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Investor im Portrait Artikelübersicht   
ECapital New Technologies Fonds AG (Ausgabe 3/2007) - Pfiffige Unternehmer gesucht!

Das endgültige Closing eines 40 Mio. Euro-Fonds Ende 2006 mit bereits vier Investments, von denen eines schon im Januar 2007 erfolgreich im Entry Standard der Deutschen Börse platziert wurde – so lauten die wichtigsten Erfolgsmeldungen der jüngsten Vergangenheit der eCapital New Technologies Fonds AG aus Münster. Weitere 30 Mio. Euro werden aus dem Fonds mit dem Namen eCapital II, dessen Cornerstone-Investor die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist, jetzt investiert. Der Fonds ist auf die Branchen Informationstechnologie/Kommunikation, Verfahrenstechnik/Neue Materialien und optische Technologien fokussiert.

Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen
Die Investitionsgröße des Fonds liegt bei Early Stage-Finanzierungen zwischen 500.000 und 2,5 Mio. Euro. In Einzelfällen geht eCapital bei Wachstumsfinanzierungen auch Engagements bis zu 6 Mio. Euro ein. Investiert wird in der Regel im Zuge einer Direktbeteiligung sowie durch Darlehen mit/ohne Wandlungsrechte oder in Form einer typisch stillen Beteiligung, vorzugsweise als Lead- oder Co-Lead-Investor. Interessante Co-Investments, bei denen eCapital einen Mehrwert liefern kann, seien aber ebenfalls denkbar, erläutert Dr. Paul-Josef Patt, Managing Partner der Gesellschaft. Mindestens 40% des von eCapital insgesamt investierten Kapitals werden in Beteiligungen an Portfoliogesellschaften mit Sitz in Nordrhein-Westfalen angelegt.

Commitment und Erfahrung
Patt steht dem Unternehmen seit 2003 vor, zuvor war er bereits als Investor bei eCapital engagiert. Wie das übrige Managementteam, bestehend aus Frank Hölzle, Thomas Merten und Marcus Ziegler, bringt er breite unternehmerische Erfahrung sowie einen Track Record als erfolgreicher Investor ein. Das heutige Managementteam, das gleichzeitig auch mehrheitlicher Gesellschafter der AG ist, ergänzt sich durch seine unterschiedlichen fachlichen Hintergründe und Kernkompetenzen und arbeitet seit 2004 in dieser Formation zusammen. Beim Fundraising für den Fonds eCapital II kam dem Managementteam seine langjährige Tätigkeit als Unternehmer und Business Angel sowie VC-Investor zu Gute. Erfolgreiche Investments in diverse VC-Fonds sowie zahlreiche Direktinvestments stehen genauso zu Buche wie Erfahrung im Beteiligungsmanagement sowie in der Strukturierung und dem Auflegen von Fonds, mehrfache erfolgreiche Verkäufe von Anteilen an Beteiligungsunternehmen und lukrative MBO-Deals. „Außerdem hilft es natürlich bei der Einwerbung von Kapital, wenn das Fondsmanagement, wie in unserem Fall, selbst mit einem signifikanten Betrag investiert ist“, erklärt Hölzle.

Zwei-Säulen-Strategie
Gute Erfahrungen bei seiner Investitionspolitik hat eCapital mit der Zwei-Säulen-Strategie gemacht, die bereits mit Auflegung des zweiten Fonds etabliert wurde und beim Fundraising ein wichtiges Argument in den Verhandlungen mit den Kapitalgebern war. Die auf Risikodiversifizierung ausgerichtete Strategie besagt, dass 40% der investierten Mittel in den Wachstumsbereich fließen und 60% des Investitionsvolumens in den Frühphasenbereich. Der Frühphasenbereich ist dabei als Start-up-Phase im Übergang zur Expansionsphase zu verstehen. Für klassische Seedinvestments schätzt man bei eCapital das Engagement von High-Tech Gründerfonds, ERP-Startfonds sowie regionaler Seedfonds. Selbst aktiv werden die Münsteraner in der Regel dann, wenn ein Unternehmen bereits erste Umsätze erwirtschaftet und Kapital für weiteres Wachstum sucht.
„Wir sind kein Trend-Fonds“, macht Patt klar. Auf den Web 2.0-Zug jedenfalls will man bei eCapital nur aufspringen, wenn die Rahmendaten des kapitalsuchenden Unternehmens stimmen. „Ein Investment um jeden Preis, nur weil die Branche gerade sexy ist, kommt für uns nicht in Frage“, erläutert Merten. Bereits bei der Begutachtung eines eventuellen Engagements an einem jungen Unternehmen prüft man in Münster sehr genau, welche Exitmöglichkeiten in Frage kommen, bevorzugt werden dabei Trade Sale und IPO. Außerdem sollte pro Investment mindestens ein Multiple von fünf erzielbar sein. Besonders wichtig: „Der Gewinn liegt im Einkauf“, unterstreicht Patt, dass eine realistische Einstiegsbewertung, die eine attraktive Wertsteigerung des Investments ermöglicht, Grundvoraussetzung für ein Engagement von eCapital ist: „Wir haben auch im letzten Jahr attraktive, durchverhandelte Beteiligungen abgesagt, bei denen wir uns mit den Gründern aber letztlich nicht auf eine vertretbare Bewertung einigen konnten.“

