9 Fragen an Phillip Bellé und Dr. Dennis Pagano, MoID

Dr. Dennis Pagano (l.) und Phillip Bellé, MoID
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Wenn die Aussicht auf das eigene Unternehmen spannender ist als die Karriere in Wissenschaft oder Konzern, bricht der Unternehmergeist durch. Welche Idee sie verfolgen, ob es Vorbilder gibt und aus welchen Erfahrungen sie besonders viel gelernt haben, berichten Entrepreneure im Gründerinterview – dieses Mal Phillip Bellé und Dr. Dennis Pagano von MoID.

VC Magazin: Wie kam es zu der Idee für Euer Start-up?

Phillip: Die Idee zu MoID entstand während meines Auslandssemesters an der UCLA. Da es unter den Studenten unüblich war Visitenkarten auszutauschen und wie ich, die meisten auch keine hatten, habe ich stets versucht mir die Namen so gut wie möglich zu merken um sie anschließend in den üblichen sozialen Netzen zu kontaktieren. Die Telefonnummer hatte ich dann in der Regel immer noch nicht. Also habe ich mich auf die Suche nach einer App gemacht, die es mir erleichtert, Menschen die ich im realen Leben getroffen habe im Nachhinein online wiederzufinden. Das gab es nicht, und so ist die Idee zu MoID entstanden.

VC Magazin: Wie habt Ihr die erste Finanzierung Deiner Gründungsidee gestemmt und wie verlief die weitere Suche nach Kapital(-gebern)

Phillip: Bislang haben wir mit Hilfe der klassischen 3F also Family, Friends and Fools alles selbst finanziert und sind nun aber, um den nächsten Schritt zu machen auf der Suche nach einem Seed-Investor. Für eine Beurteilung ist es hier vielleicht noch etwas früh, allerdings zeigt sich schon, dass das Interesse aus den USA größer ist als das aus Deutschland. Dass wir etwas machen, was es so noch nicht gibt, scheint deutsche Investoren eher abzuschrecken, als für uns zu sprechen. Aber wir sind fest davon überzeugt, dass die Idee letztendlich fliegt.

VC Magazin: Was sprach gegen die Karriere als Angestellter und wie hat sich das Gründerteam zusammengefunden?

Dennis: Unser Mitgründer Damir Ismailovic und ich haben während unser Promotion an der TU München jährlich große Praktika veranstaltet, in welchen studentische Teams für Firmen wie BMW, Audi oder den Flughafen München echte iOS-Apps entwickelt haben. Phillip ist über einen Zeitungsartikel auf uns aufmerksam geworden und hat uns dann eigentlich auf der Suche nach Studenten kontaktiert. Zum Glück waren wir uns dann schnell einig, MoID zusammen zu starten und nach meinem PhD konnte ich dann endlich ganz bei MoID einsteigen. Ausschlaggebend waren neben dem Büro ohne Tageslicht (lacht) sicherlich das sehr breite Aufgabenfeld in einem Start-up und die Herausforderung an etwas zu arbeiten, dass es so noch nicht gibt.

VC Magazin: Wenn Ihr auf Eure bisherigen unternehmerischen Erfahrungen zurückblickt: Welche Entscheidungen würdet Ihr erneut treffen?

Phillip: Ich würde unser Team noch einmal genau so zusammenstellen – hoffentlich sehen die anderen das auch so – und ich würde immer wieder versuchen ein Patent anzumelden. Obwohl uns fast jeder davon abgeraten hat, da Software grundsätzlich nicht patentierbar ist, haben wir es versucht und ein Patent in Deutschland erteilt bekommen. In den USA sind wir noch „patent pending“. Uns ist zwar bewusst, dass wir in einem Patentstreit mit Apple wahrscheinlich wenig Chancen hätten, trotzdem interessiert es aber gerade größere Unternehmen immer und ist somit ein gutes strategisches Mittel für uns.