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VC-Standorte-Regionen-2017 - Eine neue Chance für den Standort

Kommentar zum MiFiGG 2017

Österreich Kommentar zum MiFiGG 2017 Eine neue Chance für den Standort Die Umsetzung der AIFM-Richtlinie im Jahr 2014 wurde seinerzeit von der österreichischen Beteiligungsbranche heftig kritisiert. Für Privatanleger war die Assetklasse quasi verboten, da die Aufl agen für ein Investment in einen Venture Capital- oder Private Equity-Fonds derart anspruchsvoll waren, dass sie für einen Großteil der Bevölkerung nicht zu bewältigen waren. Nun hat der Nationalrat die Rahmenbedingungen verändert. Antworten auf die wichtigsten Fragen: Was sind die signifi kantesten Änderungen, die sich durch die neue Novelle ergeben haben? Der Nationalrat hat am 27.06.2017 das MiFiGG 2017 beschlossen, das Mittelstandsfi nanzierungsgesellschaftengesetz 2017. Die Regierung unter Kanzler Kern hat damit ihr Verständnis für notwendige Innovationen in Österreich und deren Finanzierung nicht nur bekräftigt, sondern auch umgesetzt. Nach Jahren der legislativen Verhinderung von Venture Capital ist ein großer Schritt getan, dass Österreich Innovationen im eigenen Land halten, hier Arbeitsplätze schaffen und relevante Unternehmen entstehen lassen will. Das MiFiGG 2017 bringt zwei wesentliche Änderungskapitel. Zum einen wird damit die in Österreich seit den 90er-Jahren eingeführte MiFiG (Mittelstandsfinanzierungsgesellschaft) modernisiert und insbesondere den EU-Beihilfevorgaben angepasst. Zum anderen wurden im AIFMG die Investitionen von Privatanlegern in AIF als Private Equity-Dachfonds und in AIF für direkte Unternehmensbeteiligungen novelliert und vor allem die Mindestzeichnungssummen auf 10.000 EUR herab- gesetzt. Dr. Matthias Hallweger ist Vorstand der HMW Gruppe aus Pullach in Deutschland. Die HMW ist Producer der MIG Fonds und auch für deren Fundraising zuständig. Dr. Hallweger ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht und seit Gründung der MIG Fonds für deren Konzeption und Fundraising verantwortlich. Welche Bedeutung hat die neue Gesetzeslage für Investoren? Ob mit dieser Neuregelung die bisher nicht so erfolgreiche Struktur der bisherigen MiFiG nun tatsächlich den Markt aufrollt, bleibt abzuwarten. Der Grundansatz jedenfalls ist begrüßenswert. Hier muss die EU jedoch auch erst noch die subventionsrechtlichen Aspekte beurteilen, Steuervorteile für Anleger ebenso wie für die MiFiGG selbst müssen erst noch genehmigt werden. Weit wichtiger aus aktueller Investorensicht ist das zweite Kapitel, die Neuregelung des AIFMG. Die Herab- setzung der Mindestzeichnungssumme für AIF in direkte Unter- nehmensbeteiligungen auf 10.000 EUR ist der einzig richtige und längst überfällige Schritt gewesen, um in diesem für Österreich so wichtigen Segment des Venture Capitals wieder privates Kapital zu mobilisieren, das dann auch mit höherer Wahrschein- lichkeit in Österreich investiert werden wird. Steuerliche Anreize für den Privatanleger in AIF in Unternehmensbeteiligun- gen fehlen. Die wichtigste Motivation des Anlegers in diese Investition sollte jedoch auch kein Steuervorteil als solcher sein, sondern in den Punkten Sicherheit und Transparenz des Konstruktes, sinnhafte Investitionen und Ausrichtung auf Rendite für seine Investition sein. Welche entscheidenden Neuerungen ergeben sich für die Start-up-Szene und die Unternehmer vor Ort? Diese beiden neuen Regelungen werden die Venture Capital- Szene in Österreich spürbar beleben. Österreich hat damit die eigene internationale Isolation vom privat fi nanzierten Venture Capital-Geber beendet, sich endlich wieder geöffnet. Österreich hat Geld, nun kann es von den Bürgern auch wieder sinnvoll in direkte Unternehmensbeteiligungen investiert werden. In der Folge sind z.B. die Möglichkeiten, internationale Finanzierungs- konsortien zu gründen, um einzelne Unternehmen zu fi nan- zieren und Investitionen in Österreich umzusetzen, damit 74 Standorte & Regionen 2017 | VentureCapital Magazin

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