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VentureCapital-Special-Schweiz-2015

Auges ins Verderben zu stürzen. Unterlässt man die notwen- digen Handlungen, kann man gerichtlich dazu verpflichtet wer- den, oder das Gericht handelt anstelle des Verpflichteten. Zu- sätzlich wäre noch zu prüfen, ob allfällige Konventionalstrafen aus dem ABV Anwendung finden. Keine Einstimmigkeit für ABV-Änderungen Viele venturefinanzierte Unternehmen erleben mal bessere, mal schlechtere Zeiten. Ab und an kommt es vor, dass der Gesell- schaft das Geld ausgeht oder dass ein Teil des Managements ausgewechselt werden muss. Wäre in solchen Szenarien eine Anpassung des ABV – beispielsweise mit einer weiteren, privi- legierten Kategorie an Vorzugsaktien – lediglich mit Zustim- mung aller Aktionäre möglich, hieße dies, dass jedem faktisch ein Veto-Recht zukäme. Es versteht sich von alleine, dass in einigen Fällen eine solche Konstellation dazu führte, dass eine verschwindend kleine Minderheit Profit daraus zu schlagen versuchte. Insofern empfiehlt es sich, für die Anpassung des ABV gewisse Quoren vorzusehen, damit dies nicht passieren kann. Es ist rechtlich zwar umstritten, ob mittels Mehrheitsentscheid ein Vertrag mit Wirkung für alle Parteien geändert werden kann. Für das Venture Capital-Ökosystem ist es auf jeden Fall von herausragender Bedeutung, dass dem so ist. Wäre es nicht zu- lässig, hieße dies, dass die Firmen entweder zwangsläufig im Konkurs enden (was wohl in niemandes Interesse ist), oder aber es braucht einen Kapitalschnitt auf null mit gleichzeitiger Wie- dererhöhung des Aktienkapitals, damit man unliebsame Aktio- näre loswird. Letztere Variante führt jedoch nicht zwangsläufig zum gewünschten Resultat; es hängt von verschiedenen Fak- toren ab, ob sie gelingt. Fazit Das französische Bonmot „gouverner, c‘est prévoir“ findet auch auf das Abfassen eines ABV Anwendung. Die zuvor dargelegten Bei- spiele – nebst vielen anderen – zeigen klar auf, dass sich die sorg- fältige Redaktion des ABV durchaus zu lohnen vermag, will man unangenehmen Problemen beim Exit aus dem Weg gehen. Die verschiedenen Themen sind einzelfallweise mit den Parteien zu be- sprechen, um eine maßgeschneiderte Lösung zu finden, vielmehr aber um böse Überraschungen beim Exit zu vermeiden. Dr. Christian Wenger, LL.M., ist Partner bei der Anwaltskanzlei Wenger & Vieli und spezialisiert auf Handels- und Wirt- schaftsrecht mit Schwerpunkt Private Equity, Venture Capital und Mergers & Acquisitions. Er gehört dem Vorstand der SECA (Schwei- zerische Gesellschaft für Private Equity und Corporate Finance) an und steht der Inves- torenplattform CTI Invest vor, die er im Jahre 2003 mitgegründet hatte. Dr. Beat Speck, LL.M., gleichfalls Partner bei der Anwaltskanzlei Wen- ger & Vieli, ist vorwiegend in den Bereichen Mergers & Acquisitions, Unternehmensan- siedlungen, Nachfolgeregelungen, Joint Ven- tures und Corporate Governance tätig. Dabei befasst er sich insbesondere mit dem gesamten Life Cycle von Venture Capital und Private Equity-Finanzierungen. Vorsicht bei rudimentär formulierten Drag Along-Bestimmungen: Mitverkaufspflichten können Minderheitsaktionäre auf dem falschen Fuß erwischen. Foto:©Thinkstock/DesignPics VentureCapital Magazin | 04-2015 13 VentureCapital Magazin | 04-201513

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