Flucht aus dem Early Stage Venture Capital

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Auch die jüngsten Statistiken unterstreichen diesen Trend. Vorläufige Zahlen der EVCA zeigen von 2006 auf 2007 einen Rückgang der Seed- und Early Stage-Investitionen von 8,3% auf 4,3% der in der Höhe fast unverändert gebliebenen gesamten Private Equity-Investitionen.

Auch in Deutschland gibt es ähnliche Zahlen für den gesamten VC-Bereich. Die Investitionen reduzierten sich von 1.272 Mio. Euro 2005 auf 1.038 Mio. Euro 2006 auf mickrige 840 Mio. Euro 2007. Nicht unerwähnt soll dabei bleiben, dass der Early Stage-Bereich sogar leicht anstieg und der Seedbereich von sieben Mio. Euro 2005 auf 50 Mio. Euro 2007 kletterte. Dem High-Tech Gründerfonds sei es gedankt.

 

Ein Grund dafür sind sicherlich die in den letzten Jahren erzielten Renditen. Laut Thomson liegt der Mittelwert für die VC-Rendite über zehn Jahre bei lächerlichen 1,8%. Dies ist der niedrigste Wert der mir zur Verfügung stehenden Statistiken, die immerhin bis 1991 reichen. Nicht unbedingt ein Ansporn, in Venture Capital zu investieren.

 

Trotzdem bin ich der Meinung, dass man bei konsequenter Auswahl von Venture Capital-Fonds auch im VC-Sektor noch gute Renditen erzielen kann. Man kann aus der Not auch eine Tugend machen. Jetzt investieren, da wenig Geld im Markt ist und dadurch die Einstiegsbewertungen niedrig sind.                             

 

 

Zum Autor

Falk F. Strascheg ist als Gründer der Technologieholding und der Extorel Private Equity Advisers GmbH sowie als ehemaliger Präsident der European Venture Capital Association (EVCA) einer der bekanntesten Venture Capitalisten Deutschlands.