Pre-Seed-Finanzierung: Finches sichert sich 2 Mio. EUR

KI-Frühwarnsystem im Agrareinkauf

Finches-Team
Finches-Team

Bildnachweis: Finches.

Das Start-up Finches (Wörthsee) hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 2 Mio. EUR abgeschlossen. Angeführt wird die Runde vom High-Tech Gründerfonds (HTGF), als Co-Lead beteiligt sich Vanagon Ventures. Neu an Bord ist ebenso Bayern Kapital; UnternehmerTUM Funding for Innovators und weitere Business Angels aus Industrie und Tech investieren im Rahmen eines Follow-ons erneut.

Finches führt unternehmensinterne Daten zu Lieferanten, Anbauflächen und Verträgen mit externen Informationsquellen zusammen, von Wetter- und Satellitenanalysen über lokale Nachrichten bis hin zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Berichten eigener Agronomen vor Ort. Auf dieser Basis generiert die Plattform präzise Frühwarnungen. Sie identifiziert betroffene Regionen und Lieferketten und gibt dem Einkauf direkte Handlungsempfehlungen an die Hand. So sichern Einkaufsteams Menge, Qualität und Wirtschaftlichkeit ihrer Rohstoffe proaktiv ab, lange bevor Ernteausfälle oder Qualitätsprobleme die Produktion gefährden. Catharina van Delden (CEO & Mitgründerin, Finches) erklärt: „Der Dürresommer 2026 hat gezeigt, dass sich Europas Lebensmittelhersteller nicht mehr darauf verlassen können, ihre Rohstoffe jedes Jahr in der Menge und Qualität zu bekommen, die sie brauchen. Damit wird der Rohstoffeinkauf zu einer Frage der Versorgungssicherheit. Die Warnsignale gibt es meist Wochen vorher, aber sie erreichen den Einkauf zu spät. Mit der Finanzierung bringen wir Finches zu mehr Unternehmen, damit sie rechtzeitig andere Herkünfte sichern, früher einkaufen oder ihre Produktion umplanen können.“

Während die globale Landwirtschaft über Jahrtausende auf stabilen und verlässlichen
klimatischen Zyklen basierte, haben der rasante Klimawandel, Extremwetter und
geopolitische Krisen diese fundamentale Planbarkeit heute faktisch zerstört.
Unternehmen, die Rohstoffe aus der Landwirtschaft beziehen, sehen sich einer Volatilität
ausgesetzt, für die klassische Lieferketten-Prozesse nicht gebaut sind. Engpässe
entstehen im Feld, bereits Monate bevor der Rohstoff das Werkstor erreicht. Heute werden
sie aber meist erst sichtbar, wenn es zu spät ist. Genau hier setzt Finches an: Die Plattform
bündelt Feldbeobachtungen zu einer einheitlichen Datenbasis über Anbauregionen und
Lieferantennetzwerke hinweg. Diese verknüpft sie mit externen Signalen wie Wetter-,
Schädlings-, Satelliten-, Marktdaten sowie hyperlokale Nachrichten. Daraus entstehen
belastbare Frühwarnungen für Unternehmen und deren Einkaufsteams mit zusätzlicher
Vorlaufzeit. Finches Intelligence ist seit September 2026 live. Zu den ersten Kunden und
Partnern zählen ein führender Hersteller von Bio-Babynahrung und ein nordamerikanischer
Fortune-500-Lebensmittelkonzern. Susanne Fromm (General Partner, Vanagon Ventures): „Finches adressiert ein riesiges Problem, das trotz seiner Tragweite meist noch unter der Oberfläche schwelt. Die Lebensmittelbranche sieht die Planbarkeit in der Lieferkette schwinden, hatte aber bisher keine Antwort darauf. Dabei sind die Signale für einen Engpass oft Monate vorher da, nur liegen sie verstreut über Wetterdaten, Feldberichte, Laborwerte und Marktdaten. Finches führt sie zusammen und verschafft Einkaufsteams damit wertvolle Zeit, in der sie noch handeln können.“

Mit dem Kapital bauen die Gründerinnen Produkt und Vertrieb aus. Catharina van Delden (CEO) hat mit innosabi bereits ein Softwareunternehmen zum europäischen Marktführer für Innovationsmanagement aufgebaut und 2021 an Questel verkauft. Dr. Stefanie Glenn (CTO) hat in Cambridge in Genetik promoviert und war danach unter anderem bei Google und BMW in Engineering- und Führungsrollen im Bereich Enterprise-KI tätig. Alexandra Vázquez Bea (CFO/COO) kommt aus der Lebensmittelindustrie: Sie war CFO/COO bei Oetker Digital und hat den Börsengang der Veganz Group AG verantwortet. „Finches adressiert eine zentrale Herausforderung unserer Zeit: resiliente globale Agrarlieferketten in einem Umfeld, das von Klimawandel und geopolitischen Veränderungen geprägt ist. Besonders beeindruckt hat uns, wie tief das Gründerinnenteam die Herausforderungen der Branche verstanden hat und wie schnell es daraus eine technologisch überzeugende Lösung entwickelt.“, so Anna Stetter (Investment Managerin, HTGF).