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VC-Standorte-Regionen-2017

VC Magazin: Neben reinem Kapital soll der neue Fonds auch unternehmerisches Know-how in seine Beteiligungen ein- bringen. Wie setzt sich dahingehend das Managementteam zusammen? Nawrath: Das Managementteam der LEA Partners baut auf die eigene Expertise und ein starkes Netzwerk an erfahrenen Unter- nehmern. Die Teammitglieder haben ein in verschiedenen Betei- ligungsgesellschaften erworbenes profundes Know-how im Bereich Venture Capital. Eigene unternehmerische Erfahrungen im Gründungsbereich mit erfolgreichem Exit sowie langjährige Tätigkeiten bei internationalen Beratungsgesellschaften und in Leitungspositionen mittelständischer Unternehmen runden das Erfahrungsspektrum ab. VC Magazin: Gibt es beim Investitionsfokus einen bestimmten Schwerpunkt hinsichtlich der Branche oder der Unternehmens- phase der Start-ups? Nawrath: Der Fonds ist auf eine frühphasige Wachstumsfi nan- zierung ausgerichtet. Bei den Branchen haben wir die baden- württembergischen Innovationscluster im Blick. Die technologi- sche Ausrichtung kann man mit dem Begriff Deeptech umschrei- ben – also technologische Entwicklungen, die nicht direkt als Produkt sichtbar werden. Wir bewegen uns klar im B-to-B- Bereich. Im Fokus stehen also beispielsweise Artifi cial Intelli- gence, Augmented & Virtual Reality, Robotics und Industrial Internet of Things. Aber auch Healthtech/Digital Health können wir uns vorstellen. VC Magazin: LEA Venturepartner wird neben den Mitteln der L-Bank und des Landes auch durch Kapital privater Investoren gespeist werden. Wen haben Sie dabei im Blick? Hoffmeister-Kraut: Die Mitteleinwerbung erfolgt zum einen durch Orientierung an den Stärken der L-Bank und deren Tochter, der LEA Partners als Managementgesellschaft. Deshalb stehen vor allem Finanzdienstleister im Fokus. Die Blaupause hierfür lieferte das Fundraising für den Fonds LEA Mittelstandspartner, der ebenfalls von LEA Partners gemanagt wird. Dieser Fonds hat innerhalb eines Jahres sein Zielvolumen von 100 Mio. EUR erreicht und kann möglicherweise ein Volumen zwischen 150 Mio. EUR und 200 Mio. EUR realisieren. Damit würde der LEA Mittelstandspartner zu den fünf größten Fonds in Deutsch- land gehören, die auf Wachstumsunternehmen im Umfeld Industrie 4.0 spezialisiert sind. Zum anderen sollen bewusst junge erfolgreiche ehemalige Start-ups gewonnen werden, die selbst noch einen engen zeitlichen Bezug zur eigenen Start-up- Situation haben. Nawrath: Neben öffentlichen Mitteln haben bereits institutionelle Investoren wie Banken – aus den verschiedenen Säulen – und Versicherungen sowie Unternehmer und Family Offi ces gezeichnet. Wir werden bei Erreichen des Zielvolumens von 50 Mio. EUR eine breite Investorenbasis aufgebaut haben. VC Magazin: Das Wirtschaftsministerium engagiert sich mit 5 Mio. EUR bei dem neuen Fonds. Wie wichtig ist ein solches Commitment für den Erfolg des Vehikels? Hoffmeister-Kraut: Wenn das Wirtschaftsministerium selbst direkt mit 5 Mio. EUR ins Risiko geht, dann verdeutlicht dies zum einen die strategische Bedeutung, die Wagniskapital und Start-ups in m o c . e b o d a . k c o t s - e n e m o p e M © l : o t o F der Wirtschaftspolitik des Landes einnehmen. Es ist leicht, eine andere Risikokultur von anderen einzufordern. Besser aber ist, diese Risikokultur – natürlich in den Grenzen des haushalts- rechtlich Verträglichen – auch aktiv mitzugestalten. Zum anderen erleichtert es natürlich auch dem Fondsmanagement das Fundraising, wenn das Land als Referenzinvestor fungiert. VC Magazin: Baden-Württemberg verfügt über eine hohe Dichte an mittelständischen Unternehmen und Hidden Champions. Wie planen Sie, diese Betriebe mit den Portfoliounternehmen des neuen Fonds zusammenzubringen? Nawrath: Hier hilft uns die Nähe zu den bekannten und starken Innovationsclustern in Baden-Württemberg. Speziell in der Früh- und Wachstumsphasenfi nanzierung ist es wichtig, dass man vor Ort vernetzt ist. LEA Partners kooperiert eng mit den Netzwerk- und Forschungseinrichtungen im Land – z.B. dem CyberForum in Karlsruhe, Code_n in Stuttgart oder dem KIT. Wir können hier in den bestehenden Strukturen an einem exzellenten Ökosystem für Start-ups weiterbauen. Hoffmeister-Kraut: Die Vernetzung zwischen Mittelstand und jungen Unternehmen realisieren wir außerhalb des Fonds über die Plattform VentureZphere, die an der Börse Stuttgart angesie- delt ist. Betreiber ist die Finanzplatzinitiative Stuttgart Financial, die seit Jahren ein enger Kooperationspartner des Wirtschafts- ministeriums Baden-Württemberg ist. Auf dieser Plattform können Kooperationen zwischen Start-ups und Mittelständlern digital vorkonfi guriert werden. Damit dies auf einfache Weise vonstattengehen kann, wird die Plattform von Stuttgart Financial moderiert und die Nutzer auch offl ine zielgruppenadäquat zusammengebracht. VC Magazin: Frau Dr. Hoffmeister-Kraut, Herr Dr. Nawrath, vielen Dank für das Interview. benjamin.heimlich@vc-magazin.de VentureCapital Magazin | Standorte & Regionen 2017 51

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