Gute Stimmung in der Wirtschaft – schlecht für Interimsmanager?

Panthermedia/Stefan Dubil
Die Zeiten, in denen Interimsmanager lediglich als "Feuerwehrleute" für Unternehmen galten, sind vorbei. Heute sieht sich die Branche im Aufwärtstrend.
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Die allgemeine konjunkturelle Lage ist gut – schlecht für die Manager auf Zeit? Ganz und gar nicht. Zu Unrecht gelten Interimsmanager häufig immer noch als die Feuerwehrleute, die ausrücken, wenn es der Wirtschaft schlecht geht, es bei den Unternehmen brennt und diese zum Beispiel einer Komplettsanierung unterzogen werden müssen. Dagegen ist das Einsatzspektrum der Zeitarbeiter in Nadelstreifen weitaus größer: angefangen bei der klassischen Überbrückung von Vakanzen, über Business Development und Projektarbeit bis hin zur Unterstützung in Nachfolgesituationen sowie M&A-Prozessen. Interimsmanager bringen in ganz vielen Bereichen Mehrwerte in die Unternehmen – und das losgelöst von der gesamtwirtschaftlichen Stimmung. Dies belegen auch aktuelle Zahlen.

25% Marktwachstum

Insgesamt erfährt das Management auf Zeit eine stetig zunehmende Akzeptanz durch große Konzerne und mittelständische Unternehmen: Nach einer Prognose der Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e.V. (DDIM) wächst der Dienstleistungsbereich 2013 voraussichtlich um über 25% und erreicht auf Jahresfrist ein Honorarvolumen von fast 1,2 Mrd. EUR. Insgesamt sind 5.500 Interimsmanager der ersten zwei Führungsebenen in Deutschland tätig, bis zum Jahresende 2013 werden es geschätzt 6.200 sein.

Viele Gründe für die positive Entwicklung

Die Flexibilisierung und arbeitsteilige Spezialisierung der Arbeit mit veränderlichen Kompetenzbedarfen, beispielsweise in Unternehmensnetzwerken, interdisziplinären Workgroups oder Projekt-Organisationen, steht für den Schub der Branche und verspricht künftiges Wachstum. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Gründe. So führt die demografische Entwicklung in Deutschland dazu, dass die Kompetenzen von Managern und Fachleuten zu wertvoll sind, als dass sie dauerhaft nur in einer Organisation genutzt werden. Mehr und mehr wird die Wirtschaft auf die vorhandene, punktgenau passende Expertise zugreifen. Darüber hinaus erkennen weitere Branchen die Mehrwerte der Manager auf Zeit und nutzen deren Dienstleistungen. Ebenfalls greifen verstärkt Familienbetriebe und inhabergeführte Mittelständler auf die Arbeitskraft der Interimsmanager zurück.

Interessantes Berufsbild

Die Anzahl „älterer“ Manager, die sich auch weiterhin einbringen und nicht „in Rente gehen“ wollen, steigt. Jüngere Manager entscheiden sich bewusst für das abwechslungsreiche Berufsbild des Interimsmanagers. Darüber hinaus wird der Effekt durch die „Babyboomer-Jahre“ verstärkt. Interimsmanagement-Provider, aber auch Personal- und Unternehmensberater sowie Banken und Private Equity-Gesellschaften bauen zunehmend eigene Pools an Interimsmanagern auf, genauso wie Insolvenzverwalter und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.

Fazi
Die Aussichten sind also sonnig, dass der Aufwärtstrend der Branche weiter anhält. So prognostiziert die DDIM auf Zehnjahressicht eine Verdreifachung des Marktvolumens auf rund 3,5 Mrd. EUR.