Einkommen im Private Equity-Sektor steigen 2017 leicht an

Laut einer aktuellen Vergütungsstudie weist Deutschlandim Private Equity-Sektor europaweit die höchsten Vergütungen aus.
Laut einer aktuellen Vergütungsstudie weist Deutschlandim Private Equity-Sektor europaweit die höchsten Vergütungen aus.
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Im europäischen Vergleich ist in Deutschland die Kompensation für Professionals im Private Equity-Sektor besonders hoch. Deutschland hat dabei Großbritannien als Land mit der höchsten Vergütung für Partner und Geschäftsführer der Private Equity-Industrie abgelöst, so der „European Private Capital Compensation Survey“ der Personalberatung Heidrick & Struggles.

Die Verschiebungen bei der Vergütung in der Private Equity-Industrie sind laut der Studienautoren auch eine Folge der geopolitischen Bedenken, die mit dem Brexit zusammenhängen. Deutschland habe inzwischen als Standort einige Vorteile, um sich im Private Equity-Geschäft als neues Zentrum zu etablieren. So sei die Wirtschaft insgesamt stark, der Mittelstand gesund und die Anlage von Kapital vergleichsweise sicher.

Deutschland in puncto Bezahlung an der Spitze der europäischen Private Equity-Industrie

Über die drei Gruppen hinweg steht Deutschland in puncto Bezahlung inzwischen mit an der Spitze der europäischen Private Equity-Industrie. Partner und Geschäftsführer deutscher Private Equity-Firmen verdienen im Schnitt 115% des Einkommens ihrer Kollegen in Großbritannien. Am schlechtesten schneiden Partner und Geschäftsführer in Frankreich ab, deren Vergütungen lediglich 65% der Höhe der Einkommen in Großbritannien erreichen. Bei den Principals werden in Großbritannien durchschnittlich die höchsten Vergütungen erzielt, bei den Associates in Skandinavien. In Deutschland erzielen die Principals 89% der Einkommen ihrer Kollegen in Großbritannien, bei den Associates 104%.

Einkommen im Private Equity-Sektor steigen weiter

Für das Jahr 2017 können die Autoren der Studie bei den Gehältern in der europäischen Private Equity-Industrie eine leichte Steigerung feststellen. 33% der Teilnehmer berichten über eine Erhöhung ihres Grundgehalts und 35% über eine Erhöhung des Bonus. In etwa gleichbleibende Einkommen geben 52% (Grundgehalt) bzw. 45% (Bonus) an. Rückläufige Einkommen müssen 15% (Grundgehalt) bzw. 20% (Bonus) hinnehmen. Bei jenen Managern, die ihr Einkommen 2017 steigern können, liegt bei einer Mehrheit von 82% der Zuwachs im Bereich von 11 bis 40%.

Branche sucht Talente unterhalb der Partner- und Geschäftsleitungsebene

Europaweit entwickeln sich die Einkommen von Partnern bzw. Geschäftsführern, Principals und Associates unterschiedlich. Während die durchschnittliche Gesamtvergütung von Partnern bzw. Geschäftsführern lediglich von 648.000 EUR auf 650.000 EUR steigt, legen Principals im Schnitt von 328.000 EUR auf 342.000 EUR zu. Associates können ihr Einkommen von 163.000 EUR auf 177.000 EUR erhöhen. Laut der Studienautoren spiegeln die Zahlen den Trend wider, dass die Branche Talente unterhalb der Partner- und Geschäftsleitungsebene sucht.

Starkes Fundraising und viel „Dry Powder“

Der Verdienstzuwachs bei den Private Equity-Managern spielt sich laut der Autoren der Studie vor dem Hintergrund einer grundsätzlich starken Marktentwicklung beim Fundraising ab. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus konnten 54 Fonds im ersten Halbjahr 2017 42 Mrd. EUR an Kapital von institutionellen Investoren einsammeln. Der Markt ist mit knapp 200 Mrd. EUR an „Dry Powder“- so nennt die Branche Geld, das sie bei professionellen Anlegern eingesammelt, aber noch nicht investiert hat – sehr gut kapitalisiert. Gleichzeitig sinken in Europa laut der Studienautoren die Deal-Aktivitäten. Das Investitionsvolumen betrug bis Juni 2017 202 Mrd. EUR, die sich auf rund 1.200 Portfolio-Unternehmen verteilen. Private Equity-Firmen sind derzeit laut der Experten von Heidrick & Struggles einem erhöhten Druck ausgesetzt, in lukrative Unternehmen mit hohem Wachstumspotential und Renditechancen zu investieren.