Frei nach
dem Motto „Was lange währt, wird endlich gut!“ geistert das Thema Location
Based Services (LBS) schon seit vielen Jahren in unseren Köpfen und in den
Businessplänen von Start-up-Unternehmen herum. Wenn ich mich recht erinnere,
dann sollten diese standortbezogenen Dienste ungefähr seit 1997 unser tägliches
Leben beeinflussen und uns überall, wo wir uns aufhalten, mit selektiven
Informationen versorgen. Nun – die Zeit ist gekommen. Mittlerweile gibt es
genügend mobile Endgeräte mit eingebautem GPS, der Verbraucher beginnt, den
Wert für sich zu erkennen, und die Netzwerkoperatoren unterstützen das
Geotargeting.
Ich bin davon überzeugt, dass wir alle in Zukunft diese Art von Services mehr
und mehr nutzen werden. Betrachten wir nur die Entwicklungen rund um Foursquare
und all die anderen Applikationen, die es heute schon massenhaft für das iPhone
und andere mobile Endgeräte wie Android-Plattformen gibt. Hier ist LBS das
zentrale Thema.
Noch allerdings wird an der Monetarisierung dieser Angebote hart gearbeitet.
Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Anzahl der Check-ins an einem
bestimmten Ort dazu führen wird, mit einem entsprechenden Rabatt oder gar ganz
kostenlos ein Produkt oder eine Dienstleistung zu „ergattern“. Und sobald die
kritische Masse an Nutzern erreicht ist, werden auch die Angebote steigen, und
die Monetarisierung setzt ein. Wir alle warten doch nur darauf, in unserem
beliebten Coffeeshop ein Freigetränk zu erhalten, wenn wir derjenige sind, der
in dieser Woche am häufigsten an diesem Ort eingecheckt hat – oder? Und wenn
ich eh schon als Dauergast dort bekannt bin, dann nehme ich den Vorteil, der
mir durch die LBS-Applikationen angeboten wird, doch gern mit und spare dabei
auch noch.
Letztendlich sind es dann die Gewerbetreibenden selbst, die mit vermehrtem
Angebot ihren eigenen Umsatz steigern können und neben dem Dauergast neue
Kunden gewinnen werden. Dabei kommt es natürlich auf die Kreativität des
Handels an, in einem wachsenden Wettbewerb die jeweils beste Kundenansprache zu
wählen und den zahlenden Kunden durch die eigene Ladentür zu bekommen. Und
genau deshalb bleibe ich meiner Gewohnheit treu und checke bereits heute
überall dort ein, wo ich morgen einen Vorteil dadurch erwarte.
Zum Autor
Paul Jozefak ist Managing Partner bei Neuhaus Partners mit Sitz in Hamburg. Die
Venture Capital-Gesellschaft investiert schwerpunktmäßig in Unternehmen aus den
Bereichen Medien, Internet und Telekommunikation.