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VentureCapital Infrastruktur 2017

zend in Verbindung mit Minderheitsbeteiligungen oder feh- lenden Kontrollpositionen im Portfoliounternehmen. Des Weiteren wurde auch das unterschätzte Nachfragerisiko als ein Grund für „Performance unter den Erwartungen“ ge- nannt. Die Fondsmanager, mittlerweile sind weltweit rund 350 Manager am Markt, haben überwiegend auf die vorab genannten Punkte entsprechend reagiert – interne Exper- tise wurde aufgebaut, der Dialog mit Regulierungsbehörden wurde proaktiv gesucht und wirksame interne Risikopro- zesse wurden implementiert. Fazit Wenngleich die Herausforderungen steigen (Preisniveau, Konkurrenz, Capital Inflow, regulatorisches Risiko), die wachsende Reife und das wachsende Interesse an der Anlage klasse Infrastruktur sind gleichermaßen die bedeu- tendsten Veränderungen in der Industrie. Infrastruktur hat sich etabliert. Getrieben wird die Anlageklasse weiterhin durch den hohen Bedarf an privatem Kapital zur Finan- zierung neuer bzw. an der Modernisierung maroder Infrastruk- tur sowie der Suche nach stabilen Erträgen von institutio- nellem Kapital. Das Investitionsumfeld bleibt grundsätzlich attraktiv – Diversifizierung ist ein Muss. Die aktuellen Ziel- renditen liegen trotz Preisdruck weiter in einer für Investo- ren attraktiven Bandbreite. Uwe Fleischhauer (li.) ist Gründungspartner und Mitglied des Vor- stands der Yielco In- vestments AG und Head of Infrastructure. Dieter Weiss ist seit 2016 Mitglied des Vorstands der Yielco In vestments AG und Co-Head of Infrastructure. Nachgefragt bei Uwe Fleischhauer und Dieter Weiss, Yielco Investments VC Magazin: Fonds, Co - oder Direktinvestments: Wie gehen institutio nelle Investoren das Thema Infrastruktur aktuell bevorzugt an? Fleischhauer: Fondsinvestitionen – direkt oder über Dach- fondsansätze – sind weiterhin der bevorzugte Weg für die Mehrheit der Infrastrukturinvestoren. So manche Investo- ren schätzen aber auch zunehmend die Option für Co- und Direktinvestments, wobei viele Investoren z.B. die Gremien- läufe, die interne Expertise wie auch die Ressourcen für die fortlaufende Betreuung – Stichwort „Asset Management“ – nur unzureichend etabliert haben. So ist laut Preqin der Anteil der Investoren, die Direktinvestitionen als Teil ihres Portfolios planen, derzeit wohl auch rückläufig. Von hoher Bedeutung ist unseres Erachtens, insbesondere im aktuellen Marktumfeld mit steigenden Herausforderungen, die konse- quente Diversifizierung – über Vintage Years, Strategien, Reifegrad etc. –, um jegliche Art von Klumpenrisiken in die- ser Anlageklasse zu vermeiden. VC Magazin: Wie bewerten Sie das momentane Preisniveau im Infrastruktursektor? Weiss: Das Preisniveau ist auch im Infrastruktursektor stei- gend, wie allgemein in den „Private Markets“ zu beobachten ist. Lagen laut unseren eigenen Analysen durchschnittliche Infrastruktur Entry Multiples 2010 noch bei unter 10x EBITDA, haben diese sich bis zum Jahr 2016 auf gut 14x erhöht. Hohe Einstiegspreise bergen naturgemäß die Gefahr, die Renditen der Investoren zu schmälern – insofern muss im Einzelfall analysiert werden, ob und in welchem Maße ein hoher Multiple gerechtfertigt ist. Der Fokus sollte daher auf Fonds- manager mit proprietären Transaktionen im Small- und Mid Market gelegt werden. Insgesamt weist die Assetklasse Infra- struktur ein attraktives Rendite-Risikoprofil auf und bleibt daher als Portfoliobaustein interessant für Investoren – auch dank früher und laufender Ausschüttungen. VC Magazin: Welche Rolle spielt das Segment Infrastructure Debt im Anlagemix deutscher Investoren? Fleischhauer: Es ist grundsätzlich auch ein steigendes Inte resse seitens (lokaler) institutioneller Investoren an der Anlage- klasse Infrastructure Debt zu beobachten. Dabei werden In- vestitionen eher direkt, hauptsächlich im Rahmen der beste- henden Infrastrukturallokation ausgeführt – teils auch aus dem Bereich Corporate Private Debt heraus. Der prognos- tizierte Rückzug der Banken aus der Fremdkapital finanzie- rung für Infrastrukturprojekte hat sich aber nicht einge- stellt. Insofern ist es für Fondsprodukte, insbesondere im Bereich Senior Debt, sehr schwer, Fuß im Markt zu fassen. VC Magazin: Im jüngsten Global Infrastructure Investment Index von Arcadis rangiert Deutschland auf Platz 13. Was macht die Bundesrepublik für Investoren so interessant? Weiss: Wie man in der aktuellen Arcadis Studie deutlich er- kennt, ist Deutschland ein attraktiver Investitionsstandort. Dies ist vor allem auf das gute Zusammenspiel der fünf Hauptmerkmale zurückzuführen – wirtschaftliches, geschäft- liches und finanzielles Umfeld sowie Infrastruktur und Inves- titionsrisiko. Besonders gut wird dabei die Sicherheit der Inves titionsrenditen durch niedriges politisches Risiko und hoher Investorenschutz bewertet. Zudem verfügt die Bun- desrepublik über eine attraktive Deal Pipeline. Final profi- tiert auch Deutschland von dem im Juni 2015 gestarteten „Juncker-Plan“, der den Ausbau von Infrastrukturprojekten fördern soll. Special „Investieren in Infrastruktur 2017“ 17

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