Schweizer Medienkonzern investiert in Blockchain-Technologie

Schweizer Medienkonzern investiert in Blockchain-Technologie
Verlagshäuser müssen die digitale Transformation meistern: Über Bot Labs will der Medienkonzern Burda Innovation vorantreiben. Das Start-up soll die Blockchain-Technologie für Verlage nutzbar machen.
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Bot Labs entwickelt technologische Innovationen für Unternehmen – auf Basis der Blockchain. Seine Lösungen bietet das Berliner Start-up in Kooperationsmodellen an. Die Firma wurde Anfang des Jahres von Hubert Burda Media und Ingo Rübe gegründet. Rübe arbeitete zuvor als CTO des nationalen Verlagsgeschäfts für Burda. Jetzt beteiligt sich ein weiterer Medienkonzern an dem Start-up. Ringier steigt mit einer Minderheit ein – mit dem Ziel, das Potenzial der Blockchain-Technologie für die digitalen Assets innerhalb des eigenen Portfolios besser zu verstehen.

Die Hubert Burda Media Holding Kommanditgesellschaft hat Anfang des Jahres in die Blockchain-Technologie investiert: Gemeinsam mit Ingo Rübe hat das Medienhaus die Bot Labs GmbH gegründet. Rübe war zuvor CTO des nationalen Verlagsgeschäfts bei Burda. Bot Labs will auf Basis der Blockchain konkrete Innovationen für Unternehmen erarbeiten. Ziel ist es, Wege zu identifizieren, Neuerungen in die operativen Geschäfte zu integrieren. Philipp Welte, Burda Vorstand, attestiert der Technologie das Potenzial, das Internet zu „seinem höchst demokratischen Gründungsmythos“ zurückzuführen. Blockchain erlaubt sichere Transaktionen aller Art ohne Zwischeninstanzen. Sie schafft smarte Verträge, die selbst auf ihre Einhaltung achten. Anwendungsoptionen sind Autos, die sich selbst vermieten, oder Reisen, die ohne Vermittler abgewickelt werden können. Die Technologie verspricht auch konkrete Verbesserungen für die Medienbranche: Einbuchen von Werbung in Plattformen oder die kostenpflichtige Nutzung redaktioneller Inhalte. Rübe erklärt die Vorteile der Blockchain: „Das Spannende ist, dass es sich um eine zutiefst demokratische, konsumentenfreundliche und zudem sichere Technologie handelt. Sie kann Intermediäre aller Art überflüssig machen, Datenmissbrauch und Datensilos eliminieren und dadurch das Mediengeschäft revolutionieren.“ Welte sind in der Technologie die Chance für Verlage, „die Verbindung zu unseren Konsumenten aus den Fängen der Monopolisten zu befreien und die Wertschöpfung entlang unserer Inhalte in der digitalen Welt ihrem eigentlichen Zweck zuzuführen: der Finanzierung von hochwertigem Journalismus“.

Möglichkeiten der Blockchain-Technologie besser verstehen

Dieses Potenzial will auch die Schweizer Ringier AG nutzen: Der Medienkonzern steigt mit einer Minderheitsbeteiligung bei Bot Labs ein. Ziel ist es, die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie „für die digitalen Assets innerhalb unseres Portfolios besser zu verstehen und anwenden zu lernen“, erklärt Robin Linng, Head of Marketplaces bei Ringier. Als digitales Medienunternehmen habe man den Anspruch, die digitale Transformation weiter erfolgreich voranzutreiben: „Neben Beteiligungen an Unternehmen sind Investitionen in Basistechnologien für uns Investitionen in die Zukunft unserer Gruppe.“ Ringier beteiligt sich auch über einen eigenen Venture Capital-Arm an Start-ups. Ringier Digital Ventures ist unter anderem bei Yamo engagiert, einem Start-up für Bio-Babynahrung. Details der aktuellen Transaktion sind nicht veröffentlicht.

Bot Labs GmbH, Berlin
Tätigkeitsfeld: Blockchain
Investoren: Ringier AG
Volumen: nicht veröffentlicht (Minderheitsbeteiligung)