23.11.07

Kolumne von Falk Strascheg (Ausgabe 12/2007)

Social Entrepreneurship schwieriger als gedacht

Normalerweise werden Managementgesellschaften von Venture Capital-Fonds nach der erreichten Verzinsung des eingesetzten Kapitals oder nach dem Multiplikator der Kapitalvermehrung beurteilt. Dies ist solange sinnvoll, wie das Hauptziel der Investitionen die Erzielung hoher Renditen ist. Bei sogenannten Social Venture Capital Funds will man vordergründig Unternehmer mit sozialen oder ökologischen Unternehmenszielen finanzieren, ohne sich gleichzeitig auf die optimale Verzinsung des eingesetzten Vermögens zu konzentrieren.

Mitte November hat der bislang einzige deutsche Social Venture Capital Fund, die Münchner BonVenture, im Dialogmuseum in Frankfurt seine erste Veranstaltung unter Einbeziehung von Investoren, Sozial-Entrepreneuren und Interessenten durchgeführt. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die verschiedenen Investitionen vorgestellt.

Dabei zeigte es sich, dass nur ein kleines Segment von Investments für einen Social Venture Capital Fund in Frage kommt. Auf der einen Seite gibt es viele wichtige soziale Aufgaben, die trotz Finanzierung bei einer Umsetzung als Unternehmen nicht lebensfähig wären. Dies sind eindeutig Fälle, die durch eine gemeinnützige Spendenorganisation besser zu lösen wären als durch Venture Funds. Auf der anderen Seite gibt es die Fälle, die durch eine zu geringe soziale Komponente oder zu intensive Gewinnorientierung nicht in den Investitionsfokus des Fonds fallen.

So gibt es leider nur wenige Social Entrepreneure, die in diesen schmalen Korridor passen, um durch einen Social Venture Capital Fund finanziert zu werden.



< Kolumne von Falk Strascheg (Ausgabe 11/2007)