Das Unternehmen
gewinnt an Reputation, wenn es von sich behaupten kann, dass bei ihm Siemens,
Intel, SAP oder sonst wer beteiligt ist. Auch der Zugang zur Muttergesellschaft
des Corporate Venture Capitalisten als Kundin oder Vertriebspartnerin kann von
großem Vorteil sein. Außerdem können sich noch verschiedene andere
Kooperationsmöglichkeiten ergeben.
Der Start-up-Unternehmer sollte aber nicht vergessen, dass den unbestrittenen
Vorteilen auch einige doch sehr schwerwiegende Nachteile gegenüberstehen. Erstens
besteht wie in jedem Großunternehmen zwischen Abteilungen, die nicht direkt
immer miteinander zu tun haben, eine Kluft, die dazu führen kann, dass der
Start-up-Unternehmer sehr wenig von den positiven Segnungen seines starken
Partners mitbekommt. Es kann ihm auch passieren, dass sein Unternehmen von
Wettbewerbern seines Financiers wegen der Beteiligung des Konkurrenten als
Lieferant nicht berücksichtigt wird.
Ein weiterer Pferdefuß wird bei der häufigsten Variante des Exits – dem Trade
Sale, also der Veräußerung an einen strategischen Verkäufer – offenbar. Der
Corporate Investor hat schon einen Fuß in der Tür, der den Verkauf des
Unternehmens an interessierte Käufer wesentlich erschweren oder sogar
verhindern kann. Jeder Kapital suchende Unternehmer muss für sich die Vor- und
Nachteile abwägen. Aber nicht nur bei technologieorientierten Start-ups ist es
schwierig, den „idealen“ Partner zu finden.
Zum Autor
Falk F. Strascheg ist als Gründer der Technologieholding und der EXTOREL Private
Equity Advisers GmbH sowie als ehemaliger Präsident der European Venture
Capital Association (EVCA) einer der bekanntesten Venture Capitalisten
Deutschlands.