Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen
Die Investitionsgröße des Fonds liegt bei Early Stage-Finanzierungen zwischen
500.000 und 2,5 Mio. Euro. In Einzelfällen geht eCapital bei
Wachstumsfinanzierungen auch Engagements bis zu 6 Mio. Euro ein. Investiert
wird in der Regel im Zuge einer Direktbeteiligung sowie durch Darlehen mit/ohne
Wandlungsrechte oder in Form einer typisch stillen Beteiligung, vorzugsweise
als Lead- oder Co-Lead-Investor. Interessante Co-Investments, bei denen
eCapital einen Mehrwert liefern kann, seien aber ebenfalls denkbar, erläutert
Dr. Paul-Josef Patt, Managing Partner der Gesellschaft. Mindestens 40% des von
eCapital insgesamt investierten Kapitals werden in Beteiligungen an
Portfoliogesellschaften mit Sitz in Nordrhein-Westfalen angelegt.
Commitment und Erfahrung
Patt steht dem Unternehmen seit 2003 vor, zuvor war er bereits als Investor bei
eCapital engagiert. Wie das übrige Managementteam, bestehend aus Frank Hölzle,
Thomas Merten und Marcus Ziegler, bringt er breite unternehmerische Erfahrung
sowie einen Track Record als erfolgreicher Investor ein. Das heutige
Managementteam, das gleichzeitig auch mehrheitlicher Gesellschafter der AG ist,
ergänzt sich durch seine unterschiedlichen fachlichen Hintergründe und
Kernkompetenzen und arbeitet seit 2004 in dieser Formation zusammen. Beim
Fundraising für den Fonds eCapital II kam dem Managementteam seine langjährige
Tätigkeit als Unternehmer und Business Angel sowie VC-Investor zu Gute.
Erfolgreiche Investments in diverse VC-Fonds sowie zahlreiche Direktinvestments
stehen genauso zu Buche wie Erfahrung im Beteiligungsmanagement sowie in der
Strukturierung und dem Auflegen von Fonds, mehrfache erfolgreiche Verkäufe von
Anteilen an Beteiligungsunternehmen und lukrative MBO-Deals. „Außerdem hilft es
natürlich bei der Einwerbung von Kapital, wenn das Fondsmanagement, wie in
unserem Fall, selbst mit einem signifikanten Betrag investiert ist“, erklärt
Hölzle.
Zwei-Säulen-Strategie
Gute Erfahrungen bei seiner Investitionspolitik hat eCapital mit der Zwei-Säulen-Strategie
gemacht, die bereits mit Auflegung des zweiten Fonds etabliert wurde und beim
Fundraising ein wichtiges Argument in den Verhandlungen mit den Kapitalgebern
war. Die auf Risikodiversifizierung ausgerichtete Strategie besagt, dass 40%
der investierten Mittel in den Wachstumsbereich fließen und 60% des
Investitionsvolumens in den Frühphasenbereich. Der Frühphasenbereich ist dabei
als Start-up-Phase im Übergang zur Expansionsphase zu verstehen. Für klassische
Seedinvestments schätzt man bei eCapital das Engagement von High-Tech
Gründerfonds, ERP-Startfonds sowie regionaler Seedfonds. Selbst aktiv werden
die Münsteraner in der Regel dann, wenn ein Unternehmen bereits erste Umsätze
erwirtschaftet und Kapital für weiteres Wachstum sucht.
„Wir sind kein Trend-Fonds“, macht Patt klar. Auf den Web 2.0-Zug jedenfalls
will man bei eCapital nur aufspringen, wenn die Rahmendaten des
kapitalsuchenden Unternehmens stimmen. „Ein Investment um jeden Preis, nur weil
die Branche gerade sexy ist, kommt für uns nicht in Frage“, erläutert Merten.
