Deutsche IT-Gründer richten den Blick auf die USA

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„They think bigger“

Silicon Valley – der Name steht für Weltkonzerne wie Intel, Apple und Google, für den Traum, mit einer innovativen Idee und einer „Garagen-Firma“ die Welt zu erobern. „They think bigger“, so war auf der deutschen Auftaktveranstaltung am gestrigen Mittwoch in Berlin – in den USA hatte sie bereits Anfang Februar stattgefunden – über die Denkweise und die Visionen in dem Tal südlich von San Francisco zu hören. Auch Dirk Kanngiesser und Oliver Hanisch stießen in dieses Horn. Die beiden haben im vergangenen Jahr den „German Silicon Valley Accelerator“ (GSVA) ins Leben gerufen.

Die Idee ist, deutsche Start-ups aus der Informationstechnologie durch einen Aufenthalt im Silicon Valley beim Eintritt in den US-Markt zu unterstützen. „Deutsche glauben oft nicht so recht daran, mit ihrer Idee in ihrem Bereich Weltmarktführer werden zu können“, sagte Kanngiesser. „Aber deutsche Entrepreneure, deutsches Know-how sind sehr hoch angesehen in Silicon Valley – höher, als wir es uns hier vielleicht denken.“ Im Silicon Valley koche man auch nur mit Wasser, aber man sei sehr selbstbewusst und denke in großen Dimensionen.

Unterstützung durch BMWi

Auch Oliver Hanisch, der die Veranstaltung moderierte, ermutigte die etwa 160 Teilnehmer – überwiegend junge Gründer und Entrepreneure – zum Blick auf den US-Markt und hob die inzwischen sehr beachtliche deutsche Gründerszene und deren Aufbruchstimmung hervor. Dr. Johannes Velling vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi, www.bmwi.de) bezeichnete Berlin als Gründerhauptstadt und forderte die jungen Unternehmer auf, sich nicht von manchen „Bedenkenträgern“ bremsen zu lassen. Velling ist im BMWi zuständig u. a. für das EXIST-Programm.

Das BMWi ist Partner des GSVA und unterstützt dieses Programm im Rahmen eines EXIST-Modellprojekts. Es fördert einen Aufenthalt im Rahmen des GSVA von bis zu 16 jungen Start-ups im Jahr. Jeweils zwei Personen des Gründerteams haben dabei im Rahmen eines Art-Stipendium die Möglichkeit, drei Monate lang (im Einzelfall kann auch verlängert werden) im Silicon Valley Kontakte zu Know-how-Trägern und potenziellen Kunden zu knüpfen und den Eintritt in den US-Markt vorzubereiten.

Sechs Start-ups ausgewählt

Die ersten beiden Gewinner-Unternehmen, Fair Observer und Trifense, sind  bereits dort. In Berlin nun wurden – nach einem zweiten Bewerbungsdurchlauf mit ca. 40 teilnehmenden Start-ups – weitere sechs Gewinner benannt: Parstream, Upcload, Products-up, Ondango, Customer Alliance und Wunderkind. Diese werden im Laufe dieses Jahres, jeweils zu Quartalsanfang, ihre Aufenthalte im Silicon Valley starten. Sie können dort ihren Businessplan auf Eignung für den US-Markt und weitere Internationalisierung überprüfen.

Für die Auswahl der Start-ups ist entscheidend, ob sie bereits als Kapitalgesellschaft gegründet und nicht älter als drei Jahre sind und insbesondere, ob der Businessplan entsprechende Wachstumsperspektiven und Internationalisierungsziele aufzeigt. Kanngiesser und Hanisch sind auf der Suche nach weiteren strategischen Partnern (bislang BITKom und Deutsche Telekom) für den GSVA, der auch bereits weitere Bewerbungen von Start-ups entgegennimmt.