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VC-Standorte-Regionen-2017

Schwerin und Finanzierungsprogramme für Existenzgründer von der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft des Lan- des.“ Beispiele für erfolgreiche Gründungen sind Advocado, eine Online-Rechtsberatung in Echtzeit, und das Unternehmen Coldplasmatech, eine Ausgründung des Leibnitz-Instituts für Plasmaforschung und -technologie. Die Greifswalder stellen ein Pflaster her, das mit elektrisch aufgeladenem Gas Wunden heilt. 1,75 Mio. EUR konnten sie bereits von Investoren einsammeln. Darunter sind die Venture Capital-Geber CreoVis und eine Schweizer Unternehmensgruppe. Und nicht nur Greifswald hat viel Potenzial: Auch in Stralsund, Rostock und Wismar stehen Top-Ideengeber in den Startlöchern. Sie alle treffen sich auf dem MVpreneur Day einmal im Jahr in Rostock. Solides Hamburg Medizintechnik, Life Sciences, Medien, Logistik und Gaming sind hanseatische Schwerpunkte und attraktive Wachstums- branchen aus Sicht von Investoren. Wichtiger Partner von Ven- ture Capital-Gesellschaften, die sich in Hamburg engagieren, ist der Innovationsstarter Fonds Hamburg der städtischen Investi- tions- und Förderbank (IFB). Er wird von der IFB Innovations- starter GmbH gemanagt, einer Tochter der IFB. Der Innovations- starter Fonds geht offene Beteiligungen ein, die um Nachrang- darlehen ergänzt werden können. Pro Finanzierungsrunde kön- nen bis zu 600.000 EUR investiert werden. Insgesamt gibt es bis zu 1 Mio. EUR pro Start-up. Der Fonds wurde im vergangenen Jahr bereits in zweiter Generation aufgelegt. Davon profitiert hat zum Beispiel der junge Messgeräteentwickler bentekk, der Benzol- werte in der Luft feststellen und damit in Produktionshallen Leben retten kann. Die IFB Innovationsstarter hat das Unterneh- men, das in den Räumen der TU-Harburg 2014 gestartet ist, von Anfang an begleitet. „Das bedeutet nicht nur Geld“, erklärt Johannes Weber, Mitgründer von bentekk. Er lobt die professionelle, unterstützende Beratung der Mitarbeiter, die mit ihrem großen Netzwerk immer wieder neue Türen öffnen. Das Programm InnoRampUp der IFB Innovationsstarter förderte das Unterneh- men mit 130.000 EUR. Im vergangenen Jahr beteiligte sich der Innovationsstarter Fonds. Johannes Weber, bentekk Stadt, Wirtschaft und Start-ups gehen Hand in Hand Zu den etablierten Venture Capital-Gesellschaften an der Elbe gehörten Neuhaus Partners, die insgesamt 59 Start-ups gefördert haben, 27 davon waren Hamburger. Heute haben sie an der Elbe noch zwei aktive Beteiligungen: das Online-Übersetzungsbüro tolingo und den Spezialisten für Editorial Marketing, testroom. Partner Matthias Grychta: „Hamburg ist zwar nicht so extrem wie Berlin, aber dafür fundierter.“ Er wünscht sich vom Hambur- ger Senat, dass bald der angekündigte Innovations-Wachstums- fonds mit einem Volumen von 100 Mio. EUR gestartet wird. Die Konkurrenz an der Spree fürchtet er nicht, Hamburg sei zum Bei- spiel in der Logistikbranche unangefochtener Spitzenreiter. Zu Matthias Grychta, Neuhaus Partners den Beschleu nigern aus der Wirtschaft zählt der Next Media Accelerator. Er gibt bis zu 50.000 EUR Beteiligungskapital für 3% bis 10% Anteile und geht bereits in die zweite Runde. Investoren sind unter ande- ren Axel Springer Digital Ventures, dpa und Die Zeit Verlagsgruppe. Noch diesen Som- mer sollen die ersten fünf Schützlinge im neuen Next Commerce Accelerator von der HSH Nordbank, der HASPA und der Stadt Hamburg aufgenommen werden. Auch die tolingo-Geschäftsführer John Waack und Jens Völkel loben die hanseatische Start-up-Kultur. Völkel: „Die Szene ist gut vernetzt. Stadt, Banken und Unternehmen arbeiten Hand in Hand und haben Start-ups als wichtigen Wirtschafts- faktor erkannt.“ Vorteil für das Unternehmen: In der Medien- stadt Hamburg ist die Nachfrage nach Übersetzungen groß. Tolingo ist mittler- weile erwachsen: Zehn Jahre nach der Gründung beschäftigt die Übersetzungs- agentur 60 Mitarbeiter, kooperiert mit 6.000 Übersetzern weltweit und bietet 220 Sprachkombinationen. Waack: „Wir wollen weiter wachsen.“ Dafür braucht er gut aus- gebildete neue Mitarbeiter auch aus dem Ausland. Kein Problem für Waack: „Ham- burg hat eine enorme Anziehungskraft.“ John Waack, tolingo Niedersachsen ist produktiv Hannover, Braunschweig und Oldenburg sind die niedersächsi- schen Städte, in denen sich Gründer und Investoren treffen. Erstmals führte das hannoversche t3n-Magazin die Region im aktuellen Start-up Monitor ins Feld. Dem- nach sind mehr als 10% aller deutschen Start-ups hier angesiedelt. Autoren des Monitors sind die Initiative Gründerimpuls, die Wirtschaftsfördergesellschaft hannover- impuls und das Entrepreneurship Center Braunschweig-Wolfenbüttel. Adolf Kopp, Geschäftsführer von hannoverimpuls: „Ste- ckenpferde in Niedersachsen sind Energie und Mobilität, digitale Wirtschaft und Produktionstechnik, Kreativwirtschaft und Multimedia, Life Sciences und Medizintech- nik.“ NSeed heißt ein Förderpaket des niedersächsischen Wirt- schaftsministeriums. Für rund 20 Start-ups stehen 4 Mio. EUR bereit. Adolf Kopp, hannoverimpuls Fazit Der Norden rockt und ist vielfältig – mit Kreativität und Unter- nehmergeist. Die Ernte dürfte auch in diesem Jahr für Wagnis- kapitalgeber sehr gut ausfallen. Anja Steinbuch redaktion@vc-magazin.de VentureCapital Magazin | Standorte & Regionen 2017 21

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