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Das Deeptech-Start-up Tabularis.AI (Tübingen) stellt mit Faust-I ein neues KI-Sprachmodell vor, das lokal auf dem PC und Smartphone läuft: ohne Cloud, Abo oder US-Anbieter. Premiere feierte die Technologie beim Digital Leaders Deep Dive des Cyber Valleys Stuttgart am 22. Januar 2026.
Tabularis.AI bietet mit Faust-I eine Alternative zu vorhandenen Technologien: ein unabhängiges KI-Sprachmodell speziell für den deutschen Markt, das souverän auf Standard-Hardware läuft. Bereits heute erreichen die bisherigen Modelle des Start-ups über 500.000 Downloads pro Monat. „Das ist im Vergleich zu vielen anderen spezialisierten KI-Modellen ein außergewöhnlich hoher Wert und zeigt uns, dass der Bedarf an unabhängiger KI für Unternehmen rasant wächst“, so Richard Hans Schreiber (CEO, Tabularis.AI).
Während große Tech-Konzerne ihre Rechenzentren über steigende Nutzungsgebühren
finanzieren, verfolgt Tabularis.AI einen anderen Weg: kleine, gezielt trainierte KI-Systeme,
die Unternehmen selbst betreiben. „Wir beweisen, dass leistungsstarke KI auch ohne
gigantische Rechenzentren funktioniert“, so Schreiber. Dass der Bedarf an einer souveränen KI real ist, zeigt die aktuelle Lünendonk-Studie „IT-Sourcing-Trends 2025/2026“: 71 % der Unternehmen wollen ihre Cloud-Strategien überdenken, um technologische Abhängigkeiten von großen Cloud-Anbietern zu reduzieren.

In einem der wichtigsten Leistungstests (MMLU-de) erreicht Faust-I 53 Prozent und liegt damit vor Metas deutlich größerem Modell (Llama-3.1-8B-Instruct; 47 Prozent), bei nur einem Fünftel der Größe. Deeptech-Startups wie Tabularis.AI treiben damit die Entwicklung zu einer souveränen und leistungsstarken KI in Deutschland voran. Schreiber sagt: „Nicht jede KI, die einen Geschäftsprozess automatisiert, muss auch Gedichte schreiben oder Smalltalk führen. Für die meisten industriellen Aufgaben sind fokussierte Modelle präziser, weniger anfällig für Halluzinationen und erheblich günstiger. Sie können vor Ort im Unternehmen betrieben werden, ohne zusätzliche, laufende Kosten zu verursachen oder sechsstellige Investitionen in spezialisierte Hardware zu benötigen.“
Langfristig will Tabularis.AI Unternehmen befähigen, eigene, hochspezialisierte KI-Modelle
auf Basis von Faust-I zu entwickeln – etwa für Kundenservice, Dokumentenverarbeitung
oder technische Analyse. Die firmeneigene Trainings-Technologie senkt dafür
Rechenaufwand, Kosten und Entwicklungszeit erheblich. „Wir sind davon überzeugt, dass die KI-Transformation in Deutschland nicht mit teuren Mammut-Projekten gelingt, sondern mit klaren, schnell umsetzbaren Anwendungsfällen, die echten Nutzen bringen“, erklärt Schreiber.
Nach der Präsentation wird Faust-I vollständig Open Source auf der Plattform Hugging Face
veröffentlicht. In den kommenden Wochen folgt eine kostenlose iOS-App, mit der das Modell erstmals auch von Privatpersonen offline auf dem iPhone getestet werden kann.




