Scale-up Heidi sichert sich erfolgreich 340 Mio. USD

Ziel: Ausbau von KI-Workflows im Gesundheitswesen

Dr. Thomas Kelly (Heidi Health)
Dr. Thomas Kelly (Heidi Health)

Bildnachweis: Heidi.

Der AI Care Partner für medizinisches Fachpersonal, Heidi, sichert sich in einer Series-C-Finanzierungsrunde erfolgreich 100 Mio. USD. Angeführt wird die Runde von Blackbird, mit Beteiligung bestehender Investoren wie Phoenix Court, Latitude und Solar Funds, Point72 Private Investments und Headline. Die Runde bewertet Heidi mit 900 Mio. USD. Parallel erhält Heidi eine Wachstumsfinanzierung über 240 Mio. USD vom Customer Value Fund (CVF) von General Catalyst. Damit stehen durch diese Runde 340 Mio. USD für weiteres Wachstum und die Skalierung von Heidi zur Verfügung.

Das Unternehmen will seine Nutzung in Gesundheitssystemen wie dem NHS (UK) weltweit ausweiten und in privaten Gesundheitseinrichtungen weiter vertiefen und ausbauen. Die Roadmap umfasst zudem den weiteren Ausbau der regulatorischen und klinischen Sicherheitsgrundlagen für den europäischen Markt. „Von dem Tag an, an dem ich Heidi gegründet habe, ging meine Vision immer weit über das Schreiben von Arztnotizen hinaus. Ich stellte mir eine KI vor, die medizinisches Fachpersonal durch den gesamten Arbeitstag begleitet, von der Dokumentation von Sprechstunden bis hin zur Unterstützung bei der Arbeit, die daraus entsteht“, so Dr. Thomas Kelly (Mitgründer & CEO, Heidi). „An dieser Ambition arbeiten wir weiter. Die Finanzierungsrunde gibt uns die Möglichkeit, noch weiterzugehen, Produkte zu entwickeln, die den Anforderungen europäischer Gesundheitssysteme entsprechen, in die notwendigen regulatorischen Grundlagen zu
investieren und medizinischem Fachpersonal letztlich mehr Zeit zu geben, sich auf seine
Patientinnen und Patienten zu konzentrieren.“

Das Produkt, der AI Care Partner, unterstützt medizinisches Fachpersonal über den gesamten Arbeitstag hinweg, von administrativen Aufgaben über klinisches Wissen bis hin zur Arbeit rund um den Patientenkontakt. Weniger Zeit für administrative Aufgaben bedeutet mehr Zeit für das, worauf es in der medizinischen Versorgung ankommt: für Patientinnen und Patienten, für persönliche Gespräche, verständliche Erklärungen und eine gute Behandlung.

Heidi wurde bei mehr als 175 Millionen Patientenkontakten eingesetzt und unterstützte
medizinisches Fachpersonal bei über 67 Millionen klinischen Arbeitsstunden. Das sind
mehr als dreimal so viele wie im September 2025. Der ARR stieg seit dem Verkaufsstart
vor zwei Jahren von einer Million auf 50 Mio. USD (April 2026) und die Plattform
wird in 190 Ländern und 110 Sprachen genutzt.

Kapital für Ausbau der Präsenz in der DACH-Region

Die DACH Region ist für Heidi ein zentraler Wachstumsmarkt. Seit dem Markteintritt im
Zuge der Series B ist die Zahl der monatlich aktiven Nutzerinnen und Nutzer bis August
2026 um 205 Prozent gestiegen. In diesem Zeitraum gab es über 600.000 Interaktionen
mit Patienten. Gleichzeitig baut Heidi seine Zusammenarbeit mit
Gesundheitsorganisationen in der Region aus. Dazu zählt unter anderem die Einführung
von Heidi beim Swiss Medical Network, einer führenden privaten Klinik- und
Krankenhausgruppe in der Schweiz.

Mit der neuen Finanzierung will Heidi diese Entwicklung weiter beschleunigen. Das
Unternehmen plant, die Zahl seiner Mitarbeitenden in der DACH-Region zu verdoppeln
und insbesondere in Deutschland ein lokales Führungsteam aufzubauen. Darüber hinaus
investiert Heidi in die Weiterentwicklung von Produkten, die auf die Anforderungen des
deutschen, österreichischen und Schweizer Gesundheitswesens zugeschnitten sind.
Damit unterstreicht Heidi seinen langfristigen Anspruch in der Region: nicht nur
international entwickelte Technologie in die DACH-Region zu bringen, sondern Produkte
und Strukturen vor Ort aufzubauen, die den Besonderheiten der jeweiligen
Gesundheitssysteme gerecht werden. „Wir sind stolz darauf, Heidi und seine Mission, die weltweiten Versorgungskapazitäten zu verdoppeln und medizinisches Fachpersonal auf der ganzen Welt zu entlasten, weiterhin zu unterstützen. Die umfassende Fachexpertise des Teams und ein Produkt, dem medizinisches Fachpersonal großes Vertrauen entgegenbringt, machen diese Ambition absolut erreichbar“, so ein Vertreter des Investors Phoenix Court.

Seit der Series B wurde Heidi in verschiedenen Versorgungsbereichen eingeführt. Anfang
dieses Jahres wurde Heidi als alleiniger Anbieter für NHS England Midlands ausgewählt,
die bislang größte Beschaffung klinischer KI Dokumentation in der Geschichte des NHS.
Die Beschaffung umfasst 15 Akut- und Community Trusts, alle Integrated Care Boards der
Midlands sowie 1.239 Hausarztpraxen. In Australien wird Heidi unter anderem am Royal
Children’s Hospital Melbourne, bei Children’s Health Queensland Hospital and Health
Service und Metro South Health eingesetzt. In Neuseeland wurde Heidi in allen
Notaufnahmen des Landes eingeführt.

Parallel zur technologischen Entwicklung investiert Heidi in regulatorische Verfahren für
fortgeschrittene klinische Funktionen in Europa und Großbritannien, die mit einem Teil der
Series-C-Finanzierung weiter beschleunigt werden sollen. DSGVO-Konformität und
Datensicherheit bleiben dabei zentrale Prioritäten. Die Kontrolle über klinische
Entscheidungen liegt dabei jederzeit beim medizinischen Fachpersonal.