Streetspotr: Crowdsourcing für lokale Marktforschung

Europas größte Mobile Workforce: Das Team von Streetspotr ist Finalist im Wettbewerb Code_n
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Heute werden auf der CeBit die Gewinner des Wettbewerbs Code_n bekanntgegeben. Ein Finalist ist Streetspotr aus Nürnberg. “Europas größte Mobile Workforce” ist ein heißer Anwärter auf den begehrten Titel. vc-magazin.de erklärt das Geschäftsmodell und nennt die Investoren.

Zeit ist Geld – ungenutzte Zeit ist verschwendetes Geld. Doch wie lässt sich Zeit effektiv nutzen, vor allem wenn die Spannen eher kurz sind? Moderne Technik und die Streetspotr GmbH (www.streetspotr.com) aus Nürnberg eröffnen dazu Möglichkeiten: Smartphone-Nutzer können mit einer App quasi im Vorbeigehen Adressen, Öffnungszeiten und Warenangebote checken und fotografieren und dafür ein kleines Honorar kassieren. Unterstützt werden die Franken dabei von der KfW und von Business Angels, Türöffner bei der Kapitalsuche war der Businessplan Wettbewerb Nordbayern.

Mobile Arbeitskräfte

Das Geld liegt praktisch auf der Straße, dachten sich im Sommer 2011 die Gründer Werner Hoier, Holger Frank, Dorothea Utzt und Michael Waldmann und gründeten das IT-Start-up Streetspotr. Ihre Idee: Viele Menschen sind tagtäglich von A nach B unterwegs, haben dazwischen etwas Zeit und können mit Hilfe ihres Smartphones zu mobilen Arbeitskräften für lokale Marktforschung werden: Beispielsweise Parkhäuser fotografieren, womit ein großer Autohersteller seine Navigationssysteme füttert. Oder im Supermarkt nachsehen, wie die Waren eines Herstellers platziert wurden. Oder einfach nur die Richtigkeit einer Adresse prüfen.

Recherche vor Ort

Die Streetspotr-Gründer: Dorothea Utzt, Werner Hoier und Holger Frank (v.l.)Diese Art des Crowdsourcing nutzt seit 2005 auch der Amazon-Service „The Mechanical Turk“, doch die Nürnberger Jungunternehmer haben es dahingehend verfeinert, dass sie die Aufträge passend zum Aufenthaltsort anbieten können. Die Auftraggeber – kleine Firmen ebenso wie große Unternehmen – geben den Ort und die Adresse für ihre Anfrage auf der Homepage ein, Streetspotr sucht die in der Nähe weilenden User und benachrichtigt diese. Egal wie viele Streetspotr beteiligt sind, der Auftraggeber erhält nur eine einzige Rechnung. Um Zeit und Ort der Recherche zu verifizieren, werden Geodaten genutzt, die ein engagiertes Team vor Weitergabe der Ergebnisse überprüft.

Auf Expansionskurs

Das junge Unternehmen wächst rasant, wie Geschäftsführerin Dorothea Utzt anhand einiger Zahlen veranschaulicht. „Unsere Community umfasst 225.000 Streetspotr und wächst täglich um ca. 200 Neuregistrierungen. Da immer noch viel in der Presse über uns berichtet wird, haben wir natürlich Peaks in den Anmeldungen.“ Das Verbreitungsgebiet umfasste bisher Deutschland, Österreich und Schweiz. „Im Dezember 2013 sind wir mit unserem Launchpartner Delivery Hero nach Großbritannien expandiert. Interessierte Unternehmen können uns hier noch für einen Start-Rabatt anfragen.“ Dieses Jahr soll die Expansion ins europäische Umland weitergehen.