Geldanlage via Fintechs

Bereit für die Zukunft: Geldanlage via Fintechs
Bereit für die Zukunft: Geldanlage via Fintechs
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Immer mehr Privatanleger nutzen das Leistungsspektrum innovativer Fintechs, um Renditechancen zu nutzen oder sich neue Investmentmöglichkeiten zu sichern. Weil dabei oft auch ein Mehr an Markttransparenz und Kostenvorteile winkt, dürfte das Interesse in den nächsten Jahren rasant wachsen.

Wenn es ums Geld geht, so hat die Zukunft wieder einmal gerade erst begonnen. Treiber der Entwicklung sind junge Finanztechnologieunternehmen, die online Kredite, Investitionen und Anlageprodukte vermitteln oder digital basierte Investmentstrategien anbieten. Eine Studie des Bundesfinanzministeriums prognostiziert, dass das Marktvolumen solcher Fintechs bis zum Jahr 2020 von heute 2,2 Mrd. EUR auf 58 Mrd. EUR steigen wird. Die Beratungsgesellschaft Oliver Wyman sagt voraus, dass das von Robo-Advisors weltweit verwaltete Vermögen bis 2020 das 16-fache Volumen des Jahres 2015 erreichen könnte. Auch deutsche Anleger zeigen sich interessiert. Laut einer YouGov-Umfrage ist es fast für jeden Dritten eine Überlegung wert, bei der Geldanlage auf die Empfehlung von Anlagerobotern zu hören.

Kleinanleger geben Online-Kredite

Das Leistungsspektrum ist so breit wie die Zielgruppen. Zum Beispiel helfen Fintechs, eine Verbindung zwischen Kleinanlegern und Privatleuten oder Firmengründern mit Kapitalbedarf herzustellen. Über Kreditplattformen wie Smava, Lendico und Auxmoney leihen Sparer ihr Geld gegen Verzinsung. Weil sich bei diesem Peer to Peer Lending ein ganzer Schwarm von Kapitalgebern zusammenschließt, winken schon auf kleine Anlagebeträge ab 50 EUR Zinsen. Doch zur Aussicht auf überdurchschnittliche Renditen gehören auch hier Risiken. So wird es oft so sein, dass die Kreditnehmer nicht über genügend Bonität für ein klassisches Bankdarlehen verfügen. Entsprechend hoch ist die Verlustgefahr für die Geldgeber. Die Plattformen achten deshalb auf Sicherheitsvorkehrungen. Smava etwa prüft die Kreditwürdigkeit durch Schufa-Auskunft und Einkommensnachweise und ordnet sie in Bonitätsklassen ein. Ein Pooling sorgt zudem dafür, dass sich alle Anleger die Kreditausfälle teilen und so ihr Risiko abfedern. Dennoch gilt: Anleger sollten in Crowd-Kredite nur einen kleinen Teil ihres Geldes investieren und den ins Auge gefassten Kredit kritisch prüfen.

Crowdinvesting: Renditecoup oder Totalausfall

Eine andere Crowd-Variante ist die Bereitstellung von Wagniskapital für Start-ups über Plattformen wie Companisto und Seedmatch. Kleinanlegern winken hier Renditen aus der Beteiligung an künftigen Gewinnen oder einem späteren Verkauf des Unternehmens. Im Erfolgsfall kann das schon einmal eine Vervielfachung des eingesetzten Kapitals bedeuten. Bei negativer Entwicklung droht jedoch Totalverlust. Mehr als 2.000 Kleinanleger des über Seedmatch finanzierten insolventen Hamburger Cloud Server-Spezialisten Protonet etwa müssen seit Anfang Februar um ihr Geld fürchten. Schon vorher war auch der über Companisto finanzierte Online-Händler Returbo in die Pleite geschlittert. Ratsam ist es deshalb, nur einen Teil – z.B. ein Zehntel – des Vermögens in Crowdfunding zu investieren und die Investitionen mindestens auf drei Start-ups zu verteilen. Und: Geduld ist gefragt. Denn es kann dauern, bis Start-ups Geld verdienen.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des VentureCapital Magazins.