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VentureCapital Infrastruktur 2017

Investieren in Infrastruktur Massing: Bei den Gebühren gibt es für die Investoren positive Nachrichten. In der Vergangenheit wurden auf Zielfonds- ebene Gebühren von 1,5% bis 1,75% berechnet. Diese sind aufgrund des allgemeinen Zinsumfeldes im Marktschnitt auf 1,25% bis 1,5% gesunken. VC Magazin: Wie hat sich die Performance der Anlageklasse Infrastruktur in den letzten Jahren entwickelt? Hantke: Über die letzten Jahre haben wir eine sehr gute Per- formance bei den Infrastrukturfonds in unserem Portfolio gesehen. Dies hängt sicherlich auch mit dem Marktumfeld zusammen. Die Fonds der frühen Vintage-Jahre mit reifen Portfolios haben begonnen, ihre Assets zu verkaufen. Am Markt werden für diese gut laufenden Infrastrukturanlagen sehr gute Preise bezahlt. Dies hat zu einem starken Auf- wärtstrend bei der Performance geführt. Auch über längere Zeiträume hinweg beobachten wir, dass viele Infrastruktur- fonds die angestrebte Zielrendite erreichen konnten oder teilweise sogar übertroffen haben. Massing: Das niedrige Zinsniveau bedeutet nicht, dass die Kupons mittelfristig unbedingt niedrig sein sollten. Bei der Assetklasse Infrastruktur haben die meisten darunterlie- genden Nutzungsverträge einen Inflationsschutz. Wenn die Inflation anspringen sollte, sorgt dies für einen Anstieg der Nutzungsgebühren und wirkt sich mittelfristig positiv auf die Ausschüttungen für die Investoren aus. VC Magazin: Wie haben sich Deal-Anzahl und -Volumen bei den Infrastruktur-Transaktionen in den letzten Jahren ent- wickelt? Hantke: Die Transaktionen und auch die Transaktions volu- mina haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Nach der Finanzkrise hat es deutlich länger gedauert, bis die Fonds das Kapital abgerufen haben. In den letzten zwei bis drei Jahren beobachten wir eine sehr hohe Abruf- geschwindigkeit. Es ist erstaunlich, wie schnell die Fonds das Kapital in den letzten Jahren bei gleichzeitig sehr guter Performance zum Arbeiten gebracht haben. Derzeit ist die Nachfrage bei Transport-Assets sehr stark, da diese von der gut laufenden Konjunktur und dem gestiegenen Han- delsvolumen und Flugverkehrsaufkommen profitieren. Im Bereich Energie haben verschiedene Fonds die hohe Vola- tilität bei den Energiepreisen für Öl und Gas genutzt, um Energieanlagen zu günstigen Einstiegspreisen zu erwerben. Diese wurden teilweise auch auf Preferred Equity-Basis strukturiert. VC Magazin: Was sind Ihrer Einschätzung nach die wichtigs- ten Faktoren bei der Auswahl von Infrastrukturinvestments? Massing: Der Fokus liegt ganz klar auf etablierten Partnern, die einen guten Track Record vorweisen können und bereits die zweite, dritte oder vierte Fondsgeneration auflegen. Vor einigen Jahren gab es weltweit rund 450 Fonds, heute sind es sicherlich 500. In die engere Auswahl für institutionelle Investoren kommen aufgrund des gesuchten Anlage- und Risiko profils vielleicht zwischen 100 und 130. Deshalb müs- sen wir uns auch für Newcomer Funds öffnen, die meist Spin- offs von etablierten Fonds sind, und steigen bei diesen First- time Funds erst einmal mit kleineren Volumina ein. Hantke: Auch für uns ist beim Underwriting und Sourcing der Track Record der entscheidende Faktor. Das Investment- team sollte ein gutes Netzwerk haben und komplexe Trans- aktionen durchführen können. Wir sehen uns auch das Asset Management-Team und deren Ansatz an und legen gro- ßen Wert auf operative Industrieerfahrung. Sehr wichtig sind auch politische und regulatorische Erfahrung bei der Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand sowie Environ- mental-, Social- und Corporate Governance-Kriterien. VC Magazin: Welche Trends beobachten Sie derzeit im Markt? Hantke: Die Anzahl der Fonds wird sicherlich weiter zuneh- men. Wir werden künftig noch mehr Core- und Core Plus- Fonds mit längeren Laufzeiten sehen oder Roll-Over-Fonds. In den letzten Jahren sind auch einige neue Anbieter auf den Markt gekommen, die sich auf kleinere und mittlere Infra- strukturtransaktionen spezialisiert haben. In den USA wird sich der Infrastrukturmarkt weiterentwickeln und wir werden mehr Privatisierungen und private Beteiligungen an der Erneuerung der Infrastruktur sehen. Ebenso werden sich in Osteuropa und in den Emerging Markets neue Anlage- möglichkeiten entwickeln. Massing: Wenn man sich die Investorennachfrage ansieht, liegt der Fokus aber nach wie vor auf den etablierten Volks- wirtschaften in Europa und Nordamerika sowie Australien und langlaufenden, stabilen Dividendenausschüttungen. Wir stellen auch fest, dass die Fonds immer kompliziertere Transaktionen z.B. mit Carve-out-Strukturen durchführen, um eine aktive Wertschöpfung bei den einzelnen Assets erzie len zu können. Aus meiner Sicht wird es eine weitere Spezialisierung der Fonds und der Teams geben, da die Transaktionen immer komplexer werden und spezifisches Know-how erfordern. Auch ist zu beobachten, dass die Ziel- fonds von Einzeltransaktionen zu Plattformstrategien über- gehen und versuchen, über mehrere Fondsgenerationen hinweg im Rahmen einer Buy and Build-Strategie die Wert- schöpfung zu erhöhen. Der Plattformgedanke wird weiter ausgebaut werden und die Assets künftig durch eine strate- gische Positionierung oder durch Zukäufe weiterent wickelt. Buy and Hold reicht nicht mehr aus, der Trend geht zu Buy and Build – hier sehen wir einen ähnlichen Prozess wie im Private Equity-Bereich. VC Magazin: Herr Massing, Herr Hantke, vielen Dank für das Interview! [email protected] 14 Special „Investieren in Infrastruktur 2017“

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