„Wir bleiben in unserem Segment“

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VC Magazin: Bereits vier Monate nach Beginn des Fundraising für ihren sechsten Fonds DBAG Fund VI konnten Sie das Closing vermelden. Wie erklären Sie sich diesen schnellen Erfolg?

Grede: Die Bewertung der Beteiligungen unseres aktuellen Buyout-Fonds – Vintage 2007 – übersteigt die Anschaffungskosten um mehr als 70%. Der Fonds ist damit sicherlich einer der erfolgreicheren seines Jahrgangs. Das gilt auch für dessen Vorgänger, den DBAG Fund IV. Dessen Investoren hatten bereits weniger als vier Jahre nach Investitionsbeginn mehr Rückflüsse erhalten, als sie Investitionszusagen gegeben hatten. Unser Investitionserfolg hat offenbar für uns gesprochen. Den Investoren hat wohl unser Ansatz gefallen, in Industrieunternehmen zu investieren, dabei aber auf eine solide und belastbare Finanzierung der Beteiligungen zu achten. Unser Investitionserfolg hat dazu beigetragen, dass wir uns in den vergangenen zehn Jahren eine breite, internationale Investorenbasis aufbauen konnten.

VC Magazin: Der Anteil ausländischer Investoren im neuen Fonds ist gegenüber früheren Fondsgenerationen gestiegen. Woher kommt dieses rege Interesse für deutsches Private Equity?

Grede: Sicherlich hat uns auch das aktuelle Umfeld geholfen. Investoren, die einen Teil ihrer Mittel in Europa investieren müssen, sehen in Deutschland einen vergleichsweise sicheren Hafen und gute Investitionsbedingungen. Zugleich mussten sich deutsche Investoren – ich denke an Banken – aufgrund regulatorischer Änderungen zurückziehen.

VC Magazin: Der Aktienkurs der DBAG ließ sich von dem erfolgreichen Fundraising bislang nicht beeindrucken. Wie werden die Aktionäre von der neuen Fondsgeneration profitieren?

Grede: Mit dem neuen Fonds erhöhen wir noch einmal das für Dritte verwaltete Vermögen – je nach Investitionsfortschritt und Veräußerungen aus dem Portfolio wird es von derzeit rund 650 Mio. EUR auf rund 1 Mrd. EUR steigen. Damit ist auch ein Anstieg der Verwaltungserträge verbunden, ohne dass die Kostenbasis der DBAG entsprechend ansteigt – die Ertragslage verbessert sich also, die Netto-Kosten für das Management des Portfolios, die die Aktionäre tragen müssen, geht weiter zurück.

VC Magazin: Wo wird der Investitionsfokus des neuen Fonds liegen? Warum?

Grede: Wir bleiben in unserem Segment, auch wenn der neue Fonds 30% größer ist als sein Vorgänger. Der Investitionsfokus des DBAG Fund VI wird sich gegenüber seinen Vorgängerfonds nicht verändern. Wir folgen weiter unserer Strategie: Wir investieren in mittelständische Unternehmen und fokussieren uns dabei auf ausgewählte Sektoren in der Industrie sowie auf Dienstleister, die Serviceleistungen in diesen Industrien erbringen. Unternehmen, die uns interessieren, haben eine herausgehobene Marktposition. Wichtig für die Wertentwicklung der Investments wird die operative Weiterentwicklung der Unternehmen sein, weniger ein besonders hoher Einsatz von Fremdkapital. Und: Weiterhin werden wir die meisten Beteiligungen in Deutschland finden, mitunter auch in anderen deutschsprachigen Ländern.

 VC Magazin: Danke für das Interview!

 

Das Interview führte Susanne Gläser.

 

Zum Gesprächspartner:

Torsten Grede ist Mitglied des Vorstands der Deutschen Beteiligungs AG.