Spezialfonds
„China II“
Olympiagastgeber China ist mit 11,4% Zuwachs 2007 die weltweit
schnellstwachsende Volkswirtschaft und konkurriert mittlerweile mit etablierten
Wirtschaftsnationen. Dieses Wachstum entzündet gleichzeitig bei seinen 1,3 Mrd.
Einwohnern, wovon 800 Mio. Menschen erwerbstätig sind, den Wunsch nach höherer
Lebensqualität und Konsumprodukten und bewirkt einen erheblichen Anstieg der
Binnennachfrage, was in der Folge beträchtliche Wachstums- und Gewinnchancen
für chinesische Unternehmen mit sich bringt. Eine entsprechend einzigartige
Ausgangslage mit vermutlich nicht wiederkehrenden Chancen, am Aufstieg einer
Industrienation globalen Ausmaßes teilzuhaben, verspricht die Beteiligung an
chinesischen Private Equity-Fonds.
Wachstumsfaktoren Expansion und
Privatisierungen
Die geplante Privatisierung von jährlich bis zu 5.000 staatlichen
Unternehmen verursacht neben dem durch organisches Wachstum bedingten
Kapitalbedarf einen zusätzlichen (Käufer-) Markt für Private Equity-Investoren.
Bereits zu Beginn der Platzierung hat der Dachfonds „China II“ zwei Zielfonds
mit dem Investitionsschwerpunkt China ausgewählt, in die jeweils fünf Mio. USD
investiert werden sollen: Legend Capital Fund IV (Shanghai) und Tripod Capital
China Fund II (Pudong), die sich auf Growth- bzw. Buyout-Finanzierungen
spezialisiert haben (siehe hierzu auch den Beitrag auf den S. 48-49).
Spezialfonds „India II“
Rang zwei der schnellstwachsenden Volkswirtschaften der Welt mit
jährlich 8,5% steht für die Jahre 2005 bis 2007 Indien zu. Auch die hohe
Wachstumsgeschwindigkeit der Bevölkerung ist bemerkenswert: Da die Hälfte der
1,1 Mrd. zählenden Bevölkerung Indiens unter 25 Jahre alt ist, lebt ein Viertel
aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen weltweit in Indien. Gleichzeitig
verfügt ein immer größer werdender Prozentsatz der Inder über eine
ausgezeichnete schulische Bildung mit englischsprachigem Hintergrund. Aufgrund
der exzellent ausgebildeten Fachkräfte ist Indien bereits heute für
internationale Konzerne der bevorzugte Outsourcing-Standort für
IT-Dienstleistungen.
Wachsende
Bevölkerung erzeugt Binnennachfrage
Mit dem Wachstum der verfügbaren Einkommen entwickelt sich die
Binnennachfrage nach Konsumgütern sehr lebhaft und federt Schwankungen der
internationalen Märkte ab. Das günstige demografische Profil, der mit 55% des
Bruttoinlandprodukts stabile Dienstleistungssektor sowie die niedrigen
Lohnkosten werden als die wichtigsten Wachstumstreiber für die weitere
Expansion der „Indien AG“ angesehen.
Die zu erwartenden mittel- und langfristig hohen Steigerungsraten speziell in
den stark expandierenden Wirtschaftssektoren IT, Einzelhandel oder der
Finanzdienstleistungsbranche lassen im Konzert mit stabilen demokratischen
Verhältnissen und dem positiven regulatorischen Umfeld hervorragende Chancen
für Private Equity-Gesellschaften erwarten. Aktuell ist Indien der am
schnellsten wachsende Private Equity-Markt der Welt. Im Vergleich zum Jahr 2006
hat sich das für 2007 geschätzte Investitionsvolumen auf 16,3 Mrd. USD mehr als
verfünffacht. Mit den beiden Growth- bzw. Expansionsfinanzierungsfonds Gaja
Capital Fund I, Mumbai (vormals Bombay), und Tara India Fund III, Bengaluru
(vormals Bangalore) und jeweils fünf Mio. USD Beteiligungsbetrag stehen die
ersten beiden Zielfonds des „India II“ bereits fest. Die jahrelange örtliche
Präsenz des Dachfondsberaters Capvent, dessen Gründer Varun Sood gebürtiger
Inder ist, spricht für eine besondere regionale Kompetenz.
Spezialfonds „Germany I“
Der Titel „Exportweltmeister“ ging 2007 jedoch an Deutschland: Mit 1,5
Bio. USD lag die Bundesrepublik vor China mit 1,2 Bio. USD und den USA mit 1,1
Bio. USD. Die deutsche Unternehmenslandschaft ist dabei nicht nur für einige
Global Player, sondern auch für eine große Zahl von Hidden Champions bekannt,
die auf dem Weltmarkt für ihre Produkte und Dienstleistungen einen bedeutenden
Anteil erobert haben. Neben der traditionell führenden Stellung in Branchen wie
Automobil- und Maschinenbau hat die deutsche Wirtschaft neue Wachstumssektoren
wie erneuerbare Energien, Wasseraufbereitung und Recyclingverfahren
hervorgebracht.
