Acht Fragen an Uz Kretzschmar von Couchfunk

Couchfunk
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VC Magazin: Der Name „Couchfunk“ klingt fast schon selbsterklärend. Was verbirgt sich genau hinter dem gleichnamigen Angebot im Web und für Smartphones und Ihrem 2011 gegründeten Start-up?

Kretzschmar: Couchfunk (www.couchfunk.de) setzt die User mit ihren Freunden aus den sozialen Netzwerken virtuell auf eine Couch. Fernsehen wird wieder sozial, weil die Menschen mit ihren Freunden über das Programm diskutieren. Couchfunk sammelt und zeigt diese Diskussionen in Echtzeit.

VC Magazin: Wie hat sich das Gründerteam zusammengefunden?

Kretzschmar: Frank Barth und ich arbeiteten beide in der Innovationseinheit eines großen ITK-Unternehmens. Frank zeigte mir eine TV-Shopping-App für das iPad. Wir haben den Gedanken weiter gesponnen und um Social Media erweitert. Nach zehn Tagen stand die erste Präsentation und uns war klar, dass wir damit durchstarten.


VC Magazin: Gibt es (Internet-)Unternehmer, die Sie als Vorbilder oder Idole sehen?

Kretzschmar: Natürlich gibt es viele Gründerpersönlichkeiten in den USA, die ich bewundere. Und doch hat jeder Entrepreneur seine eigene Motivation und Geschichte. Bei mir ist es die Freude, zur richtigen Zeit mit der richtigen Idee am Start zu sein und alles zu tun, damit das Geschäftsmodell funktioniert.

VC Magazin: Wenn Sie auf Ihre bisherigen unternehmerischen Erfahrungen zurückblicken: Welche Entscheidungen würden Sie erneut treffen?

Kretzschmar: Die beste Entscheidung war, Couchfunk in Eigenregie zu gründen. Ohne vorherige Zusage eines VC-Gebers, ohne Inkubator. Nur so konnten wir die Idee in dieser Geschwindigkeit auf den Weg bringen und iterativ arbeiten. Ohne diese Geschwindigkeit wären wir jetzt nicht der First Mover im Bereich Social TV.

VC Magazin: Verbrannte Finger gelten als gute Lehrmeister. Konnten Sie schon schmerzhafte Erfahrungen sammeln, aus denen Sie besonders viel gelernt haben?

Kretzschmar: Ich glaube, Entrepreneure müssen darauf achten, aus ihren Erfolgen genauso viel zu lernen wie aus den Fehlschlägen. Sonst müssen sie zu viele Fehler machen, bis sie auf dem richtigen Weg sind.

VC Magazin: Der Firmensitz von Couchfunk ist Radebeul bei Dresden. Wie wichtig ist die Unterstützung durch regionale Initiativen? Was sprach gegen Berlin als Firmensitz?

Kretzschmar: Wir sind beide aus Dresden und wir lieben diese Stadt. Die Infrastruktur für Gründer ist vorhanden, wir haben keine Probleme, sehr gute Mitarbeiter zu finden. Was würde also gegen Dresden als Firmensitz sprechen?

VC Magazin: Welche drei bis fünf Apps für Smartphones sind die wichtigsten Helferlein in Ihrem Alltag?

Kretzschmar: Sie meinen abseits von Couchfunk? Für mich sind Mail und Kontakte die wichtigsten Apps. Und der Taschenrechner. Schön finde ich die neue App der WiWo (www.wiwo.de).


VC Magazin: Wie sehen die Planungen für Couchfunk und Ihre unternehmerische Zukunft aus?

Kretschmar: Couchfunk ist noch nicht fertig. Unsere Roadmap sieht noch viele Meilensteine vor. Unser Ziel ist es, im Herbst mit der Series-A Finanzierung das weitere Wachstum zu sichern. Wir wollen die hohe Schlagzahl aufrechterhalten und an der Spitze der Entwicklung von Social TV bleiben.

VC Magazin: Vielen Dank für das Interview!

Das Interview führte Torsten Paßmann.


Zum Gesprächspartner

Uz Kretzschmar hat die Couchfunk GmbH (www.couchfunk.de) im September gemeinsam mit Frank Barth gegründet. Das Start-up aus Radebeul bei Dresden entwickelt eine App, die klassische Fernseh-Welt mit Social Media verbindet. Das Geschäftsmodell von Couchfunk basiert auf Einnahmen durch Werbeumsätze und Provisionen aus Produktempfehlungen. Im Februar erfolgte die erste externe Finanzierungsrunde durch den Technologiegründerfonds Sachsen (www.tgfs.de).