Gründerinnen
haben es besonders schwer
Der Global Entrepreneurship Monitor 2006, der im März 2007 veröffentlicht
wurde und von einem internationalen Forschungskonsortium in über 40 Ländern
erstellt wird, bescheinigt Deutschland eine vorbildliche öffentliche
Förderinfrastruktur. Wie die Grafik auf S. 12 verdeutlicht, treffen Gründer
darüber hinaus allerdings auf eher widrige Rahmenbedingungen. Von 15
verglichenen Industriestaaten belegt Deutschland alles in allem den 12. Rang,
weltweit reicht es für Platz 16 der analysierten Volkswirtschaften. Damit steht
Deutschland zwar vor Spanien und Malaysia, aber hinter Ländern wie Griechenland
und Indonesien – der bevölkerungsstärkste Staat Südostasiens konnte vor allem
in den Kategorien niedrige Markteintrittsbarrieren und gründungsbezogene
Ausbildung punkten. Auf den Rängen 1 bis 3 liegen die USA, Singapur und die
Vereinigten Arabischen Emirate, Österreich und die Schweiz wurden bisher nicht
in die Studie einbezogen.
Somit
erscheint die Lage in Deutschland insgesamt verbesserungswürdig, besonders
schlecht sieht es jedoch bei der Unterstützung für Gründungen von Frauen aus:
Hier rangiert die Bundesrepublik an vorletzter Stelle aller verglichenen
Länder, nur Ungarn liegt noch dahinter. „Frauen gründen in Deutschland seltener
als Männer – und seltener als Frauen in anderen Ländern“, so ein Ergebnis des
Global Entrepreneurship Monitors. Als Gründe für diese Beobachtung werden vor
allem Schwächen in der sozialen Infrastruktur genannt, beispielsweise bei der
Ganztagsbetreuung von Kindern. Aus diesem gesellschaftlichen Defizit
resultieren statistisch signifikant ungünstigere Werte bei den Variablen „Angst
vor dem Scheitern als Gründungshemmnis“ und „Beurteilung der Gründungschancen“.
Auch die eigenen Gründungsfähigkeiten werden von den befragten Frauen in
Deutschland außergewöhnlich gering eingeschätzt.
Bundesweit
& branchenübergreifend
Um speziell innovative Jungunternehmerinnen sowie
Existenzgründerinnen zu fördern, hat der Kaffee-Unternehmer Albert Darboven
1997 den Idee-Förderpreis ins Leben gerufen. Dieser feiert im laufenden Jahr
sein zehnjähriges Jubiläum, richtet sich ausschließlich an Frauen und ist mit
75.000 Euro dotiert. Zu den bisherigen Gewinnerinnen gehören u. a. Dr. med.
Marita Stein-Konertz, Geschäftsführerin des Berliner Biotech-Unternehmens
AutoTissue, und Birgit Mayer, Geschäftsführerin des Chemnitzer Herstellers von
Leichtbauteilen WF Wabenfabrik. Der nächste Bewerbungsschluss ist der 31. Juli
2007.
Zu den lukrativsten Businessplan-Wettbewerben in
Kontinentaleuropa gehört Enable2start, den die Financial Times Deutschland
(FTD) gemeinsam mit weiteren Sponsoren jüngst gestartet hat. Bis zum 30. Juni
2007 können sich Gründer beiderlei Geschlechts bewerben und erhalten so die
Chance auf einen Startzuschuss in Höhe von 50.000 Euro. Der Clou: Dieser wird
gleich fünf Mal vergeben, zusätzlich werden die prämierten Start-ups 15 Monate
von der FTD redaktionell begleitet.
Mit 75.000
Euro in Barpreisen und 35.000 Euro in Form von Sachleistungen ist der
branchenübergreifende Start2grow-Gründungswettbewerb für alle Branchen nur
geringfügig niedriger dotiert als die gleichnamigen Ausschreibungen eigens für
Mikrotechnik- bzw. IT-Start-ups (siehe Tabelle auf S. 10-11). Wie für die
beiden branchenspezifischen Wettbewerbe gilt aber auch hier: Nur wer seine
Geschäftsidee in Dortmund umsetzt, erhält das volle Preisgeld.