Anbieter von Co-Living-Communities sammelt 2 Mio. EUR ein

Projects bietet Co-Living-Communities an. Berufstätige sollen in den Wohngemeinschaften flexible und vielseitige Wohn- und Lebensmöglichkeiten in großen Städten erhalten. 18 Monate nach Gründung des Start-ups vermietet Projects Räume in vier Berliner Vierteln. Nächster Schritt soll die Expansion des Angebots sein – zunächst nach Italien und Frankreich. Frisches Kapital bekommt das Unternehmen aus einem der Zielmärkte: Die italienische Venture Capital-Gesellschaft P101 SGR investiert 2 Mio. EUR.

Weltweit steigt die Zahl der Co-Living-Communities. Vorreiter sind die USA, Asien und Indien. Deutschland hingegen ist in diesem Bereich kaum erschlossen. Dabei entspricht Co-Living dem Zeitgeist: Berufstätige erhalten ein möbliertes Zimmer in einer voll ausgestatteten WG. Sie leben und arbeiten gemeinsam. Die Wohnform bietet sich für Metropolen an: angespannter Wohnungsmarkt und eine schnelllebige Start-up-Szene verlangen nach flexiblen und vielseitigen Konzepten für die Unterkunft. Diese Nachfrage will die Berliner Projects Co-Living GmbH bedienen – zunächst in der Hauptstadt selbst. In den Vierteln Kreuzberg, Friedrichshain, Neukölln und Ostkreuz bietet das Start-up erste Co-Living-Communities an. Kunden der Firma sind zwischen 22 und 30 Jahre alt. 70% kommen aus dem Ausland. Mitgründer Luca Bovone: „Wer zu uns kommt, ist weltoffen, beruflich viel unterwegs, legt Wert auf Stil, Qualität und Individualität, genießt es aber auch, sich von anderen mit einem ähnlichen Mindset inspirieren zu lassen oder einfach eine gute Zeit zu verbringen.“ Mieter erhalten von Projects laut Unternehmen „stylische und komfortable“ Räume. Zimmer, Küchen und Gemeinschaftsräume seien „hochwertig und voll möbliert“. Neben Strom, Internet und Wasser deckt das Mietpaket nach Firmenangaben auch Netflix-Zugang, Handtücher und Bettwäsche sowie die Reinigung ab. Für jede WG gibt es zudem einen eigenen Community-Manager, der Fragen beantwortet und Tipps zur neuen Stadt geben kann. In Kreuzberg startet die Monatsmiete bei 750 EUR. Auch für Immobilieneigentümer soll sich das Konzept lohnen: Über die Co-Living-Communities sind laut Projects langfristige Flächenauslastung, zentrale Steuerung der Weitervermietung und höhere Mieteinnahmen garantiert.

Co-Living-Communities als „urbanes Utopia“

Ein Modell, das den italienischen Venture Capital-Geber 101 SGR S.p.A. überzeugt hat. Der Investor steigt mit 2 Mio. EUR bei Projects ein. Partner Giuseppe Donvito ist sicher, dass das Start-up einen globalen Lifestyle-Trend bedient. Wer „stilvoll und flexibel in Städten leben möchte“, für den seien Co-Living-Communities „so etwas wie ein real gewordenes urbanes Utopia“. Mit dem frischen Kapital wollen die Berliner expandieren. Mietangebote sollen bald auch in Italien und Frankreich verfügbar sein. Mittelfristig will das Unternehmen zur globalen Marke mit Co-Living-Communities auf allen Kontinenten werden. In den kommenden fünf Jahren sind 5.000 neue Wohnräume geplant. Projects ist mit seinem Konzept eine der Proptech-Firmen, die Wohnen neu denkt, statt den Markt digitalisieren zu wollen. Viele Start-ups konzentrieren sich ausschließlich auf Online-Wohnungsvermittlung oder digitale Mietersuche – unter anderem Flatfox oder Vermietet.de.

Projects Co-Living GmbH, Berlin
Tätigkeitsfeld: Proptech
Investor: 101 SGR S.p.A.
Volumen: 2 Mio. EUR (1. Finanzierungsrunde)