
Bildnachweis: Neuramancer, Bayern Kapital, Vanagon Ventures, VentureCapital Magazin, Pixabay.
Das Deeptech-Start-up Neuramancer AI Solutions GmbH (ehem. Neuraforge) hat sich erfolgreich eine Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von 1,7 Mio. EUR gesichert, um das Problem mit Deepfakes im Internet an der Wurzel zu packen. Angeführt wird die Runde von Vanagon Ventures, die gemeinsam mit Bayern Kapital und weiteren Geldgebern investieren.
Jeden Tag werden Nutzer mit Inhalten überschwemmt, die von Künstlicher Intelligenz erschaffen wurden. Was faszinierend klingt, kostet viel Geld: Allein der Versicherungsbetrug verschlingt laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jährlich Milliarden Euro. Generative KI befeuert diese Entwicklung massiv, da falsche Beweisfotos auf Knopfdruck erstellt werden können.
Genau hier setzt Neuramancer an und positioniert sich als eine Art hochmodernes Betrugsradar für Unternehmen. Statt einfach nur zu bewerten, ob ein Gesicht auf einem Foto unnatürlich aussieht, analysiert die Software die fürs menschliche Auge unsichtbaren technischen Spuren. Diese sind dabei im Residuum (Restrauschen in den Pixelwerten) des Bildes zu finden, welche jede KI wie einen digitalen Fingerabdruck hinterlässt. Völlig unabhängig vom Motiv erkennt das System so unbestechlich, was echt ist und was nicht. Susanne Fromm (Co-Founder & General Partner, Vanagon VC): „Immer bessere KI-Modelle fluten die Wirtschaft mit täuschend echten Fälschungen, der Markt für Deepfake-Erkennung wächst massiv. Neuramancer überzeugt mit inhaltsunabhängiger, international skalierbarer Technologie, nachvollziehbarer Forensik und außergewöhnlich niedriger Falsch-Positiv-Rate – entscheidende Faktoren für den produktiven Einsatz in der Wirtschaft im großen Stil“
Bayern Kapital Geschäftsführerin Monika Steger hebt besonders die von großen KI-Modellen unabhängige Technologie zur Erkennung von Deepfake Inhalten hervor und sieht Neuramancer damit in einem stark wachsenden Markt ausgezeichnet positioniert. Komplettiert wird das Investoren-Konsortium durch den Nürnberger VC Zoho, das Family Office Lightfield Equity sowie erfahrene Business Angels aus der Finanz- und Tech-Welt.

Mit dem frischen Kapital und einem erfahrenen Branchenexperten startet Neuramancer nun in die Kommerzialisierung: Martin Sondenheimer, der zuvor für Branchengrößen wie Munich Re und die Allianz unter anderem im Bereich Venture Building tätig war, verstärkt das Führungsteam und treibt als Chief Commercial Officer ab sofort den Markteintritt und Skalierung voran. „Die Versicherungswirtschaft wird einer unserer ersten Fokusmärkte sein“, so Sondenheimer. „KI-generierte Bilder und Dokumente sind für Sachbearbeiter zunehmend schwerer zu erkennen. Unsere Software entlarvt Manipulationen nicht nur höchst zuverlässig, sondern liefert genau die forensischen Hinweise, die man für eine gezielte Betrugsabwehr braucht, ohne ehrliche Kunden fälschlicherweise zu verdächtigen.“
Die Software liefert nicht nur ein einfaches „Echt“ oder „Fake“, sondern macht ihre Erkenntnisse mathematisch nachvollziehbar. „Als Startup, das mit KI aufgewachsen ist, haben wir die volle Kontrolle über unsere Technologie. Wir nutzen KI nicht nur, wir entwickeln sie selbst“, so Anika Gruner (Mitgründerin, Neuramancer). „Unsere Technologie basiert auf vollständig nachvollziehbaren Algorithmen. Wir kennen jede Trainingsdatei und jede Code-Zeile und sind nicht auf riesige Black-Box-Modelle angewiesen. Unsere Kunden schätzen genau diese Unabhängigkeit und Transparenz sehr.“
Aus dem im Jahr 2024 im Rahmen eines Media Lab Bayern-Programms gestarteten Projekt ist längst eine vertrauenswürdige Instanz geworden. Schon heute helfen die Experten von Neuramancer Faktencheck-Redaktionen bei der Analyse fragwürdiger Bilder und Videos. Mit dem neuen Investment rückt nun das übergeordnete Ziel greifbar nah: Unternehmen in ganz Europa effektiv vor Betrug und Desinformation zu schützen.



