12. MedTech Pitch Day: Zehn Start-ups präsentieren sich über den Dächern Freiburgs

Gemeinsame Veranstaltung vom HTGF, B. Braun & Dräger

12. MedTech Pitch Day
12. MedTech Pitch Day

Bildnachweis: HTGF.

Zehn Start-ups aus dem Bereich Medizintechnik zeigen beim 12. MedTech Pitch Day (in Freiburg im Breisgau), wie sich mit innovativen Technologien die Gesundheitsversorgung vom Säuglings- bis zum Seniorenalter verbessern lässt. Für die Veranstaltung hatten sich hundert junge Unternehmen aus 14 Ländern beworben. Die ausgewählten Start-ups aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und Großbritannien trafen auf dem Event auf rund 40 Investoren und konnten sich mit Entscheidungsträgern führender Medizintechnik-Unternehmen vernetzen.

Ausgerichtet wird der MedTech Pitch Day seit vielen Jahren vom High-Tech Gründerfonds (HTGF), dem Medizintechnologie-Unternehmen B. Braun mit seinem B. Braun Innovation Hub, der B. Braun-Stiftung und dem Medizin- und Sicherheitstechnikunternehmen Dräger. Als lokale Partner unterstützten bei dieser zwölften Ausgabe die Wirtschaftskanzlei ADVANT Beiten, in deren Räumen die Veranstaltung stattfand, sowie die Innovationsplattform BadenCampus. „Mit dem MedTech Pitch Day bieten wir innovativen Start-ups eine Plattform, um sich zu vernetzen und ihre Lösungen zu präsentieren. Der frühe und direkte Zugang zu Investoren und Industriepartnern macht oft den Unterschied zwischen Idee und Markterfolg“, erklärt Dr. Achim Plum (Geschäftsführer, HTGF).

Jeweils zehn Minuten plus Zeit für Nachfragen hatten die folgenden Start-ups, um das Fachpublikum von ihren Projekten und Produkten zu überzeugen:

  • Aisthesis Medical (London, Großbritannien) nutzt künstliche Intelligenz (KI), um durch eine Auswertung von Klinikdaten die Gefahr einer Blutvergiftung bis zu 48 Stunden früher zu erkennen als bisher.
  • CertHub (München) will die Erfüllung regulatorischer Pflichten und Dokumentationsaufgaben mit einem KI-basierten „Compliance Companion“ automatisieren und Zertifizierungsprozesse damit deutlich beschleunigen.
  • ARON Surgical (München) erzeugt „digitale Zwillinge“ von Patienten als Grundlage für ein Navigationssystem, das Chirurgen bei minimalinvasiven Operationen per Augmented Reality unterstützen soll.
  • CorTec (Freiburg) entwickelt eine voll implantierbare Hirn-Computer-Schnittstelle, mit der Hirnaktivität gemessen und stimuliert werden kann, um neurologische Funktionen etwa nach einem Schlaganfall wiederherzustellen.
  • Clee Medical (Genf) möchte neurochirurgische Eingriffe am Gehirn mit einem auf Optischer Kohärenztomografie (OCT) basierenden System, das während der Operation hochauflösende Live-Bilder liefert, sicherer und effizienter machen.
  • BIOS Medical (Davos) rüstet Standard-Hüftimplantate mit smarten Sensoren aus, die Belastung und Heilungsverlauf kontinuierlich messen und den Patienten so eine Rehabilitation zu Hause ermöglichen.
  • Auch die Behandlung von altersbedingter Makuladegeneration mit niederenergetischem Licht (Photobiomodulation), die bislang nur zeitaufwendig in Klinik oder Augenarztpraxis möglich ist, könnte künftig in den eigenen vier Wänden erfolgen: Ciromed (Leverkusen) arbeitet an einem Heimgerät.
  • Dass sich selbst das alltäglichste Handwerkszeug im Krankenhaus immer noch verbessern lässt, will Puray (München) mit einem selbstdesinfizierenden Katheter beweisen, der dank integrierter Fotodesinfektion 99,99 Prozent auch resistenter Keime auf der gesamten Oberfläche abtötet.
  • Auf die Versorgung der allerjüngsten Patient*innen zielen zwei Start-ups: InhalPlus (Hannover) entwickelt eine Inhalationstechnologie für Frühgeborene, die hochkonzentrierte Aerosole getrennt vom Atemgas zuführt, dadurch die Wirkstoffabgabe deutlich steigert und Hospitalisierungs- sowie Langzeitschäden reduziert.
  • Sencilia (Groningen, Niederlande) möchte die Infusionssicherheit auf Neonatologischen Intensivstationen mit nicht-invasiven Sensoren erhöhen, die geringste Infusionsflüsse bis 0,1 Milliliter pro Stunde exakt steuern und einen Venenverschluss frühzeitig erkennen.

Den Pitches vorangegangen war eine Podiumsdiskussion, in der sich ausgewiesene Experten über die Zukunft der Medizintechnik vor dem Hintergrund von künstlicher Intelligenz und dem Internet of Medical Things (IoMT) austauschten. Einig waren sie sich, dass die digitale Infrastruktur in Kliniken auch künftig zu komplex sein wird für ein einfaches „Plug and play“. Aber mehr Standardisierung sei möglich – und unverzichtbar.

„Das deutsche Gesundheitssystem ist für junge Innovatoren komplex und schwer zu
durchdringen“, so Dr. Thilo Brinkmann (Geschäftsführer, B. Braun-Stiftung). „Mit dem MedTech Pitch Day erleichtern wir Start-ups die Suche nach Partnern – und fördern zugleich wichtige Innovationen in der Medizintechnik.“ Alexander Katzung (Vice President Acceleration & Innovation, B. Braun Innovation Hub) betont: „Vom MedTech Pitch Day profitieren nicht nur die Start-ups. Auch ein weltweit führendes Unternehmen der Medizintechnologie wie B. Braun kann durch die Kooperation mit innovativen Start-ups noch schneller auf neue Entwicklungen reagieren und neue Potenziale erschließen.“

VentureCapital Magazin 02/2026
VentureCapital Magazin 02/2026

Im kommenden Jahr wird der HTGF als Gastgeber des MedTech Pitch Day auftreten. Noch steht der Ort nicht fest. Dr. Lena-Sophie Schütter (Investmentmanagerin, HTGF) freut sich bereits: „Wir haben heute großartige Ideen und tolle Diskussionen in einer wunderbaren Location erlebt. Die Start-ups haben uns gezeigt, wie vielfältig MedTech sein kann, wie unterschiedlich die Herausforderungen sind – und dass wir bester Hoffnung sein dürfen, dass diese Herausforderungen gelöst werden können.“