Neun Fragen an Thomas Schander, Inreal Technologies

Inreal Technologies
Thomas Schander, Mitgründer und Geschäftsführer von Inreal Technologies
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VC Magazin: Wie kam es zu der Idee für Ihr Start-up?

Schander: Die Idee ist seit Science-Fiction Filmen im kulturellen Bewusstsein: Ich steige in eine Maschine, drücke auf einen Knopf und bin in einer vollkommen anderen Welt. Als wir erkannten, dass diese Fiktion mittels aktuellen technischen Neuerungen bald Realität sein könnte, wussten wir, dass wir dabei sein werden.

VC Magazin: Wie haben Sie erste Finanzierung Ihrer Gründungsidee gestemmt und wie verlief die weitere Suche nach Kapital(-gebern)?

Schander: Zu Beginn wurden wir finanziell von vielen Seiten unterstützt: Umfeld, Universität, BMWi und Förderpreise. Glücklicherweise konnten wir schnell Umsätze erzielen, sodass wir mit Schwung eine erste, kleine Finanzierungsrunde starten konnten.

VC Magazin: Was sprach gegen die Karriere als Angestellter und wie hat sich das Gründerteam zusammengefunden?

Schander: Wir kannten uns aus dem Studienumfeld und hatten vor Inreal schon ein gemeinsames Unternehmen gegründet. Uns motiviert, unser Produkt und die Vision dahinter mehr als das Gründen an sich, weshalb wir auch nicht grundsätzlich gegen eine Angestelltenkarriere sind. Im Nachhinein würde ich aber nicht mehr auf die rasante Innovationsgeschwindigkeit und die direkten Kommunikationswege verzichten wollen.

VC Magazin: Wenn Sie auf Ihre bisherigen unternehmerischen Erfahrungen zurückblicken: Welche Entscheidungen würden Sie erneut treffen?

Schander: Ich würde das gleiche Team zusammenstellen und mit den gleichen Partnern und Kunden zusammenarbeiten. Die Reihenfolge, in der wir unsere Hardwareprodukte entwickelt und vermarktet haben, hat sich als richtig herausgestellt.

VC Magazin: Verbrannte Finger gelten als gute Lehrmeister. Aus welchen schmerzhafte Erfahrungen konnten Sie besonders viel lernen?

Schander: Bei Produktentwicklungen tritt selten der Best Case ein, es lohnt sich nach der Deadline Puffer einzuplanen. Außerdem haben wir gelernt, bei wichtigen Technologiedemos für Redundanz zu sorgen.

VC Magazin: Was sind aus Ihrer Sicht bei den Rahmenbedingungen hierzulande der größte Pluspunkt und das größte Manko für junge Unternehmen?

Schander: Pluspunkt war für uns die staatliche EXIST-Förderung und die vielen Institutionen an der Universität und in Karlsruhe. Wirklich „neue“ Konzepte werden hierzulande misstrauisch betrachtet, man vergnügt sich lieber mit Geschäftsmodellkopien aus den USA oder evolutionäre Weiterentwicklungen eines schon funktionierenden Modells. Ich wünsche mir mehr Mut, etwas großartiges zu bewegen.

VC Magazin: Gibt es (Internet-)Unternehmer, die Sie als Vorbilder oder Idole sehen?

Schander: Ich denke die Kunst besteht darin, sich positive Attribute bei vielen verschiedenen Menschen abzuschauen. Ein Unternehmervorbild habe ich persönlich nicht, aber ich inspiriere mich sehr gerne an Biografien.

VC Magazin: Welche drei bis fünf Apps für Smartphones sind die wichtigsten Helferlein in Ihrem Alltag?

Schander: Spiegel Online für die wichtigsten News nach Feierabend, miCal für die schnelle Terminplanung und Übersicht und verschiedene Radioapps zum morgendlichen Joggen.

VC Magazin: Wie sehen die mittelfristigen Planungen für Ihr Start-up und Ihre unternehmerische Zukunft aus?

Schander: Wir werden zunächst die Einsatzgebiete unserer Produkte im B2B Bereich kontinuierlich erweitern. Unser aktuelles Ziel ist, die „Virtuelle Realität“ als qualitatives Consumerprodukt zu etablieren. Unsere unternehmerische Zukunft besteht darin, die Art wie Menschen in virtuelle Umgebungen eintauchen, maßgeblich geprägt zu haben.

VC Magazin: Vielen Dank für das Interview!

Die Fragen stellte Torsten Paßmann.

Zum Gesprächspartner
Thomas Schander hat die Inreal Technologies GmbH (www.inreal-tech.com) gemeinsam mit Moritz Luck und Michael Beyhs im Jahr 2011 gegründet. Mit seinem Start-up will das Trio, das sich während des Studiums am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) kennengelernt hat, den hohen Nutzen von Virtual Reality mit maßgeschneiderten Lösungen für einzigartige Produktpräsentation kombinieren. Erste Gründungserfahrung sammelte Schander mit einer Coaching-Agentur, die er zusammen mit Behys aufbaute.