EIF German Equity: 1,6 Mrd. EUR für Innovation

Bundeswirtschaftsministerium und EIF erweitern Start‑up‑Finanzierung

Merete Clausen (EIF), Gitta Connemann (BMWE) und Nicola Beer (EIB) stellen die neue Programmlinie EIF German Equity vor (c) BMWE/EIF
Merete Clausen (EIF), Gitta Connemann (BMWE) und Nicola Beer (EIB) stellen die neue Programmlinie EIF German Equity vor (c) BMWE/EIF

Bildnachweis: BMWE/EIF.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und der Europäische Investitionsfonds (EIF) stellen mit dem Programm „EIF German Equity“ weitere 1,6 Mrd. EUR zur Stärkung junger Tech-Start-ups bereit. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis junger Technologieunternehmen zu stärken und den Zugang zu professionellen Venture-Capital- und Wachstumsfonds spürbar zu verbessern.

Unter der neuen Programmlinie „EIF German Equity“ wird die seit 2004 bestehende Partnerschaft zwischen EIF und BMWE weiter ausgebaut. Das Mandat ist branchenoffen und umfasst damit Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, datengetriebenen Anwendungen, Fintech, Digitalisierung und industrielle Innovation bis hin zu Energie-, Produktions- und Life-Science-Technologien. Deutschland soll damit stärker in die Lage versetzt werden, aus exzellenten Innovationen skalierbare Geschäftsmodelle und internationale Technologieführer hervorzubringen. Merete Clausen, Mitglied der Geschäftsleitung des Europäischen Investitionsfonds (EIF), sagt: „Seit 2004 hat die Zusammenarbeit mit dem BMWE gezeigt, wie wirksam risikobereites Kapital ist. Sie hat neue Management-Teams hervorgebracht, hochwertige Venture Capital-Fonds nach Deutschland gezogen und tausende technologieorientierte Unternehmen erreicht. Der Ausbau des Programms knüpft daran an und stärkt insbesondere Deeptech, Life Sciences sowie Energie- und Industrietechnologien – Bereiche, die besonders auf leistungsfähige Fondsstrukturen und europäische Skalierungsmöglichkeiten angewiesen sind.“

Programmportfolio mit mehr als 10 Mrd. EUR Gesamtvolumen

Ergänzt durch bestehende gemeinsamen Wachstums- und Scale-up-Programme der Bundesregierung mit dem EIF entsteht ein Programmportfolio mit einem Gesamtvolumen von über 10 Mrd. EUR (inkl. des deutschen Beitrags zu European Tech Champions Initiative), das alle Unternehmensphasen abdeckt. Gründerinnen und Gründer erhalten verlässlicheren Zugang zu privatem Kapital, während institutionelle Investoren einen starken öffentlichen Anker finden, der Governance- und ESG-Standards setzt und privates Wachstumskapital mobilisiert. „Wir eröffnen besseren Zugang zu professionellen Venture-Capital- und Wachstumsfonds. Und wir geben auch neuen Fondsmanagerinnen und Fondsmanagern eine Chance. So entstehen tragfähige Geschäftsmodelle. So wachsen Innovationen zu Unternehmen. Und so schaffen wir die Technologieführer von morgen – hier in Europa. Zusammen mit unseren bestehenden Wachstums- und Scale-up-Initiativen entsteht ein durchgängiges Finanzierungskonzept. Es schließt Lücken. Es gibt Gründerinnen und Gründern Planungssicherheit. Und es sorgt dafür, dass gute Ideen nicht ins Ausland abwandern, sondern bei uns groß werden“, berichtet Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie.

EIF German Equity als neuer zentraler Baustein

EIF German Equity erneuert und erweitert die bewährte Zusammenarbeit auf Basis des ERP-Sondervermögens und von EIF-Eigenmitteln. Die Maßnahme ist ein zentraler Baustein der deutschen Innovationspolitik, die technologieoffen, marktwirtschaftlich und wachstumsorientiert auf Ausgründungen, Hightech-Start-ups und zukünftige Mittelständler setzt. „EIF German Equity zeigt, wie europäische Partnerschaft wirkt: Gemeinsam mit Deutschland bauen wir eines der erfolgreichsten Eigenkapitalprogramme Europas weiter aus. Zusammen mit Instrumenten wie der European Tech Champions Initiative entsteht eine abgestimmte Förderarchitektur vom ersten VC-Ticket bis zur Wachstumsfinanzierung. Der Zugang zu Eigenkapital ist entscheidend für die strategische Souveränität Europas – genau hier setzt dieses Mandat an“, so Nicola Beer, Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank (EIB). Seit 2004 wurden rund 290 Fondsinvestitionen mit einem Gesamtvolumen von ca. 49 Mrd. EUR getätigt, wodurch bislang mehr als 6.000 Unternehmensfinanzierungen ermöglicht wurden. Erfolgreich unterstützte Unternehmen umfassen unter anderem DeepL, GetYourGuide, N26, Personio, Trade Republic, Flix sowie Home24 – Beispiele für die Wirkungskraft deutscher und europäischer Fondsprogramme.

Dachfonds für Venture Capital- und Wachstumsfonds

Als Dachfonds investiert EIF German Equity in Venture-Capital- und Wachstumsfonds mit Fokus auf Deutschland, ergänzt um europäische Fonds, die einen Mehrwert für den Standort bieten. Ein zentrales Ziel ist die Mobilisierung privaten Kapitals: EIF-Beteiligungen wirken als Qualitätssignal und aktivieren regelmäßig ein Vielfaches der öffentlichen Mittel – häufig rund das Fünffache. Innovative Unternehmen profitieren von einem verbesserten Zugang zu Kapital, einer größeren Zahl aktiver Fondsmanager und besseren Skalierungsperspektiven. Als langfristiger Ankerinvestor setzt der EIF hohe Standards für Governance, Transparenz und ESG und stärkt damit die Qualität und Stabilität des Marktes.

TechEU: EIF German Equity mit europäischer Hebelwirkung

EIF German Equity zahlt ein auf TechEU, der paneuropäischen Innovationsstrategie von EIF und EIB. Durch die Förderung frühphasiger Innovationen in Deutschland und die Verzahnung mit europäischen Plattformen wie der European Tech Champions Initiative (ETCI) entsteht ein klarer europäischer Mehrwert: Nationale Programme schaffen die Innovationspipeline, EU-Initiativen liefern das Wachstumskapital für Europas künftige Tech-Champions. Dieser zweistufige Ansatz schließt Finanzierungslücken, stärkt die technologische Souveränität Europas und verbindet nationale Innovationsziele mit dem europäischen Anspruch, Deep-Tech- und Zukunftstechnologien großflächig voranzubringen.