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Als Clemens Busch Anfang 1999 nach vier Jahren, die er in Buenos Aires bei einem Private Equity-Fonds im Auftrag der BHF Bank tätig war, zurück in deren Zentrale nach Frankfurt kam, bestanden dort bereits Ambitionen, das Private Equity-Geschäft auszubauen. Busch war nach seiner Banklehre und dem Studium der Betriebswirtschaftslehre zunächst im IPO- und Corporate Finance-Geschäft der BHF Bank in Frankfurt und in New York tätig. Gemeinsam mit Nick Money-Kyrle, der hierfür seinen Posten als Geschäftsführer von GE EquityDeutschland aufgab, wurde Busch Gründungsgesellschafter der ehemaligen BHF Private Equity, die heute Steadfast Capital heißt.
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Bewegte Geschichte
Nachdem die BHF Bank 2001 durch den Verkauf mehrerer Industriebeteiligungen,
darunter der Frankfurter Maschinenbaukonzern Agiv, einen dreistelligen
Millionenbetrag erlöst hatte, legte die BHF Bank im September 2001 als größter
Kommanditist 305 Mio. Euro in einen neuen Fonds ein und beauftragte die zu
diesem Zweck gegründete BHF Private Equity GmbH mit der Verwaltung des Fonds.
Deren Gründungsgesellschafter Money-Kyrle und Busch gehören noch heute zum
Kreis der mittlerweile vier geschäftsführenden Partner des in Frankfurt
ansässigen Finanzinvestors. Allerdings trägt ihre Managementgesellschaft seit
August 2005 einen neuen Namen: Die Umfirmierung von BHF Private Equity in
Steadfast Capital erfolgte, weil mit dem Verkauf der BHF Bank an Sal. Oppenheim
zum 01.01.2005 auch die Namensrechte an den Käufer übergingen, die
Kommanditbeteiligung an dem Private Equity-Fonds jedoch zunächst beim
Voreigentümer, der niederländischen ING Gruppe, verblieb. Ende 2005
organisierte die Steadfast Capital-Mannschaft die Übernahme sämtlicher
Kommanditanteile des ersten Steadfast Capital-Fonds durch ein Konsortium aus
AXA Private Equity, CSFB Strategic Partners und Paul Capital Partners im Zuge
eines Secondaries. Money-Kyrle, der diesen Wechsel initiiert hatte, gelang es,
das Mandat zur Verwaltung des Fondsvermögens zu behalten und von den Investoren
sowie der ING Gruppe insgesamt 140 Mio. Euro für den derzeit im Fundraising
befindlichen zweiten Private Equity-Fonds einzuwerben.
Großes Vertrauen in den kleinen Mittelstand
Von Beginn an hat sich Steadfast Capital auf Buyouts mit einem Unternehmenswert
zwischen 25 und 125 Mio. Euro konzentriert. Diesem Marktsegment soll auch der
Steadfast Capital Fund II treu bleiben, der im Rahmen einer Nachfolgeregelung
bereits bei einem Filialbäcker aus der Region Berlin-Brandenburg und einem
Hersteller von Herrenoberbekleidung den Zuschlag erhielt. Derartige
Transaktionen sind typisch für Steadfast Capital, die sich gern mit gut
geführten Familienunternehmen beschäftigt. Auf die Frage nach seinem
Lieblingsdeal nennt Busch ein weiteres Beispiel dieser Art: Die Stuttgarter
Cetelon Gruppe, ein im August 2005 mehrheitlich durch Steadfast Capital
übernommener Anbieter von hochwertigen Lacksystemen für die Automobil- und
Unterhaltungsindustrie. „Der Eigentümer war über 70 Jahre alt, sein Kompagnon
über 80. Beiden war klar, dass sie für ihre Nachfolge als Gesellschafter sorgen
mussten. Wir erhielten über unser Netzwerk direkten Zugang zu den Verkäufern.
