: 30.06.2008
RQ-16*: 60,68%
Investmentthema: 4
deutsche Venture Capital-Fonds
Anzahl Portfoliogesell.: 4
Zielfonds = ca. 50 Portfoliounternehmen
Internet:
www.contriumcapital.de
*) Die Kennzahl RQ-16 (Renditequotient auf Basis von 16% Bruttorendite)
gibt an, in welchem Umfang der Anleger am Bruttoergebnis des Fonds nach Abzug
sämtlicher Kosten partizipiert (vor Steuern). Hierzu werden die
Emittentenangaben herangezogen, ein planmäßiges Fondsvolumen und ein typischer
Verlauf unterstellt und die internen Zinsfüße des Netto- und des
Brutto-Zahlungsstroms ins Verhältnis gesetzt.