Buy and Grow =>
Baigo
Die vier Gründer von Baigo Capital, Marcus Bracklo, zuletzt
Leiter Healthcare Investment Banking bei Sal. Oppenheim, sein Kollege Frank
Duffner, Leiter Healthcare M&A bei der Privatbank, Dr. Dariusch Mani, Pharmaunternehmer
und ehemaliger Manager bei Schering, sowie Markus Solibieda, Direktor bei 3i,
erkannten den Gesundheitssektor als Marktlücke im Buyout-Bereich. Auf Basis
dieser Erkenntnis entwickelten sie die Idee eines spezialisierten Private
Equity-Fonds für Investitionen in dieser Branche. Bracklo skizziert die
Überlegungen wie folgt: „2006 gab es europaweit 250 Transaktionen im Healthcare-Bereich,
2007 waren es sogar um die 280. Mit jährlich mehr als 200 Deals mit einem
Transaktionsvolumen von bis zu 200 Mio. Euro entfällt das Gros davon auf den
für uns relevanten Small- und Mid Cap-Bereich. Der Markt ist also ausreichend
attraktiv.“ So gründeten die vier Partner, die bereits seit einigen Jahren
zusammenarbeiten, im Oktober 2007 die Private Equity-Gesellschaft Baigo
Capital. Namensgebend ist der Ginkgo-Baum: Baigo ist chinesisch für die Frucht
des Ginkgo, als botanisch gesehen ältester Baum symbolisiert dieser
Langfristigkeit, gesundes Altern und eine Verbundenheit mit dem Standort
Frankfurt. Die phonetische Ähnlichkeit des Wortes Baigo und des englischen
Begriffs „Buy and Grow“ ist dabei eine durchaus gewollte Konnotation.
Fundraising &
Investitionsstrategie
Als Cornerstone-Investoren beim First Closing haben sich
Sal. Oppenheim und ein namentlich nicht genanntes Family Office engagiert.
Weitere Geldgeber kommen aus verschiedenen Ländern Europas. Insgesamt soll der
erste Baigo-Fonds, der auf Empfehlung der steuerlichen und rechtlichen Berater
als vermögensverwaltende KG aufgelegt wurde, ein Volumen von 200 Mio. Euro
erreichen. Angepeilt werden rund zehn Investments über die nächsten fünf Jahre,
sprich durchschnittlich zwei Beteiligungen pro Jahr. Bisher zeigt sich Bracklo
mit dem Dealflow sehr zufrieden: „Aktuell sehen wir 25 bis 30 Transaktionen pro
Quartal und können uns hieraus die besten aussuchen.“ Noch wurde kein
Kaufvertrag abgeschlossen, die Beteiligungsgesellschaft stehe aber mit mehreren
Unternehmen in intensiven Verhandlungen. So zeigt sich Bracklo zuversichtlich,
das Soll von zwei Neuengagements in diesem Jahr mindestens zu erreichen. Für
Baigo kommen dabei sowohl Mehrheits- als auch Minderheitsbeteiligungen infrage,
wobei letztere insbesondere im Bereich Wachstumskapital denkbar seien.
„Voraussetzung für eine Minderheitsbeteiligung sind ferner angemessene
Regelungen über Governance und Exit“, ergänzt Bracklo. Auch für Konsortien
zeigt sich Baigo offen, sofern Einigkeit über die Strategie für die Entwicklung
des Beteiligungsobjekts erzielt werden kann.
The trend is your
friend
In den USA gibt es auf das Gesundheitswesen spezialisierte
Private Equity-Fonds seit über 20 Jahren. Das Urgestein namens Welsh, Carson,
Anderson & Stowe wurde 1979 gegründet und investiert bereits aus seiner
zehnten Fondsgeneration. In den letzten fünf Jahren sind in den USA über fünf
neue Healthcare-Branchenfonds gegründet worden. In Europa ist Baigo Capital
noch ein Pionier – auch wenn sich Finanzinvestoren ohne Branchenfokus natürlich
auch bisher an Unternehmen aus dem Gesundheitswesen beteiligt haben. Den Trend
zu Branchenfonds für den Gesundheitssektor sehen die vier Fondsmanager nun nach
Europa schwappen und freuen sich darüber, dass sie einen vermeintlich idealen
Gründungszeitpunkt erwischt haben: „Wir sind froh, dass die Korrektur im
M&A-Markt jetzt eingetreten ist und nicht erst in zwei Jahren. So
profitieren wir davon, dass sich die Preise zu Beginn unserer Investmentperiode
normalisieren.“ Zwar will Bracklo nicht ausschließen, dass die
Unternehmensbewertungen zunächst noch weiter zurückgehen. Dies sei aber nicht
tragisch, da der Investitionszeitraum über die nächsten fünf Jahre ausreichend
lang sei, um keinen Handlungsdruck aufkommen zu lassen. Im Hinblick auf das
noch laufende Fundraising zeigt sich Bracklo ebenfalls optimistisch: „Es gibt
weiterhin ausreichend Kapital, das nach interessanten Anlagen sucht. Als
Managementteam, das eine differenzierte Strategie fährt, profitieren wir davon.
Schließlich wird insbesondere der Gesundheitssektor als ein klarer
Wachstumsmarkt gesehen. Und wir konnten die Investoren überzeugen, dass wir als
Team die richtige Mischung an Expertise im Dealsourcing, an Exekutionserfahrung
und operativem Know-how mitbringen.“
Ausblick
Eine Zielrendite möchte das Baigo-Team nicht
veröffentlichen, sie liege aber im branchenüblichen Maßstab. Klare
Vorstellungen gibt es bezüglich der regionalen Investitionsschwerpunkte, die in
Deutschland, der Schweiz, Skandinavien und Frankreich liegen sollen.
Insbesondere bei der Erschließung der ausländischen Märkte soll das Advisory
Board eine wichtige Rolle einnehmen, das mit Experten aus verschiedenen
Regionen und Fachrichtungen besetzt werden konnte: Der Engländer David
Ebsworth kennt sich in der Pharmaindustrie aus, der Finne Ollii Rikkala stammt
aus der Medizintechnik und der Franzose Antoine Flochel bringt Expertise aus
der Pharmabranche und dem Gesundheitswesen mit. Zur besseren Abdeckung auch
der übrigen Regionen Europas sollen sowohl das Investmentteam als auch das
Advisory Board in den nächsten Jahren ausgebaut werden.
andreas.uhde (at) vc-magazin.de
Investitionsschwerpunkte
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Phase: Wachstumskapital/Buyouts
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Unternehmenswert: 40 bis 200 Mio. Euro
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Branche: Gesundheitswesen
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Region: Europa
Steckbrief Baigo
Capital GmbH
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Standort: Frankfurt am Main
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Gründungsjahr: 2007
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Gesellschafter/Investment Professionals: Marcus Bracklo, Frank Duffner,
Dr. Dariusch Mani, Markus Solibieda
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Anzahl der aktuellen Beteiligungen: (noch) 0
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Derzeit verwaltetes Kapital: 100 Mio. Euro