Asset Relationship Management: Remberg sichert sich 2 Mio. EUR

Fly Ventures und Speedinvest steigen bei Industrie 4.0-Start-up ein

Asset Relationship Management: Remberg sichert sich 2 Mio. EUR
Remberg will Herstellern industrieller Maschinen helfen, Serviceleistungen besser im Blick zu behalten.
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Bildnachweis: ©Andrey Armyagov – stock.adobe.com.

Remberg entwickelt eine Software, die es Herstellern industrieller Maschinen ermöglichen soll, alle Serviceprozesse auf nur einer Plattform abzubilden. Das Münchner Industrie 4.0-Start-up sichert sich eine Seed-Finanzierung in Höhe von 2 Mio. EUR. Fly Ventures, Speedinvest und Business Angels steigen ein. Das frische Kapital wollen die Münchner nutzen, um Vertrieb und Entwicklung weiter auszubauen.

Internationale Konkurrenz und Konjunkturschwankungen belasten die Absatzzahlen von Herstellern industrieller Maschinen. Betroffene Unternehmen müssen sich stärker auf andere Geschäftskanäle konzentrieren – zum Beispiel den Bereich Services. Mit Wartung und Instandhaltung lässt sich im Schnitt 2,5mal so viel Marge erzielen wie mit Neuverkäufen. Eine vollumfängliche Digitalisierung des Serviceangebots ist allerdings mit hohen Kosten verbunden. Hier will die Remberg GmbH Abhilfe schaffen. Das Münchner Start-up entwickelt eine Software, die es Unternehmen erlauben soll, ihre Serviceprozesse auf nur einer Asset Relationship Management-Plattform abzubilden. Die cloud-basierte Technologie soll alle wichtigen Themen digitalisieren. Die Lösung sammelt laut Machern die Daten existierender IT-Systeme wie ERP, CRM oder PDM. Der Hersteller könne ableiten, welcher Kunde aktuell Ersatzteile benötigt, bei wem eine Wartung der Maschinen ansteht oder wann die nächste Überholung der Produkte fällig ist. Entsprechende Dienstleistungen können dann wiederum dem Käufer digital angeboten werden. Zusätzlich erhält der Vertrieb des jeweiligen Herstellers mehr Zeit, die Services beim Kunden zu platzieren. Zudem können Hersteller ihren Käufern Einblick in erworbene Maschinen gewähren: Laut Remberg gelingt der Zugriff auf Dokumentation, Ersatzteillisten oder Servicefälle mit nur einem Klick. Je nach Digitalisierungsgrad der Produkte können laut Remberg sogar Ersatzteilbestellungen über eine Internet of Things-Verbindung komplett automatisiert angestoßen werden. Sieben Maschinenhersteller setzen bereits auf die Lösung der Münchner.

Remberg will Vertrieb und Entwicklung ausbauen

Auf dem Plan des Industrie 4.0-Start-ups steht jetzt weiteres Wachstum. Vor allem die Bereiche Vertrieb und Entwicklung sollen größer werden. Diesen Plan können die Münchner mit Hilfe einer Finanzierung beschleunigen. In der Seed-Runde bekommt Remberg 2 Mio. EUR. Die Fly Ventures Management GmbH und die Speedinvest GmbH sowie mehrere Business Angels steigen ein. „Die Lösung bringt das Servicegeschäft im Maschinenbau auf eine neue Stufe“, sagt Marie-Helene Ametsreiter, Partnerin bei Speedinvest. Die Technologie habe das Potenzial vielen Herstellern zu helfen, sich langfristig im Wettbewerb auch digital zu behaupten. Dass der Sektor Maschinenbau großes Digitalisierungspotenzial birgt haben auch andere Start-ups erkannt. Die Hofmann & Stirner Zuführsysteme GmbH zum Beispiel entwickelt automatisierte Zuführsysteme für die Montage. Das Unternehmen hat im November 2018 1 Mio. EUR eingesammelt.

Remberg GmbH, München
Tätigkeitsfeld: Asset Relationship Management-Plattform
Investoren: Fly Ventures Management GmbH, Speedinvest GmbH, Business Angels
Volumen: 2 Mio. EUR (1. Finanzierungsrunde)