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VentureCapital-Special-Schweiz-2015 - Die Schweiz – innovativ, aber wettbewerbsintensiv

Grußwort

Die Schweiz – innovativ, aber wettbewerbsintensiv Bei Wagniskapital braucht man nicht von der „Schweiz“ zu reden. Die Wagniska- pital-Aktivitäten sind stark konzentriert: Einerseits gibt es einen Cluster rund um die Eidgenössisch-Technische Hochschule (ETH) Zürich und anderseits um die ETH Lausanne. Beide Institutionen genießen weltweit einen hervorragenden Ruf und verfügen über zahlreiche Professoren, die selbst schon mehrere Start-ups angeregt und angestoßen haben. Ein Beispiel ist Raffaello D’Andrea, Pro- fessor für „Dynamic Systems and Control“ an der ETHZ, der in der Robotik und Auto- mation mehrere Unternehmen gegründet und auch wieder verkauft hat. Mit sei- nen inspirierenden Vorlesungen und For- schungsarbeiten zieht er sehr gute Nach- wuchskräfte an, die letztlich dafür sorgen, dass das entsprechende Institut weltweit über einen hervorragenden Ruf verfügt. Davon profitieren auch Doktoranden, die bei der Verselbständigung ihrer Erkennt- nisse, sofern sie wirtschaftliches Nutzungs- potenzial erkennen,vondenentsprechen- den Transferstellen professionell und teils auch finanziell begleitet. Viele Unter- nehmen schätzen diese Atmosphäre von Brutstätten, und sehr vermögende Leute investieren gerne in Jungunternehmen ihrer einstigen Alma Mater. Auch ETH Professoren brauchen sich nicht mehr stets auf ihr Netzwerk im Sili- con Valley zu verlassen. Vermehrt finden Gründungen vor Ort, d.h. in der Schweiz, statt. Die großen Finanzierungsschritte werden allerdings noch immer mehrheit- lich von ausländischen Wagniskapital- Fonds finanziert. Mehr als 400 Mio. EUR wurden in 92 Finanzierungsrunden im Jahr 2014 in der Schweiz eingesetzt. Fast die Hälfte davon in der Umgebung von Lau- sanne (Biocartis, NovImmune, Anokion als größte Transaktionen), ein Drittel in der Umgebung von Zürich (Xeltis, GetYour- Guide, Sequana Medical). Nebst Zürich und Lausanne gibt es noch Basel (CRISPR Therapeutics, PiQur Therapeutics) zu er- wähnen, das im Biotech/Life Sciences- Bereich mithält. Aus anderen Städten wie Bern, Genf, St. Gallen, Winterthur oder Lugano sind richtungsweisende Innova- tionen kaum bekannt. Natürlich gibt es da auch eine lebendige Jungunternehmer- Kultur, meistens verbunden mit einem lokal intakten Netzwerk von Förderern und Technoparks als Brutstätten. Was ICT betrifft, wird der Blick aus der Schweiz schon mal Richtung Berlin ge- richtet. Dort ist vieles deutlich günstiger, und in diesem Bereich gibt es in Deutsch- land wohl auch mehr Finanzquellen. Das Unternehmen Brains-to-Ventures macht sich dies zunutze, und richtet von der einstigen Gründungsstätte in St. Gallen sich vermehrt nach ganz Europa. Groß im Wagniskapital-Geschäft ist Index Ven- tures in Genf, die aber das operative Zen- trum mittlerweile nach London verlegt haben. Aber die Schweiz bleibt attraktiv. Nur sind die Löhne bei etablierten Konzernen so hoch oder die Arbeitsumgebung so attraktiv, dass es für Jungunternehmen schwierig ist, auch nur zehn hochquali- fizierte Leute zu engagieren. Man steht in Konkurrenz mit globalen Konzernen wie Novartis, Roche, Nestlé, ABB, Schindler, Holcim, Banken und Versicherungen. Oft- mals haben globale Konzerne ihr euro- päisches Hauptquartier in der Schweiz. Entsprechend hart ist der Wettbewerb um die Fähigsten und Tüchtigsten. Google glaubt an den Standort Zürich. An zentra- ler Lage werden rund 50.000 Quadratme- ter Bürofläche gemietet – zusätzlich! Schon heute betreibt das Technologie- unternehmen in Zürich sein größtes For- schungs- und Entwicklungszentrum außer- halb der USA mit über 1.500 Mitarbeitern aus 75 Nationen. Diese Internationalität und Diversität machen ein Studium in Zürich oder Lau- sanne so lebendig. Das danach ist ebenso vielversprechend, egal, ob die Innovatio- nen in bestehenden Unternehmen um- gesetzt werden oder in neuen. Wenn es um neue geht, muss man sich alsbald in- ternational auf die Kapitalsuche begeben. Bei Finanzierungsrunden über 2 Mio. EUR wird’s unter Schweizer Kapitalgebern schwierig. Maurice Pedergnana Maurice Pedergnana SECA Geschäftsführer Zugerberg Finanz AG 2 04-2015 | VentureCapital Magazin Grußwort 204-2015 | VentureCapital Magazin

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