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VC-Standorte-Regionen-2017

Um diesen die Einstellung weiterer Mitarbeiter zu erleich- tern, hat Österreichs Bundesregierung zum Jahreswechsel fi nanzielle Erleichterungen für Start-ups als Arbeitgeber geschaffen. Seit dem 01.01.2017 können in Österreich ansäs- sige Start-ups über die staatliche Förderbank aws (Austria Wirtschaftsservice) in den ersten drei Jahren nach der Grün- dung eine Bezuschussung der Arbeitgeberlohnnebenkosten für die ersten drei geschaffenen Stellen beantragen. Im ersten Jahr werden die anfallenden Lohnnebenkosten zu 100% erstattet, im zweiten Jahr zu zwei Drittel und im dritten Jahr zu einem Drittel. Politisch stehen Start-ups längst auf der Agenda Zudem bietet Österreich mit der Rot-Weiß-Rot-Karte ein fl exibles Zuwanderungssystem. Ziel ist es, qualifi zierten Arbeitskräften aus Drittstaaten und ihren Familienangehörigen eine nach personenbezogenen und arbeitsmarktpolitischen Kriterien gesteuerte und auf Dauer ausgerichtete Zuwanderung nach Österreich zu ermöglichen. Dennoch sagt Reiter-Braunwieser: „Wir brauchen weitere gesetzliche Änderungen, um Österreich noch attraktiver für Innovationstreiber aus Ländern wie Israel oder den USA zu machen.“ Aber auch die Universitäten machen ihre Hausaufgaben. Über das ganze Land verteilt bilden sich derzeit vor allem in den größeren Städten Cluster heraus, beispielsweise in Linz, Graz, Innsbruck, Klagenfurt und natürlich Wien. Je nach Ausrichtung der Universitäten und Hochschulen entstehen Unternehmen in Branchen wie Internet of Things, Robotik, Medizintechnik und Deeptech (Innsbruck), E-Health und Life Sciences oder Automotive (Linz) und Fintech (Wien) sowie Energietechno- logie (Klagenfurt). Auffällig aber: Besonders im Bereich Block- chain und Bitcoin stellt sich der Alpenstaat stark auf. Beide Branchen hat sogar die Bundesregierung als regelrechten Meilenstein und Wachstumsmotor in ihrer digitalen Strategie benannt. Es fehlt weiterhin an Anschlussfi nanzierung Die Frühphasenfi nanzierung in Österreich ist auch dank staat- licher Förderprogramme wie der aws oder der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (kurz: FFG) aber allem voran aufgrund wachsender Anzahl an Business Angels mittlerweile gut aufgestellt. „Schwer wird es in der Anschlussfi nanzierung“, weiß Michael Eisler, Gründer der startup300 AG. Das in Linz an- gesiedelte Unternehmen versteht sich als eine Anlaufstelle für Start-ups in einer rela- tiv frühen Phase. Seit Start 2015 will es einen strukturierten Zugang zu einem Kreis erfahrener Business Angels und Unterneh- mertypen bieten. „In Österreich war es noch nie so leicht, Geld zu bekommen. Gleichzeitig sind wir für Start-ups wie ein Michael Eisler, startup300 Co-Founder und decken Bereiche ab, die das Gründerteam benötigt“, so Eisler. Um das zu gewährleisten, haben sich unter dem Dach der startup300 mittlerweile 130 der bekanntesten Business Angels Österreichs zusammengeschlossen, darunter Start-up- Prominenz wie Hansi Hansmann (Hansmen Group, aaia und Serieninvestor, darunter in Shpock, runtastic und mySugr), Hans-Peter Haselsteiner (Strabag) sowie Michael Altrichter (bekannt aus „2 Minuten, 2 Millionen“). Die gleichen Namen sind es auch, die mit capital300 derzeit einen Fonds aufbauen. „In einem ersten Closing sollen rund 20 Mio. EUR in das Konstrukt fl ießen, später soll das Volumen bei 40 Mio. EUR bis 60 Mio. EUR liegen“, so Eisler. Capital300 soll den enormen Mangel an Start-up-Anschlussfi nanzierungen in Österreich lindern. Neben Speedinvest II unter Leitung von Oliver Holle gibt es einen solchen Fonds derzeit im Alpenstaat nämlich noch nicht. Mit der Tabakfabrik mitten in Linz ist vor wenigen Monaten ein weiterer Hotspot in Österreich entstanden. In der sogenannten factory300 bekommen ausgesuchte Start-ups ab sofort 300 Tage lang kostenlos Ausbildung, Mentoring, Netzwerk und Arbeits- plätze. Zudem profi tieren sie von dem Angel-Netzwerk. „In der factory300 vermitteln wir Start-ups die Werkzeuge und Methoden, die andere erst nach langjähriger Erfahrung und vielen Fehlern erlernt haben“, sagt Eisler. Fazit Am schönen Donaukanal, einer der angesagtesten und hipsten Adressen Wiens, entsteht derzeit eine weitere wichti- ge One to stop-Anlaufstelle für junge Gründer. Hinter dem Vorhaben von weXelerate, einer privat geführten Profi tgesell- schaft, stehen keine Geringeren als die führenden Akteure der Wiener Start-up-Szene: die Venture-Firmen Speedinvest, i5invest, Blue Minds Factory und Pass Invest ziehen in das vierstöckige Gebäude im Herzen der Donaumetropole. Insgesamt 8.000 Quad- ratmeter Fläche und vier Etagen umfasst das Gebäude. Eine Menge Platz, um eine aufstrebende Szene zu stärken. Ziel ist es dabei auch, die Sichtbarkeit europä- ischer Start-ups global zu erhöhen. Um jungen Unternehmen und ihrer Idee die Möglichkeit zur Entwicklung zu geben, hat das Team von weXelerate ein je vier Monate dauerndes kostenloses Accelera- tor-Programm erdacht. Dieses soll ab September zweimal im Jahr für je 50 Start-ups stattfi nden. „Die Bewerbungen laufen auf Hochtouren“, so weXelerate- Initiator Hassen Kirmaci, „und viele davon kommen aus dem CEE-Raum, Israel und UK.“ Mit dem Multi-Accelerator-Ansatz verfolgt Kirmaci keinen geringeren Anspruch, als damit „Wien als Gateway nach Westeuropa zu etablieren“. Hassen Kirmaci, weXelerate Christina Cassala redaktion@vc-magazin.de VentureCapital Magazin | Standorte & Regionen 2017 69

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