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Private Equity- und Venture Capital-Investoren investierten 2025 insgesamt 15,69 Mrd. EUR in deutsche Unternehmen – ein Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit wächst der Markt gegen den wirtschaftlichen Trend und erreicht den höchsten Investitionsstand seit 2021. Vor allem ein kräftiger Anstieg im Buy-out-Segment trieb das Investitionsniveau. Insgesamt flossen 15,69 Mrd. EUR Beteiligungskapital in deutsche Unternehmen. Das geht aus der heute veröffentlichten vorläufigen Beteiligungsmarktstatistik 2025 des Bundesverbandes Beteiligungskapital (BVK) hervor.
Ulrike Hinrichs (Vorstandssprecherin, BVK) erklärt: „Das ist ein gutes Zeichen und zeigt, dass private Investoren das Rückgrat für deutsche Mittelständler sowie Gründerinnen und Gründer sind. Beteiligungskapital steht für Wachstum, Innovation und Transformation – gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten“.
„2025 zeigte sich ein ähnliches Bild wie in den beiden Vorjahren: Der Wirtschaft fehlten die notwendigen Impulse, während Konjunktur und geopolitische Entwicklungen belasteten. Dennoch erwiesen sich die Private Equity-Investitionen mit insgesamt 15,69 Mrd. EUR als robust. Beteiligungsgesellschaften leisten damit weiterhin einen wichtigen Beitrag, um Start-ups und Mittelständler durch die aktuellen Herausforderungen zu begleiten“, sagt Dr. Ingo Krocke (Vorstandssprecher BVK & CEO, Auctus Capital Partners AG). Gegenüber dem Vorjahr (2024: 15,13 Mrd. EUR) stiegen die Investitionen um 4 Prozent. „Angesichts des anhaltenden gesamtwirtschaftlichen Gegenwinds zeigt der deutsche Beteiligungskapitalmarkt seine Stabilität. Das Investitionsplus stimmt uns zuversichtlich für die Zukunft.“
Der Markt wurde 2025 maßgeblich vom Buy-out-Segment geprägt. Große Transaktionen internationaler Investoren sorgten für einen deutlichen Investitionsanstieg und unterstreichen die Attraktivität deutscher Unternehmen für globales Kapital. Die Buy-out-Investitionen erreichten ein Volumen von 10,66 Mrd. EUR und lagen damit deutlich über dem Vorjahreswert (2024: 9,1 Mrd. EUR). „Mehrere große Transaktionen trugen maßgeblich zu diesem Anstieg bei und unterstreichen die Attraktivität des Standorts Deutschland für internationale Investoren“, so Dr. Krocke. „Mit dem Investitionsplus stemmt sich der Markt gegen konjunkturelle und geopolitische Belastungen, die Geschäftsaussichten und Planbarkeit vieler Unternehmen weiterhin erschweren.“ Zu den größten abgeschlossenen bzw. angekündigten Transaktionen des Jahres gehörten unter anderem STADA, BASF Coatings, Apleona und Kelvion.

Gleichzeitig bleibt eine zentrale Herausforderung bestehen: Unterschiedliche Preisvorstellungen zwischen Käufern und Verkäufern bremsen weiterhin viele Transaktionen aus. „Abweichende Bewertungen verlängern Prozesse oder lassen Transaktionen scheitern“, sagt Dr. Krocke. Während Buy-outs deutlich zulegten, blieb das Investitionsniveau bei Wachstumsfinanzierungen und Minderheitsbeteiligungen weitgehend stabil: Diese erreichten insgesamt 2,79 Mrd. EUR nach 2,77 Mrd. EUR im Vorjahr.
Venture Capital: Warten auf Erholung
Im Venture Capital-Segment blieb die erwartete Markterholung aus: Mit 2,23 Mrd. EUR investierten Beteiligungsgesellschaften rund ein Drittel weniger in Start-ups als im Vorjahr (2024: 3,26 Mrd. EUR). Damit bewegten sich die Investitionen wieder etwa auf dem Niveau von 2023. „Die Erholung im deutschen Venture Capital-Markt lässt weiterhin auf sich warten. Während die globalen Investitionen – befeuert vom KI-Hype – wieder steigen, kann Deutschland davon bislang nur begrenzt profitieren“, verdeutlicht Dr. Frédéric du Bois-Reymond (BVK-Vorstandsmitglied & Partner, Earlybird X). Dennoch zeigt sich die deutsche Start-up-Landschaft leistungsfähig: Mehrere Finanzierungsrunden im dreistelligen Millionenbereich – etwa bei Helsing, Tubulis, Black Forest Labs, Amboss und Quantum Systems – unterstreichen das Innovationspotenzial des Standorts.
Fundraising schwächer – Venture Capital mit Rückenwind
Nach einem sehr starken Jahr 2024 (8,59 Mrd. EUR) fiel das Fundraising 2025 spürbar schwächer aus. Das Volumen neu eingeworbener Mittel sank um ein Drittel auf 5,81 Mrd. EUR. Auch die Zahl neu geschlossener Fonds ging auf 25 zurück (2024: 38).
Besonders im Buy-out-Segment fehlten große Fonds, die das Gesamtvolumen nach oben hätten treiben können. Hier sank das Fundraising von 6,00 Mrd. € auf 2,75 Mrd. €. Venture Capital-Fonds konnten dagegen mit 3,06 Mrd. € mehr Mittel einwerben als im Vorjahr (2,29 Mrd. €). „Das starke Venture Capital-Fundraising zeichnete sich bereits zur Jahresmitte ab. Im Buy-out-Bereich fehlen hingegen derzeit sehr große Fonds, um das Niveau deutlich zu steigern“, sagt Dr. du Bois-Reymond. „Im laufenden Jahr werden weitere Manager mit dem Fundraising für Nachfolgefonds der starken Jahrgänge 2021 und 2022 beginnen. Dabei dürften sie auf weiterhin zurückhaltende institutionelle Investoren treffen.“
Technologietrends können für neuen Schwung sorgen
„Der breite Marktaufschwung hängt weiterhin stark von geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen ab – und das Jahr 2026 ist schwierig gestartet“, sagt Hinrichs. „Gleichzeitig sehen wir Chancen: Technologietrends wie Künstliche Intelligenz und Digitalisierung könnten dem Venture Capital-Segment neuen Schwung geben. Der Buy-out-Markt bleibt dagegen weiterhin stark von Konjunktur, Geopolitik und der Zinspolitik geprägt.“. Hinrichs weiter: „Wichtige Impulse erwarten wir auch von der Politik. Deutschlandfonds und Infrastruktur-Sondervermögen können Investitionen stärken – entscheidend sind eine schnelle Umsetzung und marktkonforme Lösungen. Private Equity und Venture Capital stehen bereit, als private Mit-Investoren Wachstum, Gründung und Transformation zu finanzieren.“




