9 Fragen an Christian Doberschütz, fotovio

Christian Doberschütz, fotovio
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Wenn die Aussicht auf das eigene Unternehmen spannender ist als die Karriere in Wissenschaft oder Konzern, bricht der Unternehmergeist durch. Welche Idee sie verfolgen, ob es Vorbilder gibt und aus welchen Erfahrungen sie besonders viel gelernt haben, berichten Entrepreneure im Gründerinterview – dieses Mal Christian Doberschütz, Gründer und Geschäftsführer der fotovio GmbH (www.fotovio.io).

VC Magazin: Wie kam es zu der Idee für Dein Start-up?

Christian: Die Idee zu fotovio kam mir spontan während eines Urlaubs. Ich habe damals eine klassische Postkarte nach Hause verschickt und dachte mir, dass es doch genial wäre, wenn man einen Videogruß auf der Postkarte hinterlegen könnte. Durch die fotovio Memory Sticker kann nun jeder seine Videobotschaft auf Grußkarten und Geschenkartikel „aufkleben“. Damit macht fotovio Geschenke emotionaler und bringt das Thema Mass Customization in den stationären Handel.

VC Magazin: Was sprach gegen die Karriere als Angestellter und wie hat sich das Gründerteam zusammengefunden?

Christian: Ich habe mehrere Jahre als Unternehmensberater gearbeitet und konnte dort wertvolle Erfahrungen sammeln, als Gründer von fotovio kann ich jedoch eigene Ideen und Produkte umsetzen. Meinen Mitgründer Daniel Schniepp habe ich durch Xing gefunden. Daniel verantwortet die IT bei fotovio und leitet das Entwicklerteam.

VC Magazin: Ihr sucht derzeit Kapital über Companisto, gerade habt ihr die Verlängerung der Kampagne bekannt gegeben. Schon jetzt habt ihr eine Zusage für ein Vielfaches des gesuchten Kapitals. Warum habt Ihr Euch für diese Finanzierungsform entschieden und wie sind deine Erfahrungen mit Crowdinvesting?

Christian: Auf Companisto können die Investoren frei entscheiden, mit welchem Betrag zwischen 5 EUR und 100.000 EUR sie sich beteiligen möchten. Durch ihr Investment werden die Investoren zu Anteilseignern von fotovio und profitieren fortan von Gewinnen, jeder Steigerung des Unternehmenswerts und einem eventuellen Unternehmensverkauf. Fotovio profitiert von der internationalen Ausrichtung von Companisto und konnte bereits Investoren aus Brasilien, Singapur und Großbritannien gewinnen. Wir sind mit unserer Crowdfunding sehr zufrieden und konnten neben dem Kapital sehr wertvolle Kontakte knüpfen. Neben potenziellen Kunden haben sich auch einige Venture Capital-Gesellschaften bei uns gemeldet, mit denen wir nun in Gesprächen sind.

VC Magazin: Wenn Du auf Deine bisherigen unternehmerischen Erfahrungen zurückblickst: Welche Entscheidungen würdest Du erneut treffen?

Christian: Wir haben unsere Produkte sehr früh auf internationalen Messen ausgestellt. Dies würde ich wieder so machen, da wir dadurch wertvolle Kontakte und eine hohe Sichtbarkeit in der Branche erhalten haben.

VC Magazin: Verbrannte Finger gelten als gute Lehrmeister. Aus welchen schmerzhaften Erfahrungen konntest Du besonders viel lernen?

Christian: Als größter Fehler hat sich das Outsourcing unserer App-Programmierung herausgestellt. Dies haben wir sehr schnell geändert und entwickeln seit Ende 2012 die fotovio App und die Cloudplattform vollständig intern. Daneben lernen wir kontinuierlich durch das wertvolle Feedback unserer Kunden.