Dennoch folgte zunächst ein langer Weg der Vertrauensbildung über zwölf Monate,
auf dem wir viel Geduld aufbringen mussten, bevor wir den Buyout auf den Weg
bringen konnten.“
Generell unverzichtbar bei
Verhandlungen mit Familienunternehmern sei laut Busch ein wohl überlegtes und
verbindliches Vorgehen: „Was Sie versprechen, müssen Sie auch halten! Wer einen
zu hohen Kaufpreis indiziert und später zurückrudert, verliert das Vertrauen
und damit den Deal.“ Um den Anforderungen dieser mit besonderen Emotionen
auftretenden Verkäuferschicht gerecht zu werden, legt das Team von Steadfast
besonderen Wert auf die Bildung von gegenseitigem Vertrauen im Vorfeld einer
Transaktion und lässt den Unternehmen nach ihrer Akquisition den größtmöglichen
Freiraum.
Vergleichsweise konservative Finanzierung
Dafür erfolgt die Auswahl der Zielunternehmen mit großer Sorgfalt. So schätzt
Money-Kyrle, dass durchschnittlich aus ca. 100 potenziell geeigneten
Investitionsobjekten, die Steadfast angeboten werden, ein einziger Abschluss
generiert wird. Um den Dealflow auf breitere Füße zu stellen, arbeitet Steadfast regelmäßig mit kleinen
Investmentboutiquen zusammen. Auch an Auktionen oder im Rahmen von Secondaries
beteiligt sich der Buyout-Spezialist. Bevorzugt generiert Steadfast seine
Transaktionen jedoch im Rahmen von Sondierungsgesprächen mit maximal drei bis
vier Kontrahenten, weil die Gebote bei organisierten Auktionen vielfach aus dem
Ruder laufen. Mit einem Eigenkapitalanteil, der üblicherweise in einer
Größenordnung von 40 bis 50% des Kaufpreises liegt, reizt Steadfast die
anhaltende Finanzierungsfreude der Banken bislang nicht aus. Auch
Rekapitalisierungen hat der Finanzinvestor bis dato nicht vorgenommen. Diese
will Busch für die Zukunft jedoch nicht ausschließen; so sei eine
Rekapitalisierung beispielsweise denkbar, „um ein angemessenes Verhältnis
zwischen Eigen- und Fremdkapital aufrecht zu erhalten“.
Ausblick
Das Managementteam von Steadfast Capital plant, das Fundraising bis zum Mai
2007 mit einem Volumen von 200 bis 250 Mio. Euro abzuschließen und zwei bis vier
Deals pro Jahr durchzuführen – beide Vorgaben seien jedoch nicht in Stein
gemeißelt, da es abhängig von der Marktentwicklung und der Qualität des
Dealflows bei Private Equity immer zu Überraschungen kommen könne. Bisher
alarmiert Busch und seine Kollegen jedoch weder das steigende Zinsniveau noch
die steuerpolitischen Überlegungen: „Hiervon sollte man sich nicht zu sehr
beunruhigen lassen“, kommentiert der Fondsmanager das Geschehen in Berlin.
Vielmehr freut man sich in Frankfurt über das gegenwärtig positive
wirtschaftliche Umfeld – und arbeitet daran, für die Investoren auch zukünftig
mindestens die in Aussicht gestellte Zielrendite von 20% p. a. zu
erwirtschaften.
andreas.uhde(at)vc-magazin.de
Steckbrief Steadfast Capital GmbH
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Standort: Frankfurt
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Gründung: 2001 (bis 2005 als BHF
Private Equity)
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Gesellschafter: Nick Money-Kyrle,
Clemens Busch,
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James Homer, Thomas Rubahn
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Anzahl der
Investmentprofessionals: 8
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Verwaltetes Eigenkapital: >
300 Mio. Euro
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Webseite: www.steadfastcapital.de
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Investitionsschwerpunkte
von Steadfast Capital
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Phase: Buyouts
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Branche: u. a. Nahrungsmittel,
Textilien, Automobilzulieferer
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Region: Deutschland, Österreich,
Schweiz und Benelux
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