Duty Free-Shopping in der Innenstadt: 1,4 Mio. EUR für italienisches Start-up

Duty Free-Shopping in der Innenstadt: 1,4 Mio. EUR für italienisches Start-up
Stamp will Läden in Shopping Malls oder der Innenstadt für Käufer aus dem Ausland in Duty Free-Stores verwandeln.
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ZhenFund und btov Partners steigen bei Stamp ein

Stamp will jedes Geschäft in den Städten in einen Duty Free-Shop verwandeln. Das Mailänder Start-up bietet auf seiner Plattform eine digitalisierte Form des steuerfreien Einkaufs an. Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft btov Partners steigt ein. Zudem engagiert sich der chinesische ZhenFund. Insgesamt erhält Stamp 1,4 Mio. EUR. Das frische Kapital wollen die Italiener verwenden, um ihre Technologie auch in weiteren Ländern Europas nutzbar zu machen. Zudem sollen chinesische Konsumenten verstärkt angesprochen werden.

Käufer aus dem Ausland sind von der Mehrwertsteuer auf gekaufte Waren befreit. Bisher werden die entsprechenden Beträge in den Zollstellen rückerstattet – der Prozess ist oft mühsam und aufwendig. Dieses Problem will die Stamp Italy Srl lösen. Das Mailänder Start-up verspricht, jedes Geschäft in einen Duty Free-Shop zu verwandeln. Das Unternehmen betreibt eine Plattform, über die der Rückerstattungsprozess digitalisiert werden kann – vorausgesetzt, der Kauf erfolgt bei einem auf dem Portal registrierten Händler. Kunden in Italien erhalten die Value Added Tax über ein reines Online-Verfahren zurück. Nutzer in anderen EU-Ländern sparen sich den Papierkram noch nicht komplett: Sie müssen den Stempel der Zollbehörde vorweisen. Per SMS erfolgt die Benachrichtigung, dass der Prozess angeschlossen ist – der Käufer kann die EU verlassen. Nach eigenen Angaben haben die Italiener bereits über 1.000 Handelspartner überzeugt, dazu kommen Zehntausende Verbraucher. Der Service des Start-ups ist bis zu einer Kaufsumme von 500 EUR gratis. Wer Waren von höherem Wert bis zu 5.000 EUR erwirbt, zahlt 9,99 EUR für die Lösung. Für jede Summe darüber werden 19,99 EUR fällig.

EU-weit Duty Free-Shopping-Gefühl ermöglichen

Stamp will EU-weit expandieren. Außerdem wollen die Italiener künftig eine neue vielversprechende Kundengruppe verstärkt angehen: chinesische Käufer. Diese Vorhaben kann das Start-up mit Hilfe einer Finanzierung vorantreiben. Die Schweizer btov Partners AG steigt ein. Zudem investiert die chinesische ZhenFund Inc. Insgesamt erhält die Plattform fürs Duty Free-Shopping in den Innenstädten 1,4 Mio. EUR. Btov-Partner Jochen Gutbrod zeigt sich beeindruckt von der problemlosen und kostengünstigen Lösung des Unternehmens: „Stamp baut einen neuen Standard für Tax Free-Shopping auf. Die Plattform treibt die Disruption der Branche voran.“ Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft investiert in innovative digitale Geschäftsmodelle. In der vergangenen Woche ist btov Partners zum Beispiel bei der E-Signing-Plattform Skribble eingestiegen. Für ZhenFund ist Stamp die erste Investition in Europa. Man habe sich für die Beteiligung entschieden, weil man an die Mission des Start-ups und die Stärke chinesischer Verbraucher glaube, erklärt Bob Xu, Gründer des Geldgebers: „Das heutige steuerfreie Einkaufserlebnis entspricht nicht den Bedürfnissen asiatischer Kunden.“ Stamps Geschäftsmodell könne daher zu einem echten Hebel im euro-chinesischen Handel werden.

Stamp Italy Srl, Mailand (IT)
Tätigkeitsfeld: Tax Free-Shopping-Software
Investoren: btov Partners AG, ZhenFund Inc.
Volumen: 1,4 Mio. EUR (1. Finanzierungsrunde)