Wie Notion Systems den CyberOne-Award gewann

© Philipp Rothe
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VC Magazin: In welcher Unternehmensphase hat sich Notion Systems befunden, als Ihr bei CyberOne mitgemacht habt?
Carsten: Die Entwicklung des n.jet lab (Anm.: Drucker für den Laborbereich) war fast abgeschlossen. Es fanden erste Kundenbesuche in unserem Haus statt, bei denen sich die potenziellen Kunden davon überzeugen konnten, welche Produkte wir anbieten. Wir standen kurz vor unserem ersten Auftrag für drei n.vision (Anm.: Verifikationsstation zur Fehlerklassifikation in der Leiterplattenfertigung). Die Bestellung kam dann auch im März. Wir bereiteten uns außerdem auf unseren ersten Messeauftritt auf der Printed Electronics Europe 2013 im April in Berlin vor.

VC Magazin: Was hat Euch überhaupt dazu bewogen, Euch für den CyberOne-Award zu bewerben?
Carsten: Wir hatten schon vorher von dem Award als einer der renommiertesten Auszeichnungen in der Start-up-Szene gehört. Zusätzlich kam dann noch ein Hinweis von unserer Hausbank, der Sparkasse Ludwigsburg, mit der wir sehr eng und gut zusammenarbeiten. Wir hätten nie damit gerechnet, den ersten Platz zu belegen, sondern wollten mit der Teilnahme auch eine Einschätzung unserer Ideen durch Fachleute, die sich schon lange in der Gründerszene bewegen. Umso größer war dann die Freude des ganzen Teams über die Platzierung.

VC Magazin: Was habt Ihr im Rahmen des Wettbewerbs gelernt? Hat der Wettbewerb Euch dabei geholfen, Investoren zu finden?
Carsten: Es gab nach der Preisverleihung ein enormes Interesse von unterschiedlichen Seiten. Das betraf sowohl Medien- und Fachpublikationen als auch mögliche Investoren. Der Award hat viel Aufmerksamkeit auf die Notion Systems GmbH gelenkt und uns nach meiner Einschätzung beim Fundraising für die A-Runde enorm geholfen. Bei Gesprächen und Besuchen von Kunden erregt der spektakuläre Pokal, der bei uns einen Ehrenplatz im Eingangsbereich hat, immer die Aufmerksamkeit und ist ein wertvoller Baustein zum Erwerb von Vertrauen.

VC Magazin: Ihr habt den Award in der Kategorie Start-up erhalten. Was hat der Preis umfasst? Hat Euch das weitergeholfen?
Carsten: Das Preisgeld hilft in unserer Phase natürlich sehr. Wir haben aber über den Award auch wertvolle Kontakte geknüpft. Das Mentoring haben wir in Form von Coaching für die weitere Finanzierung genutzt. Speziell in diesem Bereich und auch für die weitere Entwicklung des Unternehmens, zum Beispiel bei der Einführung eines ERP-Programmes, werden wir gerne auf das Coaching durch bwcon zurückgreifen.

VC Magazin: Könnt Ihr unseren Lesern einen Tipp geben, wie man einen Wettbewerb wie CyberOne erfolgreich durchläuft? Wie kann man das Maximum für sein Unternehmen daraus herausholen?
Carsten: Es ist wichtig, die Unternehmensidee klar und strukturiert darzustellen, sodass sich auch Leser aus anderen Fachbereichen damit identifizieren können. Praktische Beispiele aus dem Alltag für die vorgesehenen Anwendungen helfen hier meist weiter. Außerdem ist der Auftritt als Team enorm wichtig. Man hat die besten Chancen, wenn jeder Bereich, wie z.B. Mechanik- und Elektronikentwicklung, Software-Entwicklung, Vertrieb, Produktion und Finanzen, von einem Spezialisten abgedeckt ist. Auch Einzelkämpfer haben sicher gute Ideen, ihnen traut man aber deren Umsetzung als Einzelperson meist nicht zu. Wir arbeiten mit einer kleinen Presseagentur zusammen und haben zusätzlich zu den Aktivitäten von bwcon dafür gesorgt, dass unsere Teilnahme und letztendlich auch die Platzierung so häufig wie möglich veröffentlicht werden. Diesen Kanal nutzen wir auch für Pressemitteilungen bezüglich Teilnahmen an Messen und beispielsweise den Launch eines neuen Produktes.

VC-Magazin: Vielen Dank für das Gespräch.

TIPP:

Das Imagevideo, das im Rahmen des CyberOne von Notion Systems gedreht wurde, findet Ihr auf Youtube.

Zum Gesprächspartner:

Carsten Schimansky, Notion SystemsCarsten Schimansky ist Geschäftsführer von Notion Systems.