Nachholbedarf gegenüber Europa
Der Kapitalbedarf des historisch unterfinanzierten Mittelstands sorgt
zusammen mit der restriktiv gewordenen Kreditversorgung der Banken und der
großen Zahl anstehender Nachfolgeregelungen für ein großes Transaktionsangebot
für Private Equity-Investoren. Große und renommierte Private Equity-Manager
haben das Potenzial des deutschen Marktes bereits erkannt und investieren im
Lande. Nur 2,3% des 2006 in Deutschland investierten Private Equity stammt
hingegen von inländischen Investoren. Verglichen mit dem europäischen
Durchschnitt von 0,57% Anteil der Private Equity-Investitionen am BIP hat
Deutschland mit 0,31% noch erhebliches Nachholpotenzial.
Auch der „Deutschland I“ geht mit einer teilweisen Festlegung seiner Zielfonds
an den Start: Im Wert von je einer Mio. Euro wurden Beteiligungen am Mid Cap
Buyout-Fonds Halder GIMV Germany II und den in innovative Forschungs- und
Technologiebereiche investierenden Venture Capital-Fonds Target Partners II,
Triangle Venture IV und ViewPoint Ventures II gezeichnet.
Gemeinsame Strukturmerkmale
Als besondere Vorteile aller dieser gewerblich geprägten Spezialfonds
stellt RWB deren gezielte Vorallokation, professionelles Management mit
langjähriger Erfahrung, die Kostenoptimierung durch teilweise Wiederanlage
früherer Rückflüsse und die Risikominimierung durch das Dachfondsprinzip
heraus. Ab 2015 werden Rückflüsse aus den Zielfonds nicht erneut investiert,
sondern an die Investoren ausgekehrt. Vom Fondsvolumen fallen außer 5% Agio
anfängliche Kosten in Höhe von 11,9% an. Die jährlichen Kosten betragen 0,95%
des verwalteten Kapitals (= tatsächlich eingezahltes Kapital minus Entnahmen
plus Gewinnzuweisungen) für Gesellschafter- und Treugeberverwaltung und
-betreuung sowie 1,25% des gemanagten Kapitals (= Kapitalabrufe der Zielfonds
minus Entnahmen plus Gewinnzuweisungen) für das Portfoliomanagement. 10.000
Euro p. a. zzgl. sonstiger Kosten werden für Drittleistungen kalkuliert. Nach
Rückführung des Kapitals nebst 10% Vorzugsverzinsung werden moderate 7%
Gewinnbeteiligung auf den Gesamtgewinn fällig.
Fazit:
Während andere Anbieter Indien und China auf die Weltkarte der Private
Equity-Märkte und damit in die Allokation ihrer Publikums-Dachfonds mit einigen
Prozent des Gesamtportfolios aufnehmen, erlaubt RWB „sortenreine“ Anlagen in
diesen Einzelmärkten. Bei all derer Attraktivität sollte jedem Anleger bewusst
sein, dass er damit von der Maxime der risikominimierenden globalen Streuung
abweicht. Private Equity-Investitionen speziell am Standort Deutschland
entfalten als Renditequelle für deutsche Anleger dabei einen besonderen Charme.
Volker Deibert
redaktion [at] vc-magazin.de
RWB Special Market GmbH & Co. Germany I/India II/China II KG.
- Volumen: mind.
5 Mio./10 Mio./10 Mio. Euro
- Minimum: 10.000
Euro
- Laufzeit: Liquidation
ab 1.1.2015
- Zeichnungsschluss:
30.4.2009
- RQ-16*: 65,4%
- Investment-Thema:
Zielfonds in Deutschland/Indien/China
- Anzahl
Portfoliogesellschaften: jeweils 2-8 Zielfonds = ca. 15-80 Portfoliounternehmen
- www.rwb-ag.de
Die Kennzahl RQ-16 (=Rendite-Quotient auf Basis von 16%
Bruttorendite) gibt an, in welchem Umfang der Anleger am Bruttoergebnis des
Fonds nach Abzug sämtlicher Kosten partizipiert (vor Steuern). Hierzu werden
die Emittentenangaben herangezogen, ein planmäßiges Fondsvolumen und ein
typischer Verlauf unterstellt und die internen Zinsfüße des Netto- und des
Brutto-Zahlungsstroms ins Verhältnis gesetzt.
Wachstumsraten
der BRIC-Staaten:
Land 2005 2006 2007:
Brasilien 2,3% 3,2% 4,9%
Russland 6,4% 6,7% 8,1%
Indien 8,4% 8,5% 8,5%
China 9,9% 10,5% 11,4%
Quelle: CIA World Factbook, RWB Research