Höhere Renditen kehren zurück – höhere Risiken auch

Trends bei Private Equity-Investitionen

Ein weiteres Zeichen der Erholung lässt sich bei der Analyse der Finanzierungsstrukturen von Private Equity-Transaktionen erkennen: Sowohl in Europa als auch in USA zeigt sich der Trend hin zu einem weitaus höheren Fremdkapitalanteil bei der Finanzierung von Buyout-Transaktionen. Das Gesamttransaktionsvolumen hat sich im Zehnjahresdurchschnitt auf mittlerem Niveau stabilisiert, der Eigenkapitalanteil nimmt aber gegenüber der Situation in den letzten Jahren nach dem Lehmann Crash stark ab. In Europa sind laut Cepres PE.Analyzer-Zahlen im Schnitt nur noch knapp 50% des Transaktionsvolumens mit Eigenkapital finanziert. Aufgrund der weiteren Zurückhaltung von Banken, Kredite zu vergeben, ist allerdings der Anteil von Senior Debt in Europa immer noch begrenzt, und unabhängige Credit-Fonds nutzen die Gunst der Stunde, um den Anteil von Sub- aber auch Senior Debt-Finanzierungen in den Buyout-Transaktionen auszuweiten.

In den USA agieren Banken bereits weitaus aggressiver als in Europa: 2013 wurde laut Cepres der durchschnittliche Eigenkapitalanteil auf 30% gesenkt. Somit sieht man ein fast historisch niedriges Eigenkapitalfinanzierungsvolumen, bei einem weiterhin sehr stabilen Gesamttransaktionsvolumen. Interessanterweise nutzen Banken in den USA die Verfügbarkeit von Liquidität und die niedrigen Zinsen für eine sehr aggressive Ausstattung von Buyout-Finanzierungen mit Senior-Kapital. Trotz kurzfristig gesteigerter Renditevisionen für die Eigenkapitalinvestoren entstehen dadurch aber auch erhebliche Risken für die nächste Zeit, da wir uns weiterhin in einer nicht robusten Wirtschaftsentwicklung bewegen. Unabhängige Private Debt-Fonds treten entgegen ihrer historisch starken Stellung in den USA im Moment weniger in Konkurrenz zu den Banken und sind kurzfristig bei der Kreditvergabe sehr restriktiv. Diese Disziplin, eher opportunistisch zu handeln und sich auch aus überlaufenen Märkten kurzfristig zurückzuziehen, ist ein Lernerfolg gegenüber den Jahren 2006/2007. Damals hatten die Private Debt-Fonds ihre Finanzierungsanteile mit dem Markttrend zu entsprechend niedrigen Zinskonditionen ausgebaut und die Risiken in ihren Portfolios stark erhöht. Für 2014 ist also nicht mehr mit einer Überhitzung des Private Debt-Segmentes zu rechnen, allerdings mit einem geringeren Dealflow.

Fazit

Schaut man sich die globalen Buyout-Renditen und Ausfallraten an, sind gute Renditen zwar zurückgekehrt, sie basieren aber auf einem höheren Risikogehalt in den Portfolios. Da die Einstiegsbewertungen generell im Moment sehr hoch sind und – zumindest in den USA – die Leverage-Raten an ein Maximum geraten sind, schnellen die Ausfallraten, gemessen an der prozentualen Anzahl aller Deals pro Investitionsjahr in Portfoliofirmen, deren Ausschüttungen und Bewertungen unter den Einstiegskosten liegen, für die Transaktionen der letzten Jahre nach oben. Dieses Bild kann sich allerdings bei fortschreitendem Reifegrad der Transaktionen ins Positive berichtigen. Da sich die Marktbewertungen bisher nicht korrigiert haben, ist ein ähnliches Bild auch für Transaktionen im Jahr 2014 zu erwarten. Marktdisziplin wird auch hier der Erfolgsfaktor sein.