Bereits bei der Begutachtung eines eventuellen Engagements an einem jungen
Unternehmen prüft man in Münster sehr genau, welche Exitmöglichkeiten in Frage
kommen, bevorzugt werden dabei Trade Sale und IPO. Außerdem sollte pro
Investment mindestens ein Multiple von fünf erzielbar sein. Besonders wichtig:
„Der Gewinn liegt im Einkauf“, unterstreicht Patt, dass eine realistische
Einstiegsbewertung, die eine attraktive Wertsteigerung des Investments
ermöglicht, Grundvoraussetzung für ein Engagement von eCapital ist: „Wir haben
auch im letzten Jahr attraktive, durchverhandelte Beteiligungen abgesagt, bei
denen wir uns mit den Gründern aber letztlich nicht auf eine vertretbare
Bewertung einigen konnten.“
Investmentphilosophie und –kriterien
Das Management lebt das Credo des „entrepreneurial Capital“, das sich im
Firmennamen widerspiegelt. Ein klares Bekenntnis geben Patt und seine Kollegen
daher zu ihrer Philosophie der „hands-on-Betreuung“ von Beteiligungsunternehmen
ab. Neben Kapital bieten sie ihren Portfoliounternehmen qualifiziertes Coaching
und unternehmerische Erfahrungen aus erster Hand. Dieser „Value Added“ ist
charakteristisch für den Münsteraner Investor. „Wir sehen die Unternehmer als
Partner“, erläutert Hölzle den Betreuungsansatz: „Dieser soll sich verstanden
fühlen und bei Problemen jederzeit auf uns zukommen können“, so Hölzle weiter.
Und sein Kollege Patt ergänzt: „Wenn es mal brennt, dann setzen wir uns ins
Auto und lösen die Probleme vor Ort mit den Beteiligungsunternehmen.“
Unternehmen, die ein attraktives Investitionsobjekt darstellen, bieten aus
Sicht von eCapital ein klares, nachvollziehbares Businessmodell und eine
innovative, möglichst durch Patente geschützte Technologie. Zudem sollte der
Kundennutzen klar erkennbar, die Zeit bis zum Markteintritt nicht allzu lang
und ein Wettbewerbsvorsprung sichtbar sein. Darüber hinaus fordern die
Münsteraner von jungen Unternehmen die Adressierung eines hinreichend großen
Wachstumsmarktes, ein skalierbares Geschäftsmodell und erkennbare und plausible
Exitmöglichkeiten. Von zentraler Bedeutung ist natürlich die Qualität des
Managementteams. Alle wichtigen Kernkompetenzen sollten im Unternehmen
vereinigt sein und das Gründerteam muss sich, möglichst durch ein eigenes
finanzielles Engagement, klar zum Unternehmen bekennen.
Ihren Dealflow generieren die Münsteraner aus einem langjährig aufgebauten
Netzwerk ihrer Gesellschafter. Es besteht eine qualifizierte und belastbare
Vernetzung u. a. mit der Industrie, Forschungsinstituten, einem qualifizierten
eigenen Unternehmerbeirat aus überdurchschnittlich erfolgreichen Unternehmern,
Businessplan-Wettbewerben sowie anderen Venture Capitalisten und Investoren,
die eCapital frühzeitigen Zugang zu interessanten Technologien verschaffen. „Die
besten Deals kommen meist durch persönliche Empfehlung“, fasst Merten zusammen.
Fazit:
Die Gesellschaft befindet sich auf Wachstumskurs: Die Beteiligung an der Anycom
Technologies AG aus Mönchengladbach konnte im Januar 2007 bereits im Entry
Standard der Deutschen Börse platziert werden. Darüber hinaus sind mit Novaled
Dresden, Comco Dortmund und Lumics Berlin derzeit drei weitere Engagements aus
dem zweiten Fonds sowie sieben Unternehmen aus der ersten Fondsgeneration von
1999 „under Management“. Die Zahl der
Beteiligungen aus eCapital II soll auf insgesamt 20 ausgebaut werden. Auch
befindet sich ein regionaler Seedfonds unter Mitwirkung der NRW.Bank im
Closing, in dem bis zu 15 Investments angestrebt werden. Es leuchtet daher ein,
dass das Team von aktuell vier Fondsmanagern ausgeweitet werden soll. Für 2007
sucht man mindestens einen Analysten und einen Junior Investmentmanager.
Darüber hinaus besteht immer großes Interesse an attraktiven
Investmentmöglichkeiten im Frühphasen- und Wachstumsbereich. Auf eine einfache
Formel gebracht, sucht eCapital pfiffige Unternehmer, die ihre eigene
Unternehmensentwicklung mit unternehmerischen Partnern beschleunigen und ihre
Wachstums- und Ertragspotenziale noch besser erschließen wollen.
Marc Kley
redaktion(at)vc-magazin.de