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VentureCapital-Special-Schweiz-2015

Initiativen, bei denen öffentliche Institutionen und Private meist zusammenarbeiten. Mittlerweile befassen sich auch das Par- lament und der Bundesrat mit dem Thema Venture Capital. Ge- rade mit Blick auf die starke Währung muss die Schweiz noch deutlicher auf Innovationen setzen. „Enorm viel Geld vorhanden“ Dr. Christian Böhler vom Private Equity- Manager Akina Partners sieht die Stim- mung im Schweizer Beteiligungsmarkt wenig verändert zum ersten Halbjahr 2014, vielleicht etwas verbessert. Der Frankenkurs werde das Wachstum wohl nur wenig dämpfen, das sei nicht mehr so dramatisch zu sehen wie noch Mitte Janu- ar. Auf der Kapitalseite sei das Umfeld po- sitiv: „Es ist enorm viel Geld vorhanden; teilweise gibt es einen regelrechten Anla- genotstand, zum Beispiel bei den Pensi- onskassen oder Versicherungen. Auf der Fremdfinanzierungs- seite sieht Böhler die Lage sehr entspannt. „Die Banken sind be- reit, zu attraktiven Konditionen etwa bis zum dreifachen EBIT- DA zu finanzieren.“ Akina investiert auf mehrerlei Art: in neue Fonds, in bereits bestehende Fonds über Sekundärmarkt-Transaktionen sowie auch direkt in Buyouts, Minderheitsbeteiligungen und Wachs- tumsunternehmen. Böhler, zuständig für Fondsinvestments in der DACH-Region sowie das Sekundärmarkt-Geschäft, sieht die Entwicklung im volumenmäßig kleinen Schweizer Beteili- gungsmarkt eher unspektakulär. Es gebe viele kleine Deals (bis 10 Mio. EUR Eigenkapital) durch die zahlreichen Entrepreneure und Family Offices. Größere Buyouts dagegen seien zahlen- mäßig sehr überschaubar, im historischen Schnitt ca. 15 bis 20 pro Jahr. Der Schweizer Markt sei sehr stark integriert in die DACH-Region, dies habe sich in den letzten Jahren noch ver- stärkt, wobei vermehrt deutsche Fonds auch in der Schweiz nach Transaktionen Ausschau halten. „Die Schweiz ist generell sehr international aufgestellt und dementsprechend auch attrak- tiv für ausländische Investoren.“ Business Angels spielen wichtige Rolle Seit gut zehn Jahren investiert die Venture Capital-Gesellschaft b-to-v in Schweizer Start-ups und verbindet dabei die Invest- ments ihrer Fonds mit Co-Investments von Business Angels aus dem b-to-v Netzwerk. „Unser Netzwerk umfasst ca. 200 Business Angels als Mitglieder“, sagt Alexander Stoe- ckel, Partner bei b-to-v. Angefangen hatte b- to-v schon im Jahr 2000, damals ausschließ- lich mit der Vermittlung zwischen Start-ups und Investoren. Stoeckel sieht es als wichti- ge Aufgabe, den Start-ups nicht nur Kapital, sondern auch Kontakte zu erfahrenen Un- ternehmern aus der jeweiligen Branche zur Verfügung zu stellen. Nach seiner Beobach- tung ist die Schweizer Business Angels-Sze- ne in den letzten drei Jahren gewachsen und hat an Bedeutung gewonnen. „In der Schweiz haben wir – im Vergleich zu Deutschland mit den diver- sen staatlich finanzierten Risikokapitalge- bern – eine deutlich stärker privat finan- zierte Frühphasenkultur“, erklärt Stoeckel. Diese basiere sehr viel mehr auf Investitio- nen von Business Angels. Vor allem in der Start-up- und Venture- Finanzierung spielen Business Angels eine wichtige Rolle. Die Zahl der finanzkräftigen und unternehmerisch denkenden Privat- personen ist laut SECA-Vorstand Geilinger hoch. Private Kapitalgewinne sind in der Schweiz grundsätzlich steuerfrei, was Betei- ligungen noch interessanter macht. Teilweise Finanzierungen über Pools Die systematische Zusammenarbeit von Investorenkonsortien aus Venture Capitalists und Business Angels habe sich mithilfe verschiedener Plattformen wie b-to-v oder investiere.ch deut- lich verbessert, erklärt Stoeckel. Dabei werde zunehmend das Pool-Modell angewandt, wonach sich mehrere Angels und klei- nere institutionelle Investoren über einen Pool an einem Jung- unternehmen beteiligen, was für Start-ups und auch für Inves- toren in Folgerunden deutlich besser zu handhaben ist. In den drei Schweizer Sprachregionen deutsch, italienisch, französisch seien die dort jeweils ansässigen Angels auch über die Landes- grenze hinweg in der angrenzenden Nachbarregion aktiv. B-to-v selbst investierte 2014 rund 19 Mio. EUR (2013: 20 Mio. EUR) in 27 Finanzierungsrunden, davon 15 Erst- und zwölf Folgerunden. Großes Angels-Netzwerk in der Schweiz Nach Einschätzung von Steffen Wagner, Geschäftsführer der Fi- nanzierungs-Plattform investiere.ch, haben die Aktivitäten von Dr. Ulrich Geilinger, HBM Partners Dr. Christian Böhler, Akina Partners Alexander Stoeckel, b-to-v 6 04-2015 | VentureCapital Magazin Standort 604-2015 | VentureCapital Magazin

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