Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

VC-Standorte-Regionen-2017 - Nanostrukturierte Oberflächen für Displays, Lichtelemente oder Life Sciences

Case Study | Temicon GmbH: Nanotech-Unternehmen aus Dortmund

Westen | Case Study Temicon GmbH: Nanotech-Unternehmen aus Dortmund Nanostrukturierte Oberflächen für Displays und mehr In ihrer speziellen Technologienische ist die nordrhein-westfälische temicon GmbH so etwas wie ein Hidden Champion. Sie ist ein Anbieter und Serienproduzent von mikro- und nanostrukturierten Folien, funktionalen Oberfl ächen und Komponenten insbesondere für Displays in Mobilgeräten und professionelle Licht- und Optiksysteme. Nanostrukturen sind für das menschliche Auge nicht sichtbar; dafür können sie aber eine umso größere Wirkung entfalten. Bei- spielsweise können mit der temicon-Technologie Glaselemente in Fassaden mit Mikro- und Nanostrukturen versehen werden, die dafür sorgen, dass der sichtbare Anteil des Tageslichts effi zient in die Räume gelenkt wird, während der für die ungewünschte Aufheizung der Räume verantwortliche Infrarotanteil nach außen refl ektiert wird. „Durch Nanotechnologie wird ein effi zientes Tageslichtmanagement ermöglicht mit enormen Energie-Einspar- potenzialen für die Klimatechnik“, erklärt Geschäftsführer Dr. Oliver Humbach. Dr. Oliver Humbach, temicon Von Displays bis zu großen Lichtfl ächen Mikro-/Nanostrukturen können bei vielen technischen Produk- ten in allen Größenordnungen sehr nützlich sein, vom Flugzeug bis zum Smartphone-Display. Temicon liefert Komponenten für Licht- und Optiksysteme, für Displays in Mobilgeräten oder Automobil-Beleuchtung, für die neue Augmented Reality-Tech- nologie sowie für Life Sciences-Produkte. Mit der Technologie kann z.B. LED-Licht in Lichtleiterfolien gleichförmig auf kleine und große Flächen (E-Reader, Lichtelemente in Büros bzw. in der modernen Gebäude-Architektur) verteilt werden. Das 2005 gegründete Unternehmen hat in den letzten Jahren sein Geschäftsmodell erweitert. Zunächst auf die Herstellung von Werkzeugen mit Nanostrukturen fokussiert, bereitete es sich ab 2014 auf die Serienproduktion von Komponenten vor. „Nachdem wir vorher nur einen Teil der Wertschöpfungskette abgedeckt hatten, fahren wir seit 2014 die klare Strategie, dass wir eine voll integrierte Produktionskette abbilden und auf Serienproduktion setzen“, so Humbach. Dies erforderte sehr viel Kapital. Wäh- rend sich temicon bis dahin überwiegend aus dem Cashfl ow fi nanzierte, konnte im September 2014 die Beteiligungsgesell- schaft eCapital zusammen mit zwei privaten Co-Investoren als Gesellschafter gewonnen werden. Spannende Märkte: Einstieg von eCapital „Wir wurden durch einen uns gemeinsam bekannten Professor für Entrepreneurship auf temicon und seine Technologie auf- merksam“, erklärt Hannes Schill, Investment Director bei eCapi- tal. „Wir sahen, dass das Unternehmen an einem strategischen H b m G n o c m e t i © : o t o F Die temicon GmbH entwickelt und fertigt in Reinräumen hochwertige Produkte mit funktionalen Mikro- und Nanostrukturen. Wendepunkt steht und dass dort sehr viel Know-how und Inno- vationskraft an einer kritischen Stelle der Wertschöpfungskette vorhanden ist. Diese Querschnittstechnologie hat hohe Relevanz für viele Bereiche: Lichtlenkung und -verteilung, die ganze LED- Thematik, Displays, Automotive, Gebäude. Das sind spannende Märkte mit großem Potenzial.“ Das frische Kapital wurde im Rahmen der Expansionsstrategie auch dazu verwendet, zwei kleinere Technologiefi rmen aus Freiburg und aus Halle/Saale zu übernehmen. Seit Anfang 2014 stieg die Mitarbeiterzahl von 10 auf 40: Ende 2018 sollen es rund 60 werden. Für das laufende Jahr 2017 wird ein Umsatz von über 3 Mio. EUR erwartet. Der Strategiewandel von der Prototypenentwicklung und Kleinserien- fertigung hin zum Serienproduzenten ist in vollem Gange; für 2018 erwartet Humbach eine Verdoppelung des Umsatzes. Auch eine weitere Wachstumsfi nanzierung von rund 8 Mio. EUR in 2017 und 2018 wurde vor wenigen Wochen vereinbart – mit da- bei: die TZ Invest Dortmund und ein großer deutscher Chemie- konzern, mit dem temicon schon seit Jahren zusammenarbeitet. Ausblick Temicon braucht künftig mehr Platz. Ein neues Firmengebäude mit Büro-, Labor- und Produktionsfl ächen von fast 5.000 m² ist in Planung und soll 2019 bezogen werden. Zudem gibt es Überlegun- gen, in Asien einen weiteren Standort zu gründen – denn dort spielt die Musik im Display- und Mobilgerätemarkt. Bernd Frank redaktion@vc-magazin.de 64 Standorte & Regionen 2017 | VentureCapital Magazin

Seitenübersicht