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VC-Standorte-Regionen-2017

war es einer der größten Venture Capital-fi nanzierten Exits der letzten Jahre in Deutschland. Beide kamen aus dem „Silicon Saxony“, aus dem Forschungsbereich organische Elektronik, die einen Schwerpunkt der Mikroelektronik in Sachsen darstellt. „Um solche Highlight-Unternehmen hervorzubringen, braucht es viel Kapital“, sagt Schuster. „Aber jenseits der Seed- und Start-up-Programme, jenseits Beträgen von 10 Mio. EUR, wird es schwierig. Die Wahrnehmung bei international großen Venture Capital-Gebern ist hier nicht so gegeben wie in München oder Berlin.“ Fördermittel vom Land und von der EU Die bmp Ventures AG mit Sitz in Berlin und Magdeburg managt etliche öffentlich-regionale Fonds in Ostdeutschland, u.a. in Sachsen-Anhalt (vier Fonds der IBG Sachsen-Anhalt; der neueste davon – seit Anfang 2017 – mit 50 Mio. EUR Fondsvolumen). Die IBG-Fonds sind durch Mittel des Landes Sachsen-Anhalt und der EU-(EFRE-)fi nanzierte Venture Capital- Fonds. „Die regionalen öffentlichen Venture Capital-Fonds bieten Start-ups sehr vorteil- hafte Konditionen“, erklärt Dr. Jan Alberti, Managing Partner bei bmp, von deren ins- gesamt etwa 60 Portfoliounternehmen rund 40 in Sachsen-Anhalt und 18 in Bran- denburg ihren Sitz haben. Hinzu kommen die überregionalen Kapitalgeber HTGF und KfW. „Es gibt viele qualitativ gute Universi- täten sowie zahlreiche außeruniversitäre Institute, die gut ausgebildete Wissen- schaftler hervorbringen und ein gutes Gründungsumfeld mit umfangreicher Unterstützung bieten“, so Alberti. Andererseits gebe es noch viel Nachholbedarf, weil zu wenige unternehmerisch erfahrene Gründer, Privatinvestoren (Business Angels) und private Beteiligungsfonds in Ostdeutsch- land aktiv seien. Dr. Jan Alberti, bmp Zahlreiche innovative Vorbildfi rmen Als Leuchtturmunternehmen sieht Alberti z.B. in Sachsen- Anhalt die börsengelistete Probiodrug, ein Spin-off aus einer Forschungsinstitution; des Weiteren die B2B-Handelsplattform Mercateo sowie die Firma Oxid eSales, einen Software-Anbieter für den E-Commerce. Ebenfalls aus Sachsen-Anhalt kommen Tesvolt (Energiespeichersysteme) und UniNow (größter App- Anbieter für Studenten), in die bmp kürzlich investiert hat. Ein m o c . e b o d a . k c o t s – I Y E N N K _ N A R B © I : o t o F schönes Leuchtturmprojekt ist der an der Universität Halle angegliederte Weinberg-Campus, der größte Technologiepark in Mitteldeutschland mit einem Schwerpunkt auf Life Sciences und IT. Hier gibt es für Gründer insbesondere Räumlichkeiten für Labore, Büros etc. Ebenfalls in Halle angesiedelt ist Univations. In Dresden bietet die Innovationsplattform futureSAX Unterstüt- zung, und in Leipzig ist es der SpinLab Accelerator, der auch von privaten Sponsoren gefördert wird. „Die Region Leipzig/Halle ist in Mitteldeutschland führend, was die Start-up-Förderung an- geht, sie ist sozusagen der kleine Bruder von Berlin“, sagt Alberti. „Viele Fördermöglichkeiten, zudem die im Vergleich zu anderen Ballungsräumen niedrigen Lebenshaltungskosten, bie- ten einen Vorteil für diejenigen, die sich hier ansiedeln, bzw. für Fachkräfte, die hier arbeiten wollen.“ Neu in der bmp-Planung sei aktuell ein Kleininvestmentprogramm, mit dem Investments in der Größenordnung von ca. 250.000 EUR pro Unternehmen abgedeckt werden sollen, während bislang die Investments meist bei ca. 1 Mio. EUR und in Folgerunden bei 2 Mio. EUR bis 3 Mio. EUR liegen. Ilmenau, Erfurt), Fachhochschulen und Hochschulgründernetzwerk Thüringen In Thüringen sehr gründungsaktiv sind Standorte rund um die wissenschaftlichen Einrichtungen wie die Universitäten (Jena, Weimar, Institute verschiedener Gesellschaften (Fraunhofer, Max-Planck usw.). Zahlreiche Unterstützungsangebote insbesondere für innovative Unternehmensgründungen seitens der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen, des Hochschulgründer- netzwerks oder des Thüringer Zentrums für Existenzgründun- gen und Unternehmertum befördern die Gründungen. „In der Region Jena zeigt sich eine Konzentration auf Life Sciences- Gründungen und Optik/Elektronik, während z.B. in Erfurt ein Zu- wachs an Medienunternehmen deutlich wird“, so Karin Rabe, Investmentmanagerin der bm-t Beteiligungsmanagement Thüringen. Beispielunternehmen sind Infl aRx, Jenetric und CrowdArchitects. Hervorzuheben sei aktuell eine private Initiative erfolgreicher Unternehmer, die in Thüringen einen Acce- lerator gegründet haben, dessen Angebote in Kürze den Gründern zur Verfügung ste- hen würden. „Auch das etablierte Thürin- ger Gründerfrühstück und die Branchen- Cluster wie medways, OptoNet etc. unter- stützen die Vernetzung der Akteure und schaffen Synergien“, so Rabe. Und: „Mit den zusätzlich seit Ende 2015 bei der bm-t gemanagten Fonds mit einem Gesamtvolumen von rund 60 Mio. EUR lassen sich viele Start-ups und gründungsnahe Wachstumsunternehmen ausreichend fi nanzieren.“ Karin Rabe, bm-t Fazit Die vielen Universitäten und Forschungseinrichtungen sind ein großes Plus in den neuen Bundesländern. Die Seed-Phase ist gut (öffentlich) fi nanziert, aber das große private Kapital ist noch rar. Der Trend insgesamt zeigt dennoch klar aufwärts. Bernd Frank redaktion@vc-magazin.de VentureCapital Magazin | Standorte & Regionen 2017 33

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