Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

VC-Standorte-Regionen-2017

gen zu setzen“, macht sich Krückemeier wegen der aktuellen EY-Statistik nicht wirklich Sorgen. Lange Liste geförderter Gründer in Dortmund Eine besonders erfolgreiche Fördermaßnahme wird seit Jahren von der Wirtschaftsförderung in Dortmund durchgeführt: Der Gründerwettbewerb start2grow. Derzeit läuft die 37. Runde des Wettbewerbs. Wie etabliert die Veranstaltung ist, zeigt die Tat- sache, dass 66 Businesspläne in der aktuellen Runde eingereicht worden waren. Zum Leistungsspektrum der Initiative gehören nicht nur die Beratung zu und Begutachtung von Business- plänen, sondern auch wichtige Informationen rechtlicher Art und natürlich Zugang zu einem einschlägigen Netzwerk, zum Beispiel mit einem Gründungsstammtisch oder dem sogenann- ten 3rd Wednesday. Der gilt als die Kontaktbörse in der Region für Existenzgründer, junge Unternehmer und Kapitalgeber, die in ungezwungener Atmosphäre Informationen und Ideen unter- einander austauschen. Alle Beteiligten nutzen die Gelegenheit, sich an diesem Abend zu informieren, Kontakte zu knüpfen und anregende Gespräche zu führen. Der Blick auf die Preisträger zu- rückliegender Wettbewerbe weist auf einen Schwerpunkt in den Bereichen Life Sciences, Cleantech und Prozesstechnik hin. Business Angels wollen selbst anschieben Dass erfolgreiche Initiativen nicht ausschließlich der Kreditwirt- schaft oder der öffentlichen Hand entspringen müssen, zeigt das Angebot groundr in Bad Homburg (Hessen). Von Business Angels aus Strategieberatung, Vermögensverwaltung und Steuerberatung aufgesetzt und in ein Netzwerk mit Sparkasse, der privaten accadis-Hochschule und weiteren Partnern eige- bettet, wird ein gewissermaßen handliches Starterpaket geschnürt: Kick-off-Workshop zur Modellierung der Geschäfts- idee mit Strukturierung, Risikoanalyse, Finanzierungskonzept, Meilensteinplanung, regelmäßige Mentoring Sessions zu rele- vanten Themen, ein Gründungsworkshop und Startkapital für anstehende Investitionen in Höhe von 5.000 EUR. Gründungsphase gut fi nanziert – Lücken eher Late Stage zu fi nden Für Businessmodelle auch jenseits des Internets sei für die Gründungsphase kein Finanzierungdefi zit im Land festzustellen. Es gebe eine Reihe regionaler Fonds, aber auch Engagements bundesweit oder international agierender Player, die sich an Finanzierungsrunden in NRW beteiligen, befi ndet Heise; anders sehe das allerdings in späteren Phasen aus. In Berlin mit dem Schwerpunkt Internet, E-Commerce und Fintech ließen sich die jeweiligen Ge- schäftsmodelle mit vergleichsweise über- schaubaren Anfangsinvestitionen bestäti- gen oder widerlegen – mit entsprechender Visibilität in der Wachstumsphase. In NRW dauere das bei der Mehrzahl der Geschäfts- modelle länger, zudem seien die Investitio- nen höher. Es sei eben ein Unterschied, ob man das Geschäft mit einer Software skaliert oder ob der Kauf von Maschinen oder Forschungs- und Entwicklungsequipment notwendig ist, erläutert Heise. Dr. Claas Heise, NRW.Bank m o c . e b o d a . k c o t s - y h p a r g o t o h p e d r a c © : o t o F Im Ergebnis stelle sich die Situation für Unternehmen so dar, dass in der Wachstumsphase die Finanzierung tendenziell schwieriger ist. „Besonders dünn ist dann Late Stage, wenn es auch mal um 50 Mio. EUR oder mehr gehen kann. Bei diesen Finanzierungsrunden in NRW übernehmen zumeist internatio- nale Investoren die Führung“, hat Heise beobachtet. „Es ist prin- zipiell genügend Geld da, der Seed-Bereich könnte etwas besser besetzt sein“, schätzt Krückemeier die Lage ein, das generellere Problem sieht der Geschäftsführer in der noch nicht hinreichen- den Exit-Fähigkeit: „Es fehlt ein hinreichend aufnahmefähiger Markt.“ Venture Capital-Fonds müssten spätestens vor Engage- ments in der Wachstumsphase konkret über Exit-Szenarien nachdenken – und wenn sich kein Szenario abzeichnet, sei das nachteilig. Berlin wird man auf Sicht die Führungsposition im Bereich Inter- net nicht nehmen können, und Heise wolle das auch gar nicht anstreben: „Es ist für den gesamten Standort Deutschland gut, ein auch im internationalen Vergleich bedeutendes Cluster zu besitzen.“ Zielführender sei es, künftige Technologiefelder zu adressieren. Heise sieht Potenzial bei Unternehmen, die an Krebstherapien arbeiten, die auf der Aktivierung des Immunsys- tems basieren. Hier und generell im Sektor Diagnostik/Genetik sieht er einige vielversprechende Kandidaten im Land. Bei Arti- fi cial Intelligence (AI) und Internet of Things gebe es ebenfalls eine gute Basis, wenngleich Heise hier Baden-Württemberg mit Spin-offs zum Beispiel aus dem KIT in Karlsruhe als führend be- trachtet. Er geht außerdem davon aus, dass sich das Bioprinting innerhalb der additiven Verfahren als erste Anwendung kom- merziell erfolgreich etablieren wird. In diesem Bereich kommt gerade das Health-Cluster um Aachen zur Geltung. Fazit Die Gründerszene in Berlin überstrahlt derzeit alle Regionen in Deutschland – auch weil national und international Internet- Geschäftsmodelle ausgesprochen en vogue sind. Andere Regio- nen wie Nordrhein-Westfalen verfügen aber ebenfalls über attraktive Start-up-Cluster. Die sind nicht minder wertvoll, errei- chen durch die Verteilung in der Fläche aber nicht den Aufmerk- samkeitslevel der Hauptstadt. Stefan Preuß redaktion@vc-magazin.de VentureCapital Magazin | Standorte & Regionen 2017 59

Seitenübersicht