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VC-Standorte-Regionen-2017

Alte Industrien unter Druck „Das ändert sich gerade“, so Flach. „Der externe Druck auf die etablierten Industrien wird immer größer. Alteingesessene Firmen und Konzerne müssen sich mit Themen wie Industrie 4.0 oder E-Mobilität auseinandersetzen, um den Anschluss im globalen Wettbewerb nicht zu verlieren.“ Vor diesem Hinter- grund bekommt beispielsweise eine Cluster-Region wie Karlsru- he, Zentrum der baden-württembergischen IT-Industrie, eine im- mer höhere Bedeutung. „Die Start-ups von heute sind der erfolg- reiche Mittelstand von morgen“, fasst LBBW-Mann Flach zusam- men. Folglich fi nden sich gerade die „neuen“ Industrien immer häufi ger auf dem Radar der Investoren, auch wenn, etwa anders als in Berlin, in Baden-Württemberg ein klarer Fokus auf B2B- Segmenten liegt. „Eine Hebung von Synergien zwischen den ein- zelnen Clustern ist aufgrund des Flächencharakters des Landes notwendig. Seitens der Landes- politik gibt es hier schon sehr konkrete Vorstöße“, fasst Selbherr zusammen. „So zielt das Land unter anderem auf die stärkere Vernetzung der Akteure – Stichwort: Digitallotsen. Und es wer- den spezifi sche Fördermöglichkeiten für Start-ups und Unter- nehmen angeboten, wie beispielsweise die neuen Innovations- gutscheine Hightech Digital.“ in Baden-Württemberg Bayern: Start-ups mit guter Kundenbasis Auch in Bayern sind große Konzerne ebenso zuhause wie eine Vielzahl mittelständischer Firmen. Gerade diese Industrieunter- nehmen bilden eine ideale Kundenbasis für viele, auch junge Unternehmen. Diese Nähe zum Kunden ist ein wichtiger Stand- ortvorteil für Bayern und sorgt für ein hervorragendes Umfeld für Start-ups. Dieses positive Umfeld wird auch von der interna- tionalen Start-up-Szene wahrgenommen. Damit das so bleibt und noch mehr junge Unternehmen aus der ganzen Welt den Weg nach Bayern fi nden, insbesondere in Anbetracht des inter- nationalen Standortwettbewerbs, kümmert sich etwa Invest in Bavaria, die Ansiedlungsagentur des Freistaats, darum, dass Start-ups bei ihren Expansionsplänen im internationalen Stand- ortwettbewerb auf Bayern aufmerksam werden. Während des MUST Summits, bei dem einmal im Jahr die Spitzentechnologie- und Technologie-Start-ups mit Branchenführern und Investoren zusammengebracht werden, hat unter anderem eine Roadshow für französische Start-ups in München stattgefunden. Nicht nur internationale Start-ups, auch bayerische Unternehmen zeigen sich an solchen Zusammentreffen interessiert: Die BMW Startup Garage, Robert Bosch, Rehau, Schaeffl er oder auch die Allianz, die bei einem Matchmaking-Event im Rahmen des Ecomotion Summits in Tel Aviv vertreten waren, nutzen diese Veranstal- tungsformate, um neue Kontakte zu knüpfen. Die Initiative „Gründerland Bayern“ verfolgt das ambitionierte Ziel, den Frei- staat zum „Gründerland Nr.1 in Europa“ zu machen. Von 2015 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium dazu beispielsweise 330 Mio. EUR für seine Digitalisierungsoffensive bereit, fördert die Etablierung digitaler Gründerzentren in jedem Regierungs- bezirk – als Blaupause dient das Werk1.Bayern in München – und setzt sich auch für die Verbesserung steuerlicher und regu- latorischer Rahmenbedingungen für Wagniskapital in Deutsch- land ein. Gute Finanzierung im Freistaat Auch in puncto Finanzierung setzt man im Freistaat nicht nur auf starke bestehende Strukturen, sondern verknüpft Akteure: So existiert in Bayern ein dichtes Netz von staatlichen Förder- programmen, privaten Playern und Netzwerken für Start-ups und junge Unternehmen. BayStartUP ist beispielsweise eines der größten Finanzierungsnetzwerke für Start-ups in Europa. Es bündelt mehr als 250 gelistete Business Angels und über 100 institutionelle Investoren. Über das Netzwerk wurde 2016 die Rekordsumme von 68,2 Mio. EUR Seed- und Wachstumskapital vermittelt. Groß ist auch die Anzahl staatlicher Förderprogram- me zur Unterstützung von Start-ups und jungen Unternehmen. Beispiele dafür sind BayToU (Bayerisches Programm zur Förde- rung technologieorientierter Unternehmensgründungen), das seit 2012 über 70 Vorhaben mit mehr als 11 Mio. EUR gefördert hat, das „Förderprogramm zum leichteren Übergang in eine Gründerexistenz“ (Flügge), das seit 2015 21 Teams mit 1,7 Mio. EUR unterstützte, oder das auf Biotechnologie fokussierte Programm M4 (seit 2012 14 Vorhaben mit insgesamt 7,6 Mio. EUR Zuwendung). Für expandierende Start-ups wurde vor zwei Jahren von der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner der Wachstumsfonds Bayern initiiert, den seither Bayern Kapital verwaltet, die Venture Capital-Gesellschaft des Freistaats. Dieser hebelt als Co-Investor die Beteiligungssumme privater Lead- investoren. Über 27 Mio. EUR wurden mittlerweile in elf junge Unternehmen in ganz Bayern investiert. Gemeinsam mit priva- ten Partnern konnten damit insgesamt fast 180 Mio. EUR an Wachstumskapital mobilisiert werden. Daneben stellen private Investoren wie die in München ansässige UnternehmerTUM – neben verschiedenen anderen Angeboten – jungen Unterneh- men Eigenkapital zur Verfügung. Fazit Der Süden Deutschlands bietet Gründern neben einem umfang- reichen Finanzierungs- und Förderangebot insbesondere die direkte Nähe zu etablierten Unternehmen jeder Größenordnung. So verwundert es nicht, dass die meistens Start-ups, die sich hier ansiedeln, eher in Hightech-Branchen unterwegs sind. Holger Garbs redaktion@vc-magazin.de VentureCapital Magazin | Standorte & Regionen 2017 45 m o c . e b o d a . k c o t s – n o m S © i : o t o F

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