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VC-Standorte-Regionen-2017 - „Nur wer neue Wege beschreitet, kann bisher nicht Dagewesenes erreichen“

Interview mit Dr. Peter Güllmann, NRW.Bank

Interview mit Dr. Peter Güllmann, NRW.Bank Westen „Nur wer neue Wege nicht Dagewesenes erreichen“ beschreitet, kann bisher Betrachtet man das jüngste Start-up-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, fällt auf, dass ein Großteil des investierten Kapitals in die Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München gefl ossen ist. Unternehmen, die nicht in Großstädten oder sogar in ländlichen Regionen angesiedelt sind, haben es oft schwerer, Kapital einzuwerben. Schlicht, weil sie seltener auf dem Radar von Investoren auftauchen. Regionalfonds – meist von der öffentlichen Hand (mit-)fi nanziert – setzen bei diesem Marktversagen an. VC Magazin: Im April ist der Gründerfonds Ruhr mit einem Volumen von rund 30 Mio. EUR an den Start gegangen. Welche Unternehmen profi tieren von dem neuen Fonds? Güllmann: Der Fonds wird in junge technologieorientierte Unternehmen aus fünf Leitmärkten investieren und diese in der Seed- sowie der klassischen Venture Capital-Phase unter stützen. Die angepeilten Leitmärkte sind Chemie und neue Werkstoffe, Energie und Industrie, Life Sciences und Gesundheit, Logistik und Handel sowie die digitale Wirtschaft. Ziel des Gründerfonds Ruhr ist es, die Gründungsaktivitäten im Ruhrgebiet zu erhöhen, Ausgründungen aus Universitäten und Forschungseinrichtun- gen zu fördern und innovativen Geschäftsideen zum Durch- bruch zu verhelfen. VC Magazin: Wer steht hinter dem neuen Fonds-Vehikel? Güllmann: Der vom Initiativkreis Ruhr und der NRW.Bank initiierte Fonds ist gelebtes Ruhr Valley. Hier wirkt eine ganze Region zusammen, das Engagement macht nicht an den Stadtgrenzen halt. Unternehmen und Unternehmer stellen sich der Verant- wortung, mit Kapital und Erfahrungen die Gründer vor Ort zu unterstützen. Denn das Kapital des Gründerfonds stellen mehr- heitlich die privaten Investoren, vor allem Unternehmen aus dem Initiativkreis Ruhr. Privates Kapital in dieser Höhe zu mobi- lisieren ist außergewöhnlich und zeugt vom Bekenntnis an die Ruhr-Region. VC Magazin: Was bieten die Initiatoren über ihr Kapitalengage- ment hinaus? Güllmann: Die Ankerinvestoren werden zudem im Investitions- komitee eingebunden. Davon profi tieren beide Seiten. Die investierenden Unternehmen erhalten Zugang zu innovativen Start-ups. Und die jungen Firmen profi tieren nicht nur vom Kapital, sondern auch von Netzwerk und Know-how der in sie investierenden, etablierten Unternehmen. Dieser Mehrwert für die Start-ups – über das reine Kapital hinaus – ist ein wichtiger Teil des Fondskonzeptes. Dr. Peter Güllmann leitet seit 2006 den Bereich Unternehmens- und Infrastrukturfinan- zierung der NRW.Bank in Düsseldorf. Sein Team investiert über unterschiedliche Vehikel in sämtlichen Unternehmensphasen – von Start-ups über Wachstums- bis hin zur Nachfolgefinanzierung von Mittelständlern und Fund of Fund-Investments. VC Magazin: Welche Rolle spielt das Investment-Team der NRW.Bank in dem Konstrukt? Güllmann: Das Fondskonzept ist ein Unikat mit seinem Zusam- menwirken von privatem Kapital und Industrie mit dem Know- how einer Förderbank. Denn erstmals werden die Investment- manager der NRW.Bank in einem Fonds mit privatrechtlicher Natur externes Kapital betreuen. Das ist neu, aber nur wer neue Wege beschreitet, kann bisher nicht Dagewesenes erreichen und echte Innovationen hervorbringen. VC Magazin: Vielen Dank für das Interview! mathias.renz@vc-magazin.de VentureCapital Magazin | Standorte & Regionen 2017 61

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