Mojin Robotics erhält den Fraunhofer-Gründerpreis 2017

Fraunhofer Venture und der High-Tech Gründerfonds zeichnen die Mojin Robotics GmbH für ihre intelligente Robotertechnologie mit dem Fraunhofer-Gründerpreis 2017aus.
Fraunhofer Venture und der High-Tech Gründerfonds zeichnen die Mojin Robotics GmbH für ihre intelligente Robotertechnologie mit dem Fraunhofer-Gründerpreis 2017aus.
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Die Mojin Robotics GmbH erhält den mit 5.000 EUR dotierten Fraunhofer-Gründerpreis 2017, den Fraunhofer Venture gemeinsam mit dem High-Tech Gründerfonds ins Leben gerufen hat. Mit dem Preis wird dieses Jahr ein Spin-off aus dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA ausgezeichnet, das durch die Kombination von semantischen Dialogsystemen und künstlicher Intelligenz einen Roboter entwickelt hat, der durch seine einzigartige Technologie das Leben in verschiedenen Bereichen vereinfacht und so die Lebens- und Arbeitsqualität auf ein neues Level hebt.

Immer mehr Robotertechnologien finden Einzug in unseren Alltag. Doch bisher existieren kaum Automatisierungssysteme außerhalb der Industrie. Mit der Technologie der Mojin Robotics GmbH werden diese in Alltagsumgebungen gebracht und können aufgrund ihrer Modularität ohne großen Entwicklungsaufwand auf eine kundenspezifische Lösung konfiguriert werden. Mojin Robotics ist eine Ausgründung des Fraunhofer IPA und bietet Servicerobotik-Lösungen für vielfältige Einsatzgebiete her, z. B. für Handel, Museum oder Krankenhäuser. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA ist mit annähernd 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eines der größten Institute der Fraunhofer-Gesellschaft. Das Jahresbudget beträgt über 64,2 Mio. EUR, davon stammt mehr als ein Drittel aus Industrieprojekten. 14 Fachabteilungen arbeiten interdisziplinär, koordiniert durch sechs Geschäftsfelder, vor allem mit den Branchen Automotive, Maschinen- und Anlagenbau, Elektronik und Mikrosystemtechnik, Energiewirtschaft, Medizin- und Biotechnik sowie Prozessindustrie zusammen.

Mobile Robotertechnologie mit vielfältigen Anwendungen

Die am Fraunhofer IPA in Stuttgart entwickelte Care-O-bot 4 Technologie ist vielfältig einsetzbar. Vor allem die Plug and Play-Module, die hochwertigen Sensoren, die patentierten Kugelgelenke, die dem Roboter eine hohe Agilität verleihen und die multimodale Inputmöglichkeit machen die Robotertechnologie nach Aussage der Jury einzigartig. Der Serviceroboter findet bereits Anwendung im Bereich Smart Services z.B. als Verkaufsassistenz, als Museums-Guide sowie bei der Patientenversorgung. Aber auch für die Bereiche Smart Home und Smart Industry sind zahlreiche Einsatzgebiete denkbar, z.B. als allgemeine Haushaltsunterstützung oder in der automatisierten Logistik. Ziel des Start-ups ist es, die Robotertechnologie zu kommerzialisieren und mit dieser Prozesse im Dienstleistungssektor zu automatisieren. Dabei soll der Roboter das immer knapper werdende Fachpersonal unterstützen, indem er einfache Tätigkeiten übernimmt, so das Unternehmen.

Intelligtenter Roboter als charmante Einkaufshilfe

Vor allem im Dienstleistungssektor sehen Fraunhofer Venture und High-Tech Gründerfonds ein sehr großes Potenzial. Der Fachkräftemangel in diesem Bereich werde sich in den kommenden Jahren immer mehr zuspitzen. Dem könnte durch mobile Serviceroboter entgegengesteuert werden. Mit dem Team der Mojin Robotics GmbH möchten die Frühphasen-Investoren neue Anwendungsfälle erschließen und damit die Servicerobotik revolutionieren.

Care-O-bot 4 durfte sich bereits im stationären Elektronikhandel bei Saturn beweisen. Als Verkaufsassistent hatte der Roboter mit dem Namen Paul stets den Überblick und kannte das gesamte Sortiment. Ohne menschliches Zutun hilft er auf sympathische und freundliche Weise Kunden bei der Produktsuche. Paul zeigt hierbei nicht nur Humor, sondern stellt sich auch individuell auf den Kunden ein, verspricht das Robotik-Start-up. Durch sein User-zentriertes Erscheinungsbild, seine freundliche Sprache und vertrauenserweckenden Augen bekomme er seine eigene Persönlichkeit und könne sich über seine Kamera oder die Gesichtserkennungssoftware individuell auf den Kunden einstellen. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz soll er die allgemeine Empfindungslage von Konsumenten erfassen und diese in der Kommunikation berücksichtigen. Auch ein gut besuchtes Einkaufscenter stellt laut des Start-ups durch die Fähigkeit räumlicher Orientierung kein Problem dar. Der Individualität des Roboters seien kaum Grenzen gesetzt. Wenn Paul mal nicht weiter weiß,  lässt er sich automatisch durch menschliche Verkäufer unterstützen und überbrückt die Wartezeit durch ein kleines Tänzchen. Dank verschiedener Sensoren kann der mobile Helfer seinen Mitmenschen oder auch Gegenständen ausweichen. Paul überzeugte auch schon eine international hochkarätig besetze Jury und ging als Gewinner des EHI Awards 2017 in der Kategorie Best Customer Experience hervor.

Fraunhofer-Gründerpreis zeichnet Spin-off mit unmittelbaren gesellschaftlichen Nutzen aus

Der Fraunhofer-Gründerpreis wurde 2015 im Rahmen der gesamtheitlichen Ausgründungs- und Beteiligungsstrategie der Fraunhofer-Gesellschaft ins Leben gerufen. Bereits zum dritten Mal zeichnet er ein am Markt aktives und erfolgreiches Spin-off aus, dessen Produkte und Dienstleistungen einen unmittelbaren gesellschaftlichen Nutzen aufweisen. Mit der Auszeichnung wollen Fraunhofer Venture und der High-Tech Gründerfonds nach eigenen Angaben herausragende Fraunhofer-Gründer mit ihren innovativen Geschäftsideen honorieren und Ausgründungsvorhaben innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft weiter fördern. Fraunhofer Venture ist eine zentrale Abteilung der Fraunhofer-Gesellschaft e.V. und Partner von Gründern, Start-ups, Fraunhofer-Instituten, Industrie und Kapitalgebern. Sie bietet jungen Unternehmen durch den Zugang zu Fraunhofer-Technologien, Fraunhofer-Infrastruktur und Fraunhofer-Know-how mit über 5.200 Patentfamilien die Möglichkeit, sich mit ihren Produkten auf dem Markt schneller und besser zu etablieren.