Investmentphilosophie und –kriterien
Das Management lebt das Credo des „entrepreneurial Capital“, das sich im Firmennamen widerspiegelt. Ein klares Bekenntnis geben Patt und seine Kollegen daher zu ihrer Philosophie der „hands-on-Betreuung“ von Beteiligungsunternehmen ab. Neben Kapital bieten sie ihren Portfoliounternehmen qualifiziertes Coaching und unternehmerische Erfahrungen aus erster Hand. Dieser „Value Added“ ist charakteristisch für den Münsteraner Investor. „Wir sehen die Unternehmer als Partner“, erläutert Hölzle den Betreuungsansatz: „Dieser soll sich verstanden fühlen und bei Problemen jederzeit auf uns zukommen können“, so Hölzle weiter. Und sein Kollege Patt ergänzt: „Wenn es mal brennt, dann setzen wir uns ins Auto und lösen die Probleme vor Ort mit den Beteiligungsunternehmen.“
Unternehmen, die ein attraktives Investitionsobjekt darstellen, bieten aus Sicht von eCapital ein klares, nachvollziehbares Businessmodell und eine innovative, möglichst durch Patente geschützte Technologie. Zudem sollte der Kundennutzen klar erkennbar, die Zeit bis zum Markteintritt nicht allzu lang und ein Wettbewerbsvorsprung sichtbar sein. Darüber hinaus fordern die Münsteraner von jungen Unternehmen die Adressierung eines hinreichend großen Wachstumsmarktes, ein skalierbares Geschäftsmodell und erkennbare und plausible Exitmöglichkeiten. Von zentraler Bedeutung ist natürlich die Qualität des Managementteams. Alle wichtigen Kernkompetenzen sollten im Unternehmen vereinigt sein und das Gründerteam muss sich, möglichst durch ein eigenes finanzielles Engagement, klar zum Unternehmen bekennen.
Ihren Dealflow generieren die Münsteraner aus einem langjährig aufgebauten Netzwerk ihrer Gesellschafter. Es besteht eine qualifizierte und belastbare Vernetzung u. a. mit der Industrie, Forschungsinstituten, einem qualifizierten eigenen Unternehmerbeirat aus überdurchschnittlich erfolgreichen Unternehmern, Businessplan-Wettbewerben sowie anderen Venture Capitalisten und Investoren, die eCapital frühzeitigen Zugang zu interessanten Technologien verschaffen. „Die besten Deals kommen meist durch persönliche Empfehlung“, fasst Merten zusammen.

Fazit:
Die Gesellschaft befindet sich auf Wachstumskurs: Die Beteiligung an der Anycom Technologies AG aus Mönchengladbach konnte im Januar 2007 bereits im Entry Standard der Deutschen Börse platziert werden. Darüber hinaus sind mit Novaled Dresden, Comco Dortmund und Lumics Berlin derzeit drei weitere Engagements aus dem zweiten Fonds sowie sieben Unternehmen aus der ersten Fondsgeneration von 1999  „under Management“. Die Zahl der Beteiligungen aus eCapital II soll auf insgesamt 20 ausgebaut werden. Auch befindet sich ein regionaler Seedfonds unter Mitwirkung der NRW.Bank im Closing, in dem bis zu 15 Investments angestrebt werden. Es leuchtet daher ein, dass das Team von aktuell vier Fondsmanagern ausgeweitet werden soll. Für 2007 sucht man mindestens einen Analysten und einen Junior Investmentmanager. Darüber hinaus besteht immer großes Interesse an attraktiven Investmentmöglichkeiten im Frühphasen- und Wachstumsbereich. Auf eine einfache Formel gebracht, sucht eCapital pfiffige Unternehmer, die ihre eigene Unternehmensentwicklung mit unternehmerischen Partnern beschleunigen und ihre Wachstums- und Ertragspotenziale noch besser erschließen wollen.

Marc Kley
redaktion(at)vc-magazin.de

 

 